Covid-19-Impfung Corona und Menstruation: Impfnebenwirkung auf Periode nicht erkennbar

In sozialen Medien teilen einige Frauen Meldungen, wonach sie nach ihrer Covid-Impfung Veränderungen ihrer Regelblutungen erlebten. Das Paul-Ehrlich-Institut kann bislang aber keinen Zusammenhang bestätigen.

Eine Frau hält sich verkrümmt den Bauch.
Auf twitter berichten einige Frauen über Unregelmäßigkeiten bei ihrer Monatsblutung. In den Meldungen über Nebenwirkungen sei aber kein Zusammenhang zur Impfung erkennbar, teilt das Paul-Ehrlich-Institut mit. (Symbolfoto) Bildrechte: Colourbox.de

Update 28. Juli 2020: Der aktuelle Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Insituts führt nun Meldungen über Zyklusstörungen nach einer Covid-Impfung auf. "Aufgrund der Spontanmeldungen und unter Berücksichtigung der Impfquote wird derzeit kein Risikosignal gesehen", heißt es dort bisher.

Es begann mit einem Tweet der amerikanischen Anthropologin Kathryn Clancy: Nach ihrer ersten Covid-Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Moderna erlebte sie eine verspätete, aber deutlich stärkere Regelblutung, schrieb sie in dem sozialen Netzwerk. Zahlreiche Frauen teilten die Nachricht oder ergänzten sie um eigene Erfahrungen. Allerdings: Auf Basis der bisher in Deutschland erhobenen Daten zur Corona-Impfung kann das für Arzneimittelsicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut bislang kein Signal auf eine weitere, durch die Impfung ausgelöste Nebenwirkung erkennen.

Kein Zusammenhang zwischen Impfung und Monatsblutung erkennbar

Im Gespräch mit MDR WISSEN sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek: "Wir bekommen tausende Verdachtsfallmeldungen pro Woche. Wir analysieren das im Detail." Einen Zusammenhang zwischen einer Corona-Impfung und einer Veränderung der Monatsblutung von Frauen sei aber bislang nicht erkennbar. "Ich wüsste auch nicht, über welchen Mechanismus es dazu kommen sollte", so Chichutek.

Das PEI überwacht einerseits Meldungen zu Nebenwirkungen, die von Geimpften über ihre Ärzte an das Institut gemeldet werden. Andererseits erhebt es direkt Daten, die Geimpfte nach ihren Impfdosen über die Safe-Vac-App mitteilen. Die Ergebnisse werden in Sicherheitsberichten zusammengefasst. Die aktuelle, elfte Ausgabe vom 10. Juni berichte zwar verschiedenen Blutungen, "aber weder spezifisch von Veränderungen bei der Regelblutung und vor allem kaum bei den mRNA-Impfstoffen", so das PEI in einer schriftlichen Mitteilung.

Herzmuskelentzündung unter Beobachtung

Laut Präsident Cichutek beschäftige sich sein Institut aktuell vor allem mit den bereits erkannten Sicherheitssignalen, also den selten vorkommenden, anaphylaktischen Reaktionen bei mRNA-Impfstoffen und den Thrombosen mit Thrombozytopenien nach Impfungen mit Vektorimpfstoffen. Beobachtet würden außerdem seltene Herzmuskelentzündungen bei jungen Männern, die zuletzt aus Israel berichtet wurden. "Das ist aber noch keine offiziell anerkannte Nebenwirkung sondern nur ein Signal, das weiter untersucht werden muss", so Cichutek.

Wenn Sie nach einer Impfung Nebenwirkungen erleben, die als solche (noch) nicht von Zulassungsbehörden wie dem Paul-Ehrlich-Institut erkannt worden sind - ganz besonders wenn sie mit gesundheitlichen Problemen verbunden sind - melden Sie diese ihrem Hausarzt oder nutzen Sie die Safe-Vac-App. Nebenwirkungen können von Forschern nur als solche erkannt werden, wenn die Daten dazu vorliegen. Sie können dazu beitragen, hier mehr Sicherheit für andere Menschen herzustellen.

(ens)

17 Kommentare

MDR-Team vor 8 Wochen

Hallo Sofie,
danke für die Schilderung Ihrer Erfahrung. Das Paul-Ehrlich-Institut überprüft tausende Verdachtsfallmeldungen pro Woche. Das PEI überwacht einerseits Meldungen zu Nebenwirkungen, die von Geimpften über ihre Ärzte an das Institut gemeldet werden. Andererseits erhebt es direkt Daten, die Geimpfte nach ihren Impfdosen über die Safe-Vac-App mitteilen. Die Ergebnisse werden in Sicherheitsberichten zusammengefasst.
Nebenwirkung der Impfung sind nicht von der Zahl der Fälle abhängig, sondern davon, ob ein wissenschaftlicher Beweis dafür erbracht werden kann. Auf Basis der bisher in Deutschland erhobenen Daten kann bisher kein Zusammenhang zwischen einer Corona-Impfung und einer Veränderung der Monatsblutung von Frauen festgestellt werden.

Sofie vor 8 Wochen

Auch ich, 45 Jahre alt, muss mit Problemen nach der Covid Impfung berichten. Natürlich kann es Menopause sein. Aber so direkt nach der Impfung? Deshalb habe ich mit meiner Mutter gesprochen und sie ausgefragt wann sie ihre ersten Menopause Anzeichen bekam. Erst mit fünfzig, entgegnete sie. Natürlich ist jeder Körper anders. Aber mein digitaler Kalender verzeichnet gravierende Unregelmäßigkeiten erst nach der Impfung.
Schade, dass keiner zuhören möchte! Oder ab wie vielen „Fällen“ ist gestörter oder gar zerstörter Zyklus als Nebenwirkungen zu registrieren?

kanndochnichsein vor 12 Wochen

Liebes MDR-Wissen-Team,
vielen Dank für Ihr Engagement und die Plattform, die Sie hier bieten. Ist auch okay, dass Sie im Sinne von "moderat" moderieren. Einzig erhebe ich Einspruch bei der Einschätzung "tragisch", da ich mich immer noch als handelnde Person sehe, der nicht etwas fortlaufend schicksalhaft widerfährt. Von daher könnten wir uns vielleicht auf "dramatisch" einigen, was mir noch etwas Spielraum für die Zukunft lässt, siehe Impfentscheidung ;-) In diesem Sinne einen guten Start in die Woche und alles Gute.