Impfung gegen Covid-19 Astrazeneca: Neue Tests zeigen 79 Prozent Schutz

Astrazeneca hat seinen Impfstoff noch einmal an 39.000 Versuchsteilnehmern in Nord- und Südamerika getestet. Die Schutzwirkung betrage demnach 79 Prozent. US-Behörden haben aber Zweifel.

AstraZeneca COVID-19-Impstoff
Impfstoff von Astrazeneca (Archivbild): Der schwedisch-britische Pharmakonzern legt nun neue Daten zur Wirksamkeit vor. Bildrechte: dpa

Astrazeneca hat neue Ergebnisse von klinischen Phase-3-Tests seines Impfstoffs veröffentlicht. Per Pressemitteilung sprach der schwedisch-britische Konzern von einer Schutzwirkung von 79 Prozent vor einer symptomatischen Infektion mit Sars-CoV-2. An den neuen Tests hatten 39.000 Personen in Chile, Peru und den USA teilgenommen.

Zwei Drittel der Teilnehmer hatten zwei Dosen des Impfstoffs im Abstand von 28 Tagen erhalten, das übrige Drittel bekam zwei Placebos. Insgesamt habe es unter den Versuchspersonen 141 Fälle einer symptomatischen Covid-19 gegeben, in der Mitteilung wurde allerdings noch nicht offengelegt, wie sie auf Impf- und Kontrollgruppe verteilt waren. Auch wie viele schwere Verläufe und Todesfälle es während des Versuchszeitraums gab, teilte das Unternehmen noch nicht mit, lediglich, dass der Impfstoff einen 100-prozentigen Schutz gegen lebensbedrohliche Erkrankungen biete.

Kritik an früherer Phase-3-Studie

Laut einem Bericht des Magazins Science hatte Astrazeneca die Versuche gestartet, weil für eine Zulassung in den USA offenbar weitere Daten erforderlich sind. Viele Experten hatten das Design der Phase-3-Studien des Impfstoffs kritisiert. Dort waren am Ende die Ergebnisse verschiedener Versuche zusammengefasst worden, obwohl es zwischen den einzelnen Versuchsgruppen große Unterschiede gab, sowohl hinsichtlich der Menge des verabreichten Impfstoffs als auch des zeitlichen Abstands zwischen den Dosen. Zudem waren nur wenige Menschen über 65 Jahre in die Versuche eingeschlossen worden.

Im Vereinigten Königreich, der EU und einigen weiteren Ländern wird der Impfstoff trotzdem eingesetzt. Erste Daten aus Schottland zeigten eine sehr gute Wirksamkeit bei Senioren. Daraufhin wurde die in Deutschland zunächst beschlossene Beschränkung auf unter 65-Jährige aufgehoben. Astrazeneca wird nun auch an Senioren ausgegeben.

In den USA haben die Behörden allerdings auch an den neuen Daten Zweifel angemeldet. Diese seien möglicherweise veraltet. Laut einem Bericht der Tagesschau erklärte Anthony Fauci, Chef des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) der USA, seine Behörde werde den Impfstoff unabhängig prüfen. Astrazeneca kündigte eine enge Zusammenarbeit mit den US-Behörden an, um die Zweifel auszuräumen.

Nebenwirkung: Sinusvenenthrombose ist behandelbar

In den vergangenen Wochen hatte zudem eine seltene Nebenwirkung für weitere Verunsicherung gesorgt. Wegen sogenannter Sinusvenenthrombosen stoppten Dänemark, Deutschland und weitere EU Länder vorübergehend die Ausgabe des Impfstoffs. In etwa sieben Fällen pro 1,7 Millionen Impfdosen traten nach der Impfung Blutgerinnsel im Gehirn auf, sechs der Betroffenen waren Frauen. In drei Fällen starben die Betroffenen an den Folgen der Thrombose. Inzwischen hat die Universitätsklinik in Greifswald mitgeteilt, die Ursache dieser Nebenwirkung ermittelt und eine Therapie dagegen gefunden zu haben. Die Impfungen mit Astrazeneca wurden wieder aufgenommen.

Bei dem Impfstoff handelt es sich um eine sogenannte Vektorimpfung. Ein harmloses Erkältungsvirus – in diesem Fall eines, das unter Schimpansen zirkuliert – wurde genetisch so verändert, dass es nun einen kleinen Teil der Erbinformation des Coronavirus trägt. Mit dieser Erbinformation löst es bei den Geimpften eine Immunreaktion aus, die anschließend gegen Sars-CoV-2 schützt.

Anpassung an Südafrikavariante geplant

Bei Versuchen in Südafrika hatte sich gezeigt, dass Astrazeneca genau wie andere Impfstoffe auch eine stark verminderte Wirkung gegen die Virusmutante B.1.351 zeigt, die der menschlichen Immunreaktion teilweise entkommen kann. Das Pharmaunternehmen hat bereits angekündigt, seinen Impfstoff an diese Variante anzupassen. Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Impfstoffe, die vor B.1.351 schützen, auch wirksam gegen die anderen Varianten des Virus sind.

(ens)

1 Kommentar

Dragonera vor 3 Wochen

Ich liebe die Fa.Astra und ihr Vorgehen.Keine Übersicht über Dokumentationen,werden aus USA nachgereicht...und nu gebunkerte Impfstoffdosen zum Export...erhöht das Vertrauen ungemein:-)))