Urteil am Landgericht Bewährungstrafen nach Überfall auf Magdeburger Shisha-Bar

Im August 2019 sorgten zwei Überfälle auf eine Shisha-Bar am Magdeburger Hasselbachplatz für Schlagzeilen. Damals fielen auch Schüsse. Jetzt sind die Urteile gegen vier Männer gesprochen worden.

Mehere Polizeiwagen vor einer Shisha-Bar.
Im August 2019 war eine Shisha-Bar am Hasselbachplatz gleich zwei Mal überfallen worden. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich

Nach Überfällen auf eine Shisha-Bar in Magdeburg hat das Magdeburger Landgericht am Dienstag die Urteile gesprochen. Das Gericht verurteilte vier Männer aus dem Kaukasus wegen gefährlicher Körperverletzung zu Bewährungsstrafen zwischen neun Monaten und zwei Jahren. In das Urteil flossen laut Gericht teilweise andere Strafen mit ein. Zwei Männer wurden nach Jugendrecht verurteilt. Die Staatsanwaltschaft war ursprünglich von Schutzgelderpressung ausgegangen. Das Gericht sah dafür keine Anhaltspunkte.

Vier Angeklagte aus dem Kaukasus

Vier Männer im Alter zwischen 20 und 23 Jahren waren angeklagt, wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Köperverletzung und Sachbeschädigung. Einer der beiden 20-Jährigen war nach Aussagen des Gerichts nur bei einem Überfall auf die Shisha-Bar am Magdeburger Hasselbachplatz dabei.

Zwei Überfälle im August 2019

Im Sommer 2019  sollen die Männer die Shisha-Bar attackiert haben. Dabei stießen sie laut Anklage zunächst Mobiliar und Wasserpfeifen im Außenbereich um. Anschließend sollen sie in die Bar eingedrungen sein und den Besitzer sowie Gäste mit Messern attackiert haben. Einige Gäste waren zum Teil erheblich verletzt worden. Ein paar Tage später, beim zweiten Überfall auf die Shisha-Bar, führten die Angreifer neben den Messern auch eine Pistole und Baseballschläger mit sich. Schüsse in Richtung der Gäste im Außenbereich wurden abgegeben. Ein Mann wurde mit einem Messer verletzt

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann Revision eingelegt werden.

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 24. März 2020 | 15:00 Uhr

2 Kommentare

Fuerst Myschkin vor 9 Wochen

Wieder ein Urteil, das man nicht als "im Namen des Volkes" gesprochen, bezeichnen kann. Können sich solche Richter überhaupt noch im Spiegel ansehen, ohne vor Scham zu erröten? Die deutsche Justiz zeigt derzeit den gleichen desolaten Zustand, der gerade in der aktuellen Corona- Krise aller Orten beobachtet werden kann. Wenn man Gerichtsurteile nicht mehr nachvollziehen kann, obwohl man nach der poltischen Wende in einem Beruf arbeitete, der direkt mit dem Recht zu tun hatte, stimmt etwas nicht mehr in diesem Land. Die Praxis in der Rechtsprechung Deutscher Gerichte & hier konkret die offensichtliche Ungerechtigkeit vieler Urteile, bereitet mir echt Sorge.

MiSt vor 9 Wochen

 "...in die Bar eingedrungen sein und den Besitzer sowie Gäste mit Messern attackiert haben. Einige Gäste waren zum Teil erheblich verletzt worden."; "...beim zweiten Überfall auf die Shisha-Bar, führten die Angreifer neben den Messern auch eine Pistole und Baseballschläger mit sich. Schüsse in Richtung der Gäste im Außenbereich wurden abgegeben. Ein Mann wurde mit einem Messer verletzt."
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Und die Antwort unserer wehrhaften Demokratie in Richtung der kriegserprobten und gewaltbereiten Tschetschenen?
"...Bewährungsstrafen zwischen neun Monaten und zwei Jahren."

Dieses Urteil beeindruckt gewiss nachhaltig und schreckt Nachahmer sicher ab. Ein weiterer Meilenstein im Kampf gegen die organisierte Kriminalität und jeglichen Aufwand und Kosten wert. (Zynismus aus)

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