Deutsch-Deutsche Geschichte Ausbau von Grenzmuseum Mödlareuth läuft nach Plan

01. Februar 2023, 01:26 Uhr

Das Grenzmuseum in Mödlareuth im Saale-Orla-Kreis an der Grenze zu Bayern zeigt die Geschichte eines Dorfes, das jahrzehntelang geteilt war. Vor knapp einem Jahr hat die Sanierung des Außengeländes und des Museumsgebäudes begonnen. Die Arbeiten gehen planmäßig voran. Für die Ausstellung im neuen Museum ist jetzt ein erstes Konzept vorgestellt worden.

Der Ausbau des Grenzmuseums in Mödlareuth im Saale-Orla-Kreis an der Grenze zu Bayern geht wie geplant voran. Das berichtete der zuständige Zweckverband "Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth" am Montag in einer öffentlichen Sitzung. Demnach ist das Freigelände, das die Grenzbefestigung im ehemals geteilten Dorf zeigt, fast fertig. Die Erdarbeiten für das neue Museumsgebäude sollen nach dem Frost abgeschlossen werden.

Das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth wird seit knapp einem Jahr umfangreich saniert und ausgebaut. Die Arbeiten sollen 2025 fertig sein. Insgesamt kostet der Ausbau rund 22 Millionen Euro.

Pläne für Ausstellung im neuen Museum vorgestellt

Der Verband präsentierte zudem das Konzept für die Dauerausstellung im geplanten Museumsgebäude. Sie solle die Geschichte des Dorfes erzählen, dessen Einwohnerinnen und Einwohner jahrzehntelang in unterschiedlichen Systemen gelebt haben.

"Mödlareuth steht exemplarisch für die gesamte deutsch-deutsche Geschichte", erklärte Ludwig Unger von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in einer Pressemitteilung des Landkreises Hof. Dort befindet sich ein Teil des Dorfes.

Filme sollen Geschichte lebendig erzählen

Unger ist Teil des Expertengremiums, das das Konzept für die Ausstellung erarbeitet hat. Dieses stelle das Dorf in den Mittelpunkt. "Es geht um die Menschen hier vor Ort, aber nicht isoliert, sondern eingebettet in die Weltgeschichte", erklärte Unger. Die Ausstellung solle das anhand chronologischer Zeitabschnitte und ausgewählter Themengebiete darstellen.

Dafür sollen erhaltene Gegenstände, Zeitzeugen-Interviews, Fluchtgeschichten und Bilder gezeigt werden. Zudem seien Audio- und Filmstationen geplant. Vor allem jungen Menschen könne so Geschichte lebendig erzählt werden, sagte der Landrat des Saale-Orla-Kreises und stellvertretende Verbandsvorsitzende, Thomas Fügmann.

Die Experten werden das Konzept nun nach eigenen Angaben verfeinern und Objekte für die Ausstellung auswählen. Anschließend werde eine Berliner Firma einen ersten Gestaltungsentwurf erarbeiten.

Mehr zum Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 31. Januar 2023 | 08:30 Uhr

6 Kommentare

aufdemberg am 01.02.2023

Ohne ihnen etwas zu unterstellen!

Diesen pauschalen und von gewissen Kreisen immer wieder gern benutzen Spruch entbehrt jeglicher Wahrheit.

Sprechen wir Mal konkret vom Zeitraum 1933 bis heute, so kann man mit Sicherheit sagen, alles würde dokumentiert, gegistriert.
Jeder Täter war da sehrgenau. Der Herr von der NSDAP und genau so der Herr aus der Stasi. Sie alle haben dazu beigetragen ihre Taten zu rekonstruieren. Sie alle waren sich ihrer Sache sicher.
Also der Täter schreibt Geschichte.
Machen wir es uns nicht zu einfach?

Wenn man natürlich ständig das Opfer sein möchte, dann benutzt man auch diesen Spruch.

astrodon am 01.02.2023

@klaus77: Dann müsste die Geschichte der DDR in diversen Grau-Tönen gestaltet werden. Außerdem ist eine "Abbildung der Lebenswelten" immer subjektiv, somit ist die Anzahl der möglichen Abbildungen ziemlich groß.

kleiner.klaus77 am 01.02.2023

Es ist zu hoffen, dass die neue Ausstellung die Lebenswelten in Ost und West so abbildet, wie sie tatsächlich gewesen sind! Und nicht die schwarz-weiß Malerei der DDR, wie sie z.B in der Gedenkstätte in der Andreasstraße in Erfurt gezeigt wird

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