Festakt Kahla besiegelt Städtepartnerschaft mit italienischer Stadt Castelnovo

Am Freitag besiegelten Kahlas Bürgermeister Jan Schönfeld und Enrico Bini, Bürgermeister der italienischen Stadt Castelnovo, eine Städtepartnerschaft. Ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte verbindet die beiden Orte.

Die Leuchtenburg bei Kahla.
Die Leuchtenburg bei Kahla: Die thüringische Stadt hat nun eine weitere Partnerschaft vereinbart - mit Castelnovo ne' Monti in Italien. Bildrechte: MDR/Stephanie Wätjen

In Kahla wurde am Freitag eine schon lange vorbereitete zweite Städtepartnerschaft besiegelt: Ab sofort ist die thüringische Kleinstadt mit Castelnovo ne' Monti in Italien verbunden. Die Bürgermeister beider Städte unterzeichneten den Partnerschaftsvertrag bei einem Festakt. Wie Kahlas Bürgermeister Jan Schönfeld mitteilte, kamen dazu 38 Gäste aus Italien, darunter auch Bürgermeister Enrico Bini, ins Rathaus. Die Festrede in Kahla hielt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke). Kahla unterhält bereits eine Städtepartnerschaft mit Schorndorf in Baden-Württemberg, die seit mehr als 30 Jahren besteht.

Zwangsarbeiter aus Castelnovo einst nach Kahla verschleppt

Kahla und die Stadt in der Region Emilia-Romagna verbindet ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. Ab 1944 verschleppten deutsche Soldaten auch Einwohner aus Castelnovo ne' Monti, um sie als Zwangsarbeiter im unterirdischen NS-Rüstungswerk "Reimahg" im Walpersberg bei Kahla einzusetzen. Die Erinnerung an das Leiden der Menschen wird im südlichen Saaletal seit Jahrzehnten wach gehalten. Zwei Vereine engagieren sich für die Aufarbeitung des Geschehens, organisieren Schülerprojekte und die jährlichen Gedenkveranstaltungen.

Kränze zum Gedenken an NS-Zwangsarbeiter in Rüstungswerks REIMAHG Walpersberg bei Kahla
Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden auch Zwangsarbeiter aus Italien ins unterirdische Rüstungswerk "Reimahg" bei Kahla verschleppt. An dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte wird noch heute am Walpersberg erinnert. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Gedenkplakette für NS-Opfer

Erst am vergangenen Donnerstag ist eine Gedenkplakette an der Gaststätte "Rosengarten" in Kahla angebracht worden, die an die 600 Zwangsarbeiter aus Italien erinnern soll. Sie waren dort ab April 1944 von den Nazis interniert wurden. Die Gaststätte "Rosengarten" war das erste von etwa 40 Zwangsarbeiterlagern in und um Kahla. Angebracht wurde die in deutscher, englischer und italienischer Sprache gehaltene Plakette vom Förderverein "Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg".

Quelle: MDR THÜRINGEN/caf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Oktober 2021 | 08:30 Uhr

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