Aussterben der Dinosaurier Asteroid traf Erde im tödlichsten Winkel

Das Aussterben der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren wurde höchstwahrscheinlich durch einen Asteroiden verursacht. Nun scheint auch klar, warum: Der Himmelskörper traf die Erde in einem denkbar ungünstigen Winkel.

Aussterben Dinosaurier
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Dass ein Asteroid zum Aussterben der Dinos führte, ist mittlerweile ziemlich gut belegt. Nun haben Forscher um Gareth Collins vom Londoner Imperial College auch den Grund gefunden, warum die Riesentiere so schnell das Zeitliche segneten: Der Himmelskörper traf auf die Stelle im heutigen Mexiko in einem Winkel, der für maximal tödliche Auswirkungen sorgte.

Aussterben war kein langsamer Prozess

Gareth Collins
Planetenforscher Gareth Collins vom Londoner Imperial College Bildrechte: Gareth Collins

Für ihre Studie, die im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlicht wurde, simulierten die Wissenschaftler (u.a. auch von der Universität Freiburg) den Einschlag nach eigenen Angaben erstmals komplett in 3D vom Auftreffen des Asteroiden bis zum finalen Krater. Dafür nutzten sie auch Ausgrabungen in der Chicxulub-Region auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán, wo sich heute Teile des Kraters befinden.

Demnach betrug der Einschlagwinkel rund 60 Grad, was eine maximale Freisetzung von klimaverändernden Gasen wie Schwefel bedeutete. So wurde schließlich die Sonneneinstrahlung auf Jahre blockiert und das Leben auf der Erde zu 75 Prozent getötet - inklusive aller Dino-Arten. "Für die Dinosaurier war es tatsächlich das Worst-Case-Szenario", erklärt Collins.

Einschlag führte zu nuklearem Winter

Laut dem Planetenforscher war der sehr steile Winkel dabei der mit den tödlichsten Auswirkungen, da so extrem viele gefährliche Trümmer in die Luft geschleudert und überall verteilt wurden - der Hauptgrund für den sich anschließenden nuklearen Winter.

Dabei wirkte der Schwefel in der Atmosphäre so tödlich, weil er schnell sogenannte Aerosole bildete, kleine Partikel, die die Sonnenstrahlen besonders stark blockieren. Die Photosynthese der Pflanzen wurde damit abrupt gestoppt und das Klima kühlte sich rasch ab.

Krater liefert Rückschlüsse auf Asteroiden

Neben dem Grund für das Ableben der Dinos liefert die Studie auch Einsichten zur Entstehung von Kratern im allgemeinen. "Große Krater wie Chixculub werden in wenigen Minuten geformt und verursachen eine beeindruckende Menge an Schutt, der um die Einschlagstelle abgelagert wird", erklärt der Co-Autor Thomas Davison.

Letztlich sollen so künftig auch Rückschlüsse getroffen werden können auf den Asteroiden, der damals die Erde so verheerend traf. Wer es nun eventuell mit der Angst bekommen haben könnte: Auch wenn sich immer mal wieder ähnliche Himmelskörper unserem Planeten nähern - eine vergleichbare Katastrophe wie vor 66 Millionen Jahren steht vorerst zum Glück nicht zu befürchten.

cdi

2 Kommentare

waldi4711 vor 6 Wochen

Kaum vorstellbar, dass ein Asteroid diese Giganten gestoppt hat - waren sie noch da, hatten wir Säugetiere uns nie so weit entwickeln können, auch wenn es traurig ist, dass sie ausgestorben sind.
Und gut zu wissen, dass es vorerst nicht wieder einen Einschlag mit einem solch ungünstigen Winkel geben wird :-)

waldi4711 vor 6 Wochen

Kaum vorstellbar, dass ein Asteroid es geschafft, diese Giganten zu stoppen. Aber gut zu wissen, dass es sobald nicht wieder einen Einschlag mit einem solch ungünstigen Winkel geben wird :-)

Dinosaurierskelett 5 min
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In den Museen Mitteldeutschlands schlummern viele Objekte, die Besucher nur selten oder nie zu sehen bekommen. Zum Beispiel diese fünf Dinosaurierskelette, die im Naturkundemuseum Chemnitz untersucht werden.

Mo 23.12.2019 14:02Uhr 04:54 min

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/video-sonstige/video-dinosaurierskelett-chemnitz-hidden-100.html

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