Start zweier Galileo-Satelliten

Die überarbeiteten Galileo-Satelliten FM23 und FM24 sollen am 5. Dezember ins Weltall gebracht werden. Das gesamte System wird vermutlich ab 2024 in Betrieb gehen. Mehr dazu:

Eine künstlerische Darstellung des Galileosatelliten der europäischen Raumfahrtbehörde ESA. In der unteren Bildhälfte befindet sich die Erde, in der oberen Hälfte das Weltall. Drei Satelliten umkreisen die Erde, einer links und einer rechts im Hintergrund. Der dritte Satellit befindet sich im rechten Vordergrund und ist an der Seite vom Billdrand abgeschnitten.
Eine künstlerische Darstellung des Galileosatelliten der europäischen Raumfahrtbehörde ESA. Bildrechte: J.Huart, ESA

Update 03.12.2021
Der Launch der beiden Galileo-Satelliten wurde erneut verschoben. Der Start soll nun am 5. Dezember um 1.19 Uhr (MEZ) erfolgen.

Update 01.12.2021
Der Start der beiden Galileo-Satelliten wurde auf den 3. Dezember verschoben. Um 1.27 Uhr (MEZ) soll die Mission starten. Das Event wird live auf YouTube übertragen.

Von Französisch-Guyana aus sollen am 1. Dezember zwei europäische GPS-Satelliten in den Orbit aufbrechen. Die Galileo-Satelliten FM23 und FM24 sollen mit einer russischen Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumhafen Kourou vermutlich gegen 1.35 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) starten.  

Galileo soll mit GPS kompatibel sein

Mit dem Galileo-Satellitensystem will die europäische Raumfahrtbehörde gemeinsam mit der EU die Unabhängigkeit von den Navigationssystemen der Amerikaner (GPS) und Russen (GLONASS) gewährleisten. Bei der ESA heißt es, dass Europa "großen Wert darauf gelegt [hat], dass Galileo nicht gegen, sondern mit GPS arbeiten wird. Es basiert auf derselben Grundtechnologie wie GPS, ist kompatibel und bietet zusammen mit GPS eine wesentlich höhere Genauigkeit sowie erhöhte Ausfallsicherheit".

Der Start wird vom Galileo-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen aus überwacht werden. Bisher wurde die Start- und Frühbetriebsphase (LEOP) der Galileo-Satelliten von einem externen Missionskontrollzentrum aus überwacht – entweder vom ESOC-Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt oder vom Standort der französischen Raumfahrtbehörde CNES in Toulouse. Somit wird es eine Premiere für das Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen werden. 

Galileo wurde rundum erneuert

Die neuen Satelliten wurden mit einem Update ausgestattet, mit dem man versucht hat, "Anomalien zu beseitigen und die allgemeine Zuverlässigkeit durch die Einführung modernster Technologien zu erhöhen, die auch den Weg für künftige Erweiterungen ebnen. Die Aufrüstung verbessert auch die Cybersicherheit und die Sicherheitsüberwachung des Systems erheblich und macht die Satelliten sicherer als je zuvor", so der GCS-Systemingenieur Pedro Rodríguez de Andrés. 

Das Update schien auch bitternötig zu sein, erklärt de Andrés: "Das ursprüngliche Design des Galileo-Kontrollsegments stammt aus den frühen 2000er-Jahren und wurde ständig weiterentwickelt, um mit der Anzahl der Galileo-Starts Schritt zu halten, doch nun war es an der Zeit für eine komplette Überarbeitung." Nach voraussichtlich zwei weiteren Starts soll das Galileo-System dann ab 2023 betriebsfähig sein – wobei es wahrscheinlich nicht vor 2024 komplett in Betrieb genommen wird.

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