
Erneuerbare Energien Zwanzig neue Windräder in Thüringen seit Jahresbeginn genehmigt
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14. Juli 2024, 22:00 Uhr
Der bisher eher schleppenden Ausbau der Windenergie in Thüringen beschleunigt sich. Es gibt mehr Projekte und eine ganze Reihe von Genehmigungsverfahren. Das Land hat zudem erstmals Vorgaben für Regionen festgelegt.
Beim Ausbau der Windenergie als Stromquelle kommt Thüringen bisher im Bundesländer-Vergleich recht langsam voran. Das könnte sich in diesem Jahr ändern.
In der ersten Jahreshälfte seien insgesamt sechs Projekte mit zusammen 20 Anlagen genehmigt worden, teilte das Thüringer Energieministerium auf Anfrage in Erfurt mit. 2023 waren laut Bundesverband Windenergie (BWE) im gesamten Jahr nur sechs neue Windkraftanlagen im Freistaat dazu gekommen.
135 neue Windräder in Thüringen geplant
Zudem liefen derzeit eine ganze Reihe von Genehmigungsverfahren, teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Nach den Zahlen, die dem Ministerium vorlägen, seien es 26 Verfahren in den ersten sechs Monaten. Dabei gehe es um insgesamt 135 Windräder, die von Investoren geplant seien. Derzeit drehen sich im Freistaat weniger als 900 Anlagen.
Thüringens Energieminister Bernhard Stengele (Grüne) erhofft sich einen weiteren Schub durch das kürzlich vom Landtag beschlossene Windenergiebeteiligungsgesetz, mit dem die Kommunen vom in ihrem Umfeld erzeugten Ökostrom mit 0,2 Cent pro Kilowattstunden finanziell profitieren. Sie haben jetzt einen gesetzlichen Anspruch darauf. Je nach Zahl der Ablagen könnte es um fünf- bis sechsstellige Beträge pro Jahr gehen, sagen Fachleute.
Erstmals Vorgaben für Thüringer Landesteile
Das in dieser Woche von der Landesregierung überarbeitete Landesentwicklungsprogramm enthält zudem erstmals Vorgaben für die Flächenverteilung für Windkraftstandorte in den Landesteilen. Nach den Bundesvorgaben müssen in Thüringen laut Infrastrukturministerium bis zum Jahr 2032 insgesamt 35.600 Hektar reserviert werden.
Entsprechend ihrer unterschiedlichen Bedingungen sind im kommenden Jahrzehnt in Nordthüringen 3 Prozent der Fläche für Windvorranggebiete einzuplanen, in Mittelthüringen 2,2, in Südwestthüringen 2,0 und in Ostthüringen 1,7 Prozent.
Windräder in der Nähe von Unternehmen angestrebt
Es gehe auch darum, dass Windenergieanlagen standortnah an Industrie- und Gewerbegebieten errichtet werden können, sagte Stengele. "Das erleichtert der Wirtschaft - von kleinen- und mittelständischen Unternehmen bis hin zum Weltkonzern - den so dringend benötigten Zugang zu sauberem Strom." Für den Naturschutz würden weiter hohe Standards gelten, beispielsweise für Schutzgebiete im Wald oder das Grüne Band an der Landesgrenze, so der Grünen-Politiker. Windkraftanlagen insbesondere auf Schadflächen könnten dazu beitragen, dass die Waldbesitzer den nötigen Waldumbau finanzieren könnten.
MDR (rom)/dpa
Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Juli 2024 | 12:00 Uhr
Eddi58 vor 37 Wochen
@wodiho
Was Sie der geneigten Leserschaft in Ihren Beiträgen wortreich andrehen wollen, ist doch sinngemäß alles so zu lassen, wie es ist.🤷♂️
Leider ergibt sich eine kleine Schwierigkeit: in den vergangenen 12 Monaten lag der Anstieg der Temperatur über dem 1,5Grad-Ziel. Die Anstrengungen Chinas zum Kohleausstieg sind an Ihnen vorbei gegangen?
Ach ja, es geht um 20 neue WKA in Thüringen, es geht sehr langsam voran, aber die Richtung stimmt.
astrodon vor 37 Wochen
@Egone: Wenn diese Dinger aber in der nötigen Anzahl gebaut werden sollten wird es ein deutlich größeres Problem mit radioaktivem Abfall geben. Ich erinnere mich da an eine Studie aus 2018 oder so, wohl von der Universität von BC, konstruktionsbedingt höhere Neutronenleckagen und insgesamt ein Anwachsen der starhlenden Müllmengen.
martin vor 37 Wochen
@wodiho: Wer derartige Fragen ("jemals etwas richtig erkannt") stellt, ist i.d.R. an einer sachlichen Antwort nicht interessiert. Ich nehme Ihre Frage daher zur Kenntnis.
Womit ich bei der Reaktion von Habeck auf die BRH Stellungnahme angekommen bin: Zur Kenntnisnahme eines Berichts bedeutet durchaus, dass man die Inhalte zur Kenntnis genommen hat - aber (aus welchen Gründen auch immer) auf eine inhaltliche Debatte dazu verzichtet. Dazu ist die Aussage einer "erstaunlichen Wahrnehmung ..." kein Widerspruch.