Nahverkehr 28-Euro-Ticket für junge Menschen? Thüringen prüft neuen Fahrschein

16. November 2022, 13:11 Uhr

Kann sich Thüringen ein günstiges Ticket nur für junge Leute leisten? Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte ein 28-Euro-Ticket ins Gespräch gebracht. Nun wird gerechnet und geprüft.

Thüringens Infrastrukturministerin prüft, ob das Land ein Sonderticket für junge Menschen einführen kann. "Wir beschäftigen uns gerade intensiv mit der Frage, ob und zu welchem Preis ein kostengünstiges Ticket für junge Menschen als Ergänzung zum 49-Euro-Deutschlandticket eingeführt werden kann", sagte Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij (Linke) auf Anfrage in Erfurt.

Vor einem möglichen Kabinettsbeschluss dazu müssten die Finanzierungsfragen geklärt werden. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte ein 28-Euro-Ticket für junge Leute mit Wohn- oder Ausbildungsort in Thüringen ins Gespräch gebracht. Das Deutschland- und möglicherweise ein Thüringer Jugend-Ticket beschäftigen auch die Verkehrsanbieter. An diesem Mittwoch will sich der Verband der Omnibusunternehmer vor einem mitteldeutschen Verbandstag zur Verkehrspolitik äußern.

Ramelow schlägt Ticket bis 28 Jahre vor

Ein 28-Euro-Ticket könnte durch einen Zuschuss zum bundesweiten Ticket erreicht werden, erklärte Thüringens Infrastrukturministerin. Junge Leute könnten so das gleiche Ticket wie alle anderen nutzen und müssten keine Einschränkungen bei der bundesweiten Geltung in Kauf nehmen. "Mit diesem Ticket wollen wir die Mobilität junger Menschen verbessern und den Wirtschaftsstandort Thüringen stärken. Ich freue mich, dass auch andere Bundesländer unseren Vorschlag aufgreifen und ebenfalls die Einführung prüfen", sagte Karawanskij.

49-Euro-Ticket startet wohl nicht bereits im Januar

Nach Ansicht von Ramelow könnte ein 28-Euro-Ticket für Schüler, Azubis und Studierende bis zum Alter von 28 Jahren gedacht sein. Es könnte das bestehende Azubiticket und das Ticket für Studierende ersetzen.

Bund und Länder hatten sich geeinigt, ein 49-Euro-Ticket einzuführen. Der genaue Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest. Mit einem Start am 1. Januar 2023 sei aus derzeitiger Sicht aber nicht zu rechnen, so das Thüringer Ministerium. Die Finanzierung des 49-Euro-Tickets soll zu gleichen Teilen vom Bund und den Ländern getragen werden. Thüringen müsste aus der Landeskasse allein dafür rund 34 Millionen Euro beisteuern.

Bisher bereits Azubi-Ticket für 60 Euro

Bisher gibt es mit Ausnahme des Landkreises Greiz in Thüringens bereits ein Azubi-Ticket. Dieses nutzten Ende des Vorjahres rund 12.000 junge Thüringer. Das Ticket kostet Azubis monatlich 60 Euro. Das Land übernimmt für jedes Ticket zusätzlich rund 140 Euro. Dies kostet den Steuerzahler rund 22 Millionen Euro.

MDR (dpa/rom)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15. November 2022 | 19:00 Uhr

13 Kommentare

Ilse am 17.11.2022

Reuter4774

Ich schrieb nichts von Alter, sondern von Einkommen u. ergänze noch Vermögen. Warum soll der Steuerzahler Ableger von reicheren Eltern unterstützen, auch wenn's Ramelows Kinder sind u.a.

Reuter4774 am 17.11.2022

??? Weil die Rentner jetzt nicht mehr die Einzigen sind für die Politik gemacht wird? Weil alle Generationen zählen müssen? Es wird Zeit dass Politik für alle gemacht wird und nicht nur für Leute 60+, deshalb heißt unsere Staatsform Demokratie ( für alle übrigens).

Ilse am 17.11.2022

Für den Ramelow ist mittlerweile der Maßstab für soziale Wohltaten das Alter geworden, unabhängig von Einkommen. Es ist aller höchste Zeit das diese Partei verschwindet, im Sinne einer politischen Grundreinigung.

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