Speisepilze aus dem Wald Pilze sammeln – was ist erlaubt, was ist verboten?

Im Spätsommer und im Herbst macht es Spaß, Pilze im Wald zu sammeln. Es gibt aber Regeln, was und wieviel ins Körbchen wandern darf. Die Rechtslage …

Recherchiert man im Internet das Thema "Pilze suchen" wird es schnell unübersichtlich und klingt kompliziert. Dabei ist die Rechtslage ganz einfach, erklärt Horst Sproßmann, vom Thüringenforst und ergänzt, dass die Rechtslage aber in jedem Bundesland unterschiedlich sein kann. In Thüringen regelt das Thüringer Waldgesetz (ThürWaldG) in Paragraf sechs das Betretungsrecht im Wald.

Demnach ist das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung für jedermann erlaubt. "Jeder, der im Wald unterwegs ist, darf den berühmten Handstrauß an Waldfrüchten und essbare Pilzen einsammeln", sagt Sprossmann. Der Pilzsucher müsse auch nicht darauf achten, wer der Besitzer des Waldes ist.  

Was ist die Handstraußregel?

Marone im Wald
Pilzsucher sollten nur bekannte Speisepilze sammeln. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Die Handstraußregel besagt: Speisepilze in Wäldern dürfen für den Eigenbedarf gesammelt werden. Wieviel das genau ist, wird nicht exakt im Gesetz geregelt. Auf der sicheren Seite sind Pilzsammler, wenn sie von etwa 150 bis 200 Gramm Pilze pro Person ausgehen. Auch das Sammeln von Blättern und Beeren ist gestattet, aber alles in einem angemessenen Rahmen und nur Arten, die nicht unter Naturschutz stehen. Wer Fragen zum Thema Wald oder auch dem Pilze sammeln hat, kann sich an die Revierförster und jedes Forstamt wenden.

Bundeswaldgesetz Im Bundeswaldgesetz ist die Rahmengesetzgebung für das Betreten und das Verhalten in Wäldern in ganz Deutschland geregelt. Die einzelnen Bundesländer können einzelne Punkte spezifizieren.

Verbote beim Pilze sammeln

  • Es ist verboten, seltene Pilzarten wie Trüffel oder Grünlinge zu sammeln. Auch wahllos unbekannte Pilze abzuschneiden, die später der Pilzberater einordnet, ist nicht erlaubt. Es ist außerdem verboten, im Wald gesammelte Pilze zu verkaufen.  

  • Ein Sammelverbot besteht in öffentlichen Parks, Naturschutzgebieten und Nationalparks, auf Verjüngungsflächen und Flächen auf denen Holz geschlagen wird.

  • In Deutschland ist das Suchen von Pilzen in der Nacht verboten – zum Schutz der Wildtiere.

Verschiedene Pilze in einem Korb
Wer Pilze in großen Mengen ernten und verkaufen möchte, braucht eine Genehmigung vom Waldbesitzer. Bildrechte: Colourbox.de

Der Artikel garantiert keine verbindliche Rechtsauskunft.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 24. November 2019 | 08:30 Uhr