08.03.2020 | 20:45 Uhr Katja Meier zum Frauentag: In Sachsen fehlen Beispielgeberinnen

Grüne Sachsen
Bildrechte: dpa

Zum Internationalen Frauentag hat Sachsens Gleichstellungsministerin Katja Meier weitere Anstrengungen gefordert, um die Situation von Frauen auch künftig zu verbessern. Meier sagte MDR SACHSEN, es gebe noch viel zu tun. Sie verwies auf Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern und Gewalt gegen Frauen. In den Bereichen Wirtschaft und Politik gebe es noch viel zu tun.

Das liegt vor allem an Netzwerken, die Männer eher unterstützen als Frauen. Und es gibt zu wenig Frauen, die Beispielgeberinnen sind. Sei es in der Wirtschaft oder sei es in der Politik. Und es fehlen schlichtweg auch die Rahmenbedingungen, die Gesetze. Stichwort: Quoten. Stichwort: Gleichstellungsgesetz.

Katja Meier Gleichstellungsministerin Sachsen

Weibliche Vorbilder müssten bereits in der Schule und im Kindergarten vermittelt werden, so die Ministerin. Unterstützt wird Meier von Sachsens Handwerkspräsident Roland Ermer. Der Bäckermeister sagte während einer Festveranstaltung im Sächsischen Landtag: "Überall dort, wo es gelingt, Frauen auch in die Vorstände zu bekommen in Innungen zu bekommen, dort ist auch das Klima ein anders, die Diskussionen sind besser und auch der Input, der von Frauen kommt ist halt ein anderer, als von einem Mann und der rundet einfach das Bild ab."

Frauen sind einfach die Hälfte der Gesellschaft - dass die da so unterrepräsentiert sind - das ist nicht gut.

Roland Ermer Präsident Sächsischer Handwerkstag

Frauenflashmob in Pirna
Auf dem Marktplatz in Pirna haben sich am Nachmittag rund 40 Frauen zu einem sogenannten Tanz-Flashmob versammelt. Sie wollten damit gegen Gewalt, Diskriminierung und Unterdrückung von Frauen und Mädchen protestieren. Bildrechte: Daniel Förster

Anlässlich des Frauentages demonstrierten in Deutschland tausende Menschen für mehr Frauenrechte. In Sachsen gab es unter anderem Aktionen in Dresden, Pirna, Görlitz und Leipzig.

Quelle: MDR/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 08.03.2020 | 19:00 Uhr

12 Kommentare

Rotti vor 11 Wochen

Schön, dass wir hier so frei und offen diskutieren können.
Das macht der demokratische Rechtsstaat erst möglich.
Es gibt mE. keine Vorschrift, was eine Landesmutter darf oder nicht. Die Ära Biedenkopf hat den Freistaat nach vorn gebracht. Einen Teil hat die damalige Landesmutter beigetragen.
Ich erkenne da auch ihr Alleinstellungsmerkmal.

Bernd1951 vor 11 Wochen

Ich will Frau Biedenkopf nichts vorwerfen. Es kann gut sein, dass dieses Büro in den Anfangsjahren eine Anlaufstelle für die Probleme der Bürger Sachsens war. Es hatte jedoch keine demokratische Legitimation wie der Landtag mit seinen Ausschüssen und die Staatsregierung. Auch wenn das Büro aus dem Topf der Staatskanzlei bezahlt wurde, war es das Büro einer Privatperson. Da sind die Worte " einen wichtigen Aufbaubeitrag für die Demokratie im Freistaat geleistet." m. E. fehl am Platz. Natürlich ist es für die Frau des Ministerpräsidenten immer verlockend über ihren Mann in die Abläufe in der Landesverwaltung einzugreifen, aber für den Aufbau einer Demokratie ist es nicht nützlich.

Bernd1951 vor 12 Wochen

Sie meinen doch hoffentlich nicht die Arbeit ihres Büros, das sie als Privatfrau betrieben hat und sich vom Steuerzahler hat bezahlen lassen. Sie hat damit als Privatfrau Aufgaben des Staats (Petitionsausschuss) erledigt. Kurt Biedenkopf war der Ministerpräsident und nicht seine Frau.
Es mag für den einzelnen Fall hilfreich gewesen sein, untergräbt aber etwas die Gewaltenteilung in einem demokratischen Staat.

Mehr aus der Landespolitik

Mehr aus Sachsen