Weltraumtouristen fliegen mit Blue Origins NS-21-Mission ins Weltall

Am 4. Juni könnten die nächsten Weltraumtouristen mit dem privaten Raumfahrtunternehmen Blue Origin an die Grenze des Weltraums gebracht werden. Erst Ende März hatte das Unternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos die letzten Touristen in den Orbit befördert.

Die New Shepard Suborbitalrakete vom privaten Raumfahrtunternehmen Blue Origin am Startplatz in einer steppenartigen Landschaft. Der Himmel ist gelblich.
Die New Shepard Suborbitalrakete vom privaten Raumfahrtunternehmen Blue Origin am Startplatz in einer steppenartigen Landschaft in Texas. Es wird der vierte bemannte Raumflug der Firma werden. Bildrechte: Blue Origin

Update 31. Mai 2022, 21:50 Uhr (MESZ)
Laut einer Pressemitteilung von Blue Origin soll der Launch der NS-21-Mission am Samstag, den 4. Juni, erfolgen. Das Startfenster soll sich um acht Uhr morgens (Ortszeit, zentrale Tageslichtzeit Nordamerika) öffnen. In Deutschland wird es dann 15 Uhr (MESZ) sein. Der Livestream soll eine Stunde vorher beginnen, beispielsweise auf dem
YouTube-Kanal des privaten Raumfahrtunternehmens Blue Origin.

Update 30. Mai 2022, 12:25 Uhr (MESZ)
Der Start der NS-21-Mission wird sich voraussichtlich auf Juni verschieben. Einen genauen Starttermin gibt es noch nicht.


Update 20. Mai 2022, 10:15 Uhr (MESZ)
Der Flug der NS-21-Mission verschiebt sich auf ungewisse Zeit. Bei den letzten Checks habe man bei Blue Origin festgestellt, dass eines der Back-up-Systeme von New Shepard nicht den Erwartungen entspricht.

Originalbeitrag vom 16. Mai 2022:
Die nächsten sechs Weltraumtouristen könnten am 20. Mai für einen kurzen Moment die Schwerelosigkeit genießen. Das private Raumfahrtunternehmen Blue Origin will die fünf Touristen und eine Touristin mit der NS-21-Mission vom eigenen Raumhafen aus an die Grenze des Weltalls befördern. Auf Twitter gab das Unternehmen 15:30 Uhr MESZ als Startermin bekannt.

Diese Grenze befindet sich in 100 Kilometern Höhe und wird auch Kármán-Linie genannt. Bisher war es dem Unternehmen immer gelungen, seine Kunden und Kundinnen über diese Linie hinaus zu bringen – anders als die Konkurrenz von Virgin Galactic, die diese Grenze noch nicht überschreiten konnte. 

Der Flug ins Weltall

Blue Origin
Das Innere der Raumkapsel New Shepard von Blue Origin. Bildrechte: imago images/UPI Photo

Doch bereits vor dieser imaginären Grenze befindet sich die Besatzung in der Schwerelosigkeit. Diese dauert aber nur wenige Minuten an. Die gesamte Flugdauer liegt bei etwas mehr als zehn Minuten. Zunächst werden die sechs Touris, die sich in der New-Shepard-Raumkapsel befinden, mit der gleichnamigen Rakete gen Weltraum befördert. 

Dann beginnt die Schwerelosigkeit und die zahlenden Gäste können ihre Gurte abschnallen und durch die Raumkapsel schweben. Die Rakete steuert dann autonom wieder Richtung Erde, wo sie wieder auf der West Texas Suborbital Launch Site (engl. Suborbitaler Startplatz Westtexas) landen soll. 

Die Weltraumtouristin und die fünf -Touristen

Für den kurzen Spaß geben die Kundinnen und Kunden von Blue Origin ungefähr 28 Millionen US-Dollar pro Sitzplatz aus. Meistens befindet sich noch ein gesponserter Sitzplatz an Bord der Missionen.  

Wie der von Katya Echazarreta, die gerade ihren Masterabschluss in Elektro- und Computertechnik an der Johns Hopkins University macht und Co-Moderatorin der YouTube-Serie "Netflix IRL" und "Electric Kat" in der CBS-Show "Mission Unstoppable" ist. Zudem hatte die gebürtige Mexikanerin fast vier Jahre am Jet Propulsion Laboratory der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa gearbeitet und war in die Projekte des Marsrovers Perseverance und der Raumsonde Europa Clipper involviert. 

Die Besatzung der NS-21-Mission vom privaten Weltraumunternehmen Blue Origin (oben, v.l.n.r.): Evan Dick, Katya Echazarreta und Hamish Harding. Victor Correa Hespanha, Jaison Robinson und Victor Vescovo (unten, v.l.n.r.).
Die Besatzung der NS-21-Mission vom privaten Weltraumunternehmen Blue Origin (oben, v.l.n.r.): Evan Dick, Katya Echazarreta und Hamish Harding. Victor Correa Hespanha, Jaison Robinson und Victor Vescovo (unten, v.l.n.r.). Bildrechte: Blue Origin

Auch der Sitz des 28-jährigen Ingenieurs Victor Correa Hespanha wurde gesponsert. Diesmal jedoch von der Crypto Space Agency, die laut eigenen Angaben die Technologie der Raumfahrtindustrie mit den Kryptomärkten kombinieren will. Mit dem jungen Mann fliegt der zweite Brasilianer ins All.

Evan Dick ist zum zweiten Mal dabei und flog bereits bei der NS-19-Mission mit. Er ist Ingenieur, Investor und geschäftsführendes Mitglied von Dick Holdings. Hamish Harding hält mehrere Weltrekorde in der Luftfahrt und war bereits zweimal am Südpol und einmal in einem Mini-U-Boot in einer Tiefe von knapp 11.000 Metern. 

Ebenfalls in der Antarktis war der Besitzer der Gewerbeimmobilien-Firma JJM Investments, Jaison Robinson. Dort ist er eine Woche lang gewandert. Zudem spielte er Wasserball in Stanford und in der Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten. Und auch Victor Vescovo war bereits am Südpol wo er den "Explorer's Grand Slam" absolvierte – eine Challenge, zu der die Besteigung der sieben Weltgipfel und Skifahrten zum Nord- und Südpol gehören. 

Weltraum für alle? Nicht wirklich

Der Flug wird wieder live auf dem YouTube-Kanal des privaten Raumfahrtunternehmens übertragen. Das Startfenster des Launches wurde noch nicht bekannt gegeben.

 

0 Kommentare