Covid-19 Freitesten nach fünf Tagen Quarantäne: Wie sicher ist das Ergebnis?

Antigen-Schnelltests erkennen Corona nicht ganz so zuverlässig wie ein PCR-Test und das Ergebnis wird beeinflusst davon, wann sich jemand im Verlauf der Infektion testet. Das zeigt eine aktuelle Studie aus den USA.

Auf einem Tisch liegen die Testergebnisse von den Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 einer ganzen Familie.
Corona-Schnelltests zeigen vor allem kurz nach Beginn der Symptome ein positives Ergebnis an (Symbolfoto). Bildrechte: IMAGO/Fotostand

In Deutschland sollen sich Covid-19-Erkrankte nur noch fünf Tage lang in Quarantäne begeben, das hat das Robert Koch-Institut in seiner neuen Verordnung festgelegt. Danach wird empfohlen, sich per Antigen-Schnelltest freizutesten. Doch selbst wenn ein solcher Test negativ ausfällt: Wie zuverlässig ist das Ergebnis? Hinweise dazu liefert eine aktuelle Studie von Forschenden der CDC, dem US-Pendant des deutschen RKIs.

Vergleich der Testergebnisse von Infizierten und Nichtinfizierten

Viktoria Chu und ihr Team untersuchten die Verläufe der Testergebnisse bei einer Kohorte von 225 Erwachsenen und Kindern, die eine durch PCR-Tests bestätigte Infektion hatten. Sie waren Teil einer noch größeren Kohorte von Versuchspersonen, bei denen die meisten nicht infiziert waren, die aber zum Vergleich dennoch durchgehend getestet wurden.

Bei den Infizierten verglichen die Forscher die Ergebnisse der täglich durchgeführten Antigen-Schnelltests mit PCR-Tests und Tests mit Viruskulturen. Die Tests wurden zwischen Januar und April 2021 durchgeführt, als noch die Alpha-Variante von Sars-CoV-2 dominant war, daher können die Ergebnisse nicht eins zu eins auf die derzeitige Situation bei Omikron angewendet werden. Doch sie geben einen Hinweis.

Antigen-Schnelltests oft erst an Tag vier der Infektion positiv

194 der 225 Versuchsteilnehmer waren zum Zeitpunkt der Teilnahme noch ungeimpft. Mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren waren die meisten eher jung und in vielen Fällen entwickelten die Infizierten trotz eines positiven Tests keine Symptome. Medizinisches Personal hatte zunächst bei allen Testpersonen einen professionell durchgeführten Nasenrachenabstrich und einen PCR-Test durchgeführt, anschließend erhielten die Teilnehmenden 15 Antigen-Schnelltests der nicht in Deutschland erhältlichen Marke QuickVue. Diese Tests sollten die Teilnehmer täglich durchführen.

Ein PCR-Test erkannte eine Infektion in der Regel drei Tage nach Beginn der Symptome. Hier waren 95 Prozent der durchgeführten Tests positiv. Die Antigentests benötigten in der Regel einen Tag länger. Hier zeigten die meisten Teststreifen erst nach vier Tagen ein positives Ergebnis – und das auch nur bei 77 Prozent der Versuchspersonen, die im Lauf der Untersuchungszeit ein positives PCR-Ergebnis hatten. In Viruskulturtests, bei denen die Forscher aus Abstrichen gewonnene Viren in Zellkulturen anzüchteten, wurden die meisten positiven Ergebnisse (66 Prozent) bereits nach zwei Tagen gefunden.

PCR-Test bleibt am längsten positiv – Ansteckungsgefahr wird aber geringer

Die Zuverlässigkeit der Schnelltests erhöhte sich jedoch, wenn sie an mehreren Tagen hintereinander durchgeführt wurden. Die Tests schlugen dann in der Anfangsphase der Infektion mindestens einmal an. Sie wurden dann allerdings auch schneller wieder negativ. Sechs Tage nach Krankheitsbeginn, das entspricht dem Zeitpunkt, an dem in den USA die Isolationspflicht endet, waren noch 86 Prozent der durchgeführten PCR-Tests positiv.

Die Antigen-Schnelltests zeigten zugleich nur in 61 Prozent der Fälle ein positives Ergebnis an. In Zellkulturen wiederum zeigten nur noch 36 Prozent der Proben vermehrungsfähige Viren, was einen Hinweis darauf gibt, dass die meisten Versuchspersonen zu diesem Zeitpunkt trotz positivem PCR-Test wahrscheinlich nicht mehr ansteckend für andere waren.

PCR-Tests bleiben am längsten positiv

Elf Tage nach Symptombeginn konnte bei den PCR-Tests noch in 86 Prozent der Fälle Viruserbgut in der Abstrichprobe festgestellt werden. Antigen-Schnelltests zeigten dagegen nur noch in 16 Prozent der Fälle ein positives Ergebnis und das Virus konnte nur noch in neun Prozent der Fälle in Zellkulturen vermehrt werden.

Impfungen reduzierten die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ergebnisses bei Schnelltests und Personen ohne Symptome hatten (trotz durch PCR bestätigte Infektion) ebenfalls seltener positive Schnelltests. Auch waren die Schnelltests weniger genau vor und zu Beginn der Symptome.

Zu diesen Aussagen muss allerdings eingeschränkt werden, dass die Antigen-Schnelltests je nach Hersteller, Modell und mitunter auch Auslieferungscharge von sehr unterschiedlicher Qualität sind. Laut dem deutschen Paul-Ehrlich-Institut gibt es durchaus sehr zuverlässige Schnelltests.

(ens)

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