Mitteldeutschland kompakt | 19.09.2022

Im Kampf gegen den Lehrermangel hat Sachsen-Anhalt mithilfe sogenannter Headhunter 75 Lehrkräfte aus dem europäischen Ausland nach Sachsen-Anhalt gelockt.

Nach Angaben der Mitteldeutschen Zeitung zahlte das Land seit dem vergangenen Jahr dafür 750.000 Euro - und damit 10.000 Euro pro Lehrkraft. Rechnerisch sei das weniger, als das, was das Land im Fall einer vollen Universitätsausbildung investieren müsste, heißt es weiter. Sachsen-Anhalts Bildungsministerin Feußner spricht in der Zeitung von einer lohnenden Investition. Man dürfe nichts unversucht lassen, um gut ausgebildete Lehrkräfte zu finden. Unterdessen hat das Land Sachsen-Anhalt heute erneut knapp 1.000 Lehrerstellen ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 3. Oktober.

Vom 25. September bis 3. Oktober ist Magdeburg mit einem vielfältigen Programm an der bundesweiten Interkulturellen Woche #IKW2022 beteiligt.

30 Organisationen laden an 20 Locations der Landeshauptstadt zu 40 Beiträgen ein. In den Themenrubriken "Voneinander erzählen", "Gute Praxis", "Lebensart", "Beratung", "Sport & Diversität", "Flucht" sowie "Internationales" richten sich die Veranstalter an haupt- und ehrenamtliches Publikum, an Familien, Musik- und Sportinteressierte, Ratgebende sowie Information- und Austausch-Suchende. In vielen IKW-Beiträgen steht die Ukraine im Fokus. So widmet sich das Familienfest "Ukraine ist unsere Seele" des Vereins Harmonia e.V. der Geschichte und Kultur des Landes. Für viele aus der Ukraine nach Magdeburg geflüchtete Kinder und Frauen ist der Verein in den vergangenen Monaten zur neuen künstlerischen und soziokulturellen Heimat geworden. Das wird in einem Kulturerlebnis unter freiem Himmel am 25. September ab 14.00 Uhr auf dem Hof des "einewelt haus" zu erleben sein. Der Politische Runde Tisch der Frauen der Stadt Magdeburg und der SKV Meridian e.V. laden zu der gemeinsamen Veranstaltung "Musik vereint uns – Interkulturelles Programm" am 27. September um 12.30 Uhr ins Rathaus ein. Am Programm beteiligt sind zwei professionelle Künstlerinnen: Viktoria Zabalotska, Sängerin aus Kiew, Preisträgerin internationaler Gesangswettbewerbe und Anna Grinberg am Klavier. Es werden Lieder in deutscher, italienischer, russischer und ukrainischer Sprache gesungen. Alle Veranstaltungen können kostenfrei besucht werden.

Wegen des Lehrermangels in Sachsen will Bildungsminister Piwarz Teilzeitkräfte bitten, mehr Stunden zu arbeiten.

Der CDU-Politiker sagte der "Leipziger Volkszeitung", im Freistaat sei ein Drittel der Lehrerinnen und Lehrer in Teilzeit. Mit ihnen müsse man sprechen. Er hoffe, dass sich möglichst viele dafür entschieden, zwei, drei oder auch vier Stunden pro Woche mehr zu unterrichten. Zum Schuljahresbeginn konnten in Sachsen laut dem Bildungsminister rund 500 Lehrerstellen nicht besetzt werden. - In Sachsen-Anhalt werden noch knapp 1.000 neue Lehrerinnen und Lehrer gesucht. Das Bildungsministerium erklärte, Seiteneinsteiger seien willkommen.

In der Debatte um einen Nachfolger für das Neun-Euro-Ticket hat der Landkreistag vor Finanzierungslücken im öffentlichen Nahverkehr gewarnt.

Verbands-Präsident Sager sagte der "Rheinischen Post", die aktuelle Diskussion verlaufe seit Wochen falsch herum. Wegen der massiv gestiegenen Energie-Kosten reichten die derzeitigen Gelder nicht aus, um den bestehenden Nahverkehr zu finanzieren. Die Erfahrungen mit dem Neun-Euro-Ticket zeigten aber, dass der Ausbau des Angebots wichtiger sei als ein sehr günstiges Ticket. - Die Verkehrsminister von Bund und Ländern beraten heute per Videoschalte über ein bundesweites Nahverkehrs-Ticket.

Immer mehr Kinder in Deutschland sind arm oder von Armut bedroht.

Wie die Augsburger Allgemeine unter Berufung auf das Bundesarbeitsministerium berichtet, ist die sogenannte Armutsgefährdungs-Quote auf den höchsten Stand seit Jahren gestiegen. 2021 lag sie demnach bei 20,8 Prozent. 2020 seien es 20,4 Prozent gewesen, 2015 noch 19,7 Prozent. Kinder gelten als armutsgefährdet, wenn sie in Haushalten leben, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben. Linke-Fraktionschef Bartsch warnte angesichts der Inflation vor einem weiteren massiven Anstieg der Kinderarmut. Für Familien müsse es einen Schutzschirm und eine armutsfeste Kindergrundsicherung geben.

Die Deutsche Umwelthilfe verlangt vom Bund die komplette Kostenübernahme für eine Nachfolgelösung des 9-Euro-Tickets.

Für das von der Umwelthilfe bevorzugte 365-Euro-Klima-Ticket seien vier Milliarden Euro pro Jahr nötig. Der Verein betonte, die Bundesländer dürften zur Mitfinanzierung nicht herangezogen werden. Weitere Bundesmittel brauche es für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Heute beraten die Landesverkehrsminister mit Bundesminister Wissing über ein mögliches Nachfolgemodell des 9-Euro-Tickets im Nahverkehr.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Rainer Holznagel, hat eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gefordert.

Der "Bild" sagte Holznagel, er halte die aktuelle Debatte für angemessen: "Ich wünsche mir aber nicht nur Einzelmaßnahmen, wie die angemessene Bezahlung von Intendanten, sondern eine wirkliche Reform des gesamten Systems." Holznagel unterstrich, dass schon heute beispielsweise die Pensionslasten sehr hoch seien. Auch die Verwaltung sei "fragwürdig", so Holznagel. "Deshalb muss alles auf den Tisch."

Im Krieg gegen die Ukraine gerät die russische Luftwaffe nach britischer Einschätzung zunehmend unter Druck.

In den vergangenen zehn Tage habe Russland offensichtlich vier Kampfjets verloren. Seit Beginn des Angriffs seien es damit insgesamt 55 Maschinen. Das teilte das Verteidigungsministerium in London mit und beruft sich dabei auf Geheimdienst-Erkenntnisse. Möglicherweise gehe die russische Luftwaffe ein größeres Risiko ein, um Bodentruppen aus nächster Nähe zu unterstützen, hieß es weiter.

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7 min 07.10.2022 | 00:05 Uhr

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