Pilz-Experte Mario Wolf im Wald auf Pilzsuche
Pilz-Experte Mario Wolf wohnt in Römhild. Pilze gibt es hier aber aktuell keine, im Thüringer Wald dafür schon. Bildrechte: Bettina Ehrlich/MDR THÜRINGEN

Natur Pilze sammeln in Thüringen: Wo es sich lohnt und wo nicht

13. Oktober 2024, 07:00 Uhr

Es ist wieder Pilzzeit in den Thüringer Wäldern. Mario Wolf, ehrenamtlicher Pilzsachverständiger aus Römhild, erklärt, wo die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Suche am höchsten ist und wo man eher mit leeren Körben nach Hause geht.

Die beste Zeit zum Pilze sammeln ist genau jetzt. Das jedenfalls sagt Mario Wolf. Er wohnt in Römhild und ist ehrenamtlicher Pilz-Sachverständiger. "Es hat genug geregnet und die Temperaturen passen auch", sagt er. Pilze bevorzugen feuchtes Wetter und maximal 25 Grad Tagestemperatur. Daher sorgt die bisherige feuchtwarme Witterung vielerorts für eine gute Ausbeute.

Allerdings sei das Pilzaufkommen aktuell sehr unterschiedlich. Laut der Landesforstanstalt sind derzeit gerade in den Fichtenwäldern Steinpilze reich zu finden, in Kiefernbeständen die Krause Glucke, auf Wiesen Champignons und in Laub- und Mischwäldern Hallimasch.

In den Höhenlagen des Thüringer Waldes gebe es schon sehr viele Pilze, wie zum Beispiel die beliebten Pfifferlinge oder Steinpilze. Auch in der Umgebung von Eisfeld im Kreis Hildburghausen soll es schon richtig volle Körbe gegeben haben.

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Leere Körbe bei Römhild

In der Nähe von Römhild sei allerdings tote Hose. "Als ob hier jemand mit dem Staubsauger durch ist und alle Pilze weggesaugt hat", so Wolf. Hier müsse sich das Myzel einfach noch entwickeln. "Und wenn es dann so weit ist, dann gibt es einen richtigen Schub", sagt er voraus.

Austernseitling an einem liegenden Baumstamm
Der unscheinbare Austernseitling zählt zu den Speisepilzen. Bildrechte: Bettina Ehrlich/MDR THÜRINGEN

Bei der Myzel handelt es sich um eine unterirdische, fadenartige Struktur. Sie bildet das grundlegende Gerüst des Pilzes.

Lieber um 20 Uhr den Sachverständigen angerufen als nachts das Krankenhaus.

Mario Wolf, ehrenamtlicher Pilz-Sachverständige

In die Pilze gehen lohnt sich für Müller immer - auch wenn das Körbchen mal leer bleibt. Wenigstens hat man sich dann ein bisschen in der Natur bewegt.

Mehr Meldungen bei Giftnotruf

Eins ist Wolf besonders wichtig: Wer sich nicht sicher ist, sollte den Pilz unbedingt einem Pilzberater zeigen. "Die machen das gerne, auch zu später Stunde. Lieber um 20 Uhr den Sachverständigen angerufen als nachts das Krankenhaus."

Das steigende Pilzaufkommen macht sich langsam auch beim Giftnotruf in Erfurt bemerkbar. Nach verhältnismäßig wenig Anrufen in den Vormonaten seien in den vergangenen Tagen deutlich mehr Anfragen zu möglichen Vergiftungen eingegangen, sagte die Leiterin des Gemeinsamen Giftinformationszentrums, Dagmar Prasa.

Südthüringer Pilzausstellung in Eisfeld

Wer richtig viele Pilze sehen möchte, kann sich am kommenden Wochenende einen Ausflug nach Eisfeld vornehmen. Dort ist am 5. und 6. Oktober die große Südthüringer Pilzausstellung. Mario Wolf ist dann auch wieder am Start.

MDR (nir/bee)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Nachmittag | 01. Oktober 2024 | 16:45 Uhr

2 Kommentare

Peter Pan vor 25 Wochen

Ich war jetzt zweimal zwischen Ilmenau und Stadtilm in den Pilzen, einmal im Regen.
Habe keinerlei Pilzsammler gesehen oder getroffen.
Es gibt Pilze bis um abwinken, ich hätte 10 Körbe sammeln können, aber einer reichte und der muss ja auch getragen werden und dann alles geputzt.
Es gab massenhaft Butterpilze in 2 Arten, Parasol mit riesigen Schirmen, Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge, Sandpilze, Goldröhrlinge, auch schon violette Ritterlinge, das einzige was es nicht gibt, sind Sammler. Schade eigentlich.

Grooha vor 26 Wochen

Hier liegt offenbar ein Missverständnis über die Biologie der Pilze vor. 95% eines Pilzes befinden sich unter der Erde, was wir sammeln sind lediglich die Fruchtkörper. Dabei verteilen wir noch im besten Fall durch einen luftigen Korb die Sporen. Ein Apfelbaum verschwindet auch nicht, wenn man alle Äpfel erntet.
Was den Pilzen vor allem zusetzt, sind veränderte Umweltbedingungen. Temperatur, Feuchtigkeit und Umweltverschmutzung. Weniger industrialisierte und dicht besiedelte Regionen wie das Baltikum oder Skandinavien+Finnland sind pilzreich wie eh und je.
Schöner Artikel!

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