Schülerinnen melden sich während des Unterrichts an einer Schule.
Mehr Praxisunterricht in Thüringer Schulen - das sieht das neue Schulgesetz vor. Bildrechte: picture alliance / Hauke-Christian Dittrich | Hauke-Christian Dittrich

Bildungspolitik Thüringer Landtag beschließt neues Schulgesetz

24. April 2024, 19:43 Uhr

Über Monate verhandelten Thüringer Bildungspolitiker über ein neues Schulgesetz. Manche hatten die Hoffnung auf ein Ergebnis schon begraben. Nun verständigten sich die Fraktionen auf einen Kompromiss.

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Der Landtag hat am Mittwoch einstimmig ein neues Thüringer Schulgesetz beschlossen. Die Reform sieht unter anderem mehr Praxisunterricht sowie pädagogische Hilfskräfte im Klassenzimmer vor.

Eltern von Kindern mit besonderem Lernbedarf haben künftig das letzte Wort bei der Frage, ob ihr Kind eine Förderschule oder eine normale Schulklasse besucht. Voraussetzung dafür ist aber weiterhin, wie bisher auch, ein Sonderpädagogisches Gutachten.

Zuvor hatte sich die rot-rot-grüne Regierungskoalition mit FDP und CDU verständigt. Bei der Abstimmung im Plenum stimmten auch die AfD und die fraktionslosen Abgeordneten zu. Das neue Schulgesetz wird damit zum neuen Schuljahr wirksam.

"Besondere Leistungsfeststellung" bleibt

Monatelang hatten die Bildungspolitiker der Fraktionen im Fachausschuss verhandelt und die verschiedenen Vorlagen zu einem Kompromiss verarbeitet. So bleibt etwa die "besondere Leistungsfeststellung" nach der zehnten Klasse - was die CDU freut und Rot-Rot-Grün eher betrübt. CDU und FDP gaben in Fragen der Schulordnung nach - Stichwort "Sitzenbleiben". Und Rot-Rot-Grün verabschiedete sich von dem Wunsch, Lehrer künftig Schulstufen-bezogen statt Schulart-bezogen auszubilden.

"Wenn ein guter Kompromiss eine Verständigung ist, mit dem alle Beteiligten ein bisschen unzufrieden sind, dann war das heute ein guter Tag im Landtag", fasste SPD-Abgeordneter Thomas Hartung den Beschluss zusammen.

GEW: Klarheit bei einigen Themen

Die Lehrergewerkschaft GEW begrüßte den Kompromiss. Die Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum sagte: der große Wurf sei das Schulgesetz zwar nicht. Es schaffe aber in einigen Themenfeldern Klarheit und Entwicklungsmöglichkeiten. Sie habe kaum noch daran geglaubt, dass eine Einigung auf einen Minimalkonsens möglich ist.

Die neuen Regelungen treten zum kommenden Schuljahr in Kraft.

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Abiturientin Pia Roth (Mitte) an ihrem letzten Schultag am Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium Vacha. Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden feiert sie das Ende einer zwölfjährigen Schulzeit. 30 min
Abiturientin Pia Roth (Mitte) an ihrem letzten Schultag am Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium Vacha. Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden feiert sie das Ende einer zwölfjährigen Schulzeit. Bildrechte: MDR / Robert Löwig

MDR (usb/mm)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. April 2024 | 20:00 Uhr

15 Kommentare

DerNeue vor 4 Wochen

Lese ich richtig, das es mehr praxis geben soll? ich jetzt 26 hatte damals schon eine 59h woche. Eine Vater einer schülerin der 7ten klasse klagte ein das seine Tochter nur 6h pro tag geht. Da es ja nicht sein kann das Kinder mehr stunden haben als er Arbeitet. Er bekam recht. Ich bin sehr froh darüber das ich keine Kinder habe. Dieses Beispiel zeigt ja auch wieder warum. Übrigens ist es immer noch möglich seine Kids "frei" zu klagen.

Britta.Weber vor 4 Wochen

salzbrot, ich verstehe, Leistung ist ganz böse, am besten alle bekommen gute Noten und später viel Geld ohne Leistung. Die Linke fordert sogar Abschaffung der Noten.

salzbrot vor 4 Wochen

das Ergebnis der Leistungsorientierung in THüringen ist auch hier abzulsesen: die meisten Deopressiven, die dickstenm, die meisten Raucher und Alkoholiker, die meisten Diabetiker, die meisten Herz-Kreislauferkrankten usw. Ach ist das schön in Thüringen. https://gesundheitsplattform.thueringen.de/#/Start/0501

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