Astrazeneca und Biontech Studie zu Kombiimpfung: Guter Schutz, nicht mehr Nebenwirkungen

Nach der Uni Oxford legen nun auch spanische Mediziner Daten aus klinischen Tests vor, bei denen die Covid-19-Impfungen von Astrazeneca mit Biontech kombiniert wurden. Fazit: Guter Schutz, keine zusätzlichen Nebenwirkungen.

2ter Covid-19 Eintrag in einem Impfpass bei medizienischem Personal mit Serumflasche.
Impfpass mit eingetragenen mRNA-Impfungen: Die Kombination der beiden verschiedenen Impfstoffe von Astrazeneca und Biontech bewirkt spanischen Forschern zufolge auch eine sehr starke Immunreaktion. Bildrechte: imago images/Martin Wagner

Wie gut wirkt eine Kombination verschiedener Impfstoffe gegen Corona und kommt es dann zu mehr oder weniger Nebenwirkungen? Nach einer Studie aus Oxford liefern nun auch Mediziner aus Spanien Daten aus einer klinischen Phase-2-Untersuchung. Kurzes Fazit der "CombivacS" Studie: Die Kombination wirkte ähnlich gut wie zwei Impfungen mit dem gleichen Impfstoff. Stärkere Impfreaktionen wie bei der Studie in Oxford konnten aber nicht beobachtet werden.

Booster-Impfung für zu 150-fachem Anstieg der Antikörperwerte

Die CombivacS Studie wurde an insgesamt fünf Kliniken in Spanien durchgeführt. Die insgesamt 673 Versuchspersonen waren alle jünger als 60 Jahre (Altersdurchschnitt 44 Jahre, Frauenanteil 56 Prozent). Sie hatten mindestens acht Wochen zuvor eine erste Dosis des Vektorimpfstoffs Astrazeneca (Vaxzevria) erhalten. Dann wurde die Gruppe zufällig aufgeteilt. Ein Drittel erhielt ein Placebo, zwei Drittel erhielten eine Zweitimpfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer (Comirnaty).

Da es sich um eine Phase-2 Untersuchung handelt, liegen keine Daten zum Schutz vor Infektionen vor. Dafür hätten die Versuchsteilnehmer noch über einen langen Zeitraum beobachtet werden müssen. Stattdessen untersuchten die Mediziner mit zwei verschiedenen Labortests, wie stark die Geimpften Antikörper gebildet hatten. Bei denjenigen, die die Zweitimpfung erhalten hatten, stiegen die Titer, also die Menge der gebildeten Antikörper, in den 14 Tagen nach der Spritze um das 150-fache an. Bei der Placebogruppe konnten die Forscher keinen Anstieg der Antikörper feststellen.

Mit einem dritten Test, dem Neutralisationstest, überprüften die Forscher, ob die gebildeten Antikörper das Sars-Coronaviurs-2 wirksam blockieren konnten. Hier zeigte sich bei den mit Comirnaty Zweitgeimpften ein Anstieg der neutralisierenden Antikörper um das Siebenfache.

Nebenwirkungen: Wie bei Zweitimpfung mit mRNA erwartet

Bei den Nebenwirkungen blieben alle Versuchspersonen im Rahmen dessen, was die Forscher erwartet hatten. Die Booster-Impfung mit Comirnaty löst demnach etwas stärkere Reaktionen aus als die Erstimpfung. Doch keine der Teilnehmerinnen und Teilnehmer musst deswegen in Kliniken behandelt werden und benötigte auch keine zusätzliche medizinische Betreuung. Am häufigsten traten Schmerzen an der Einstichstelle auf, gefolgt von Kopfschmerzen (44 Prozent), Unwohlsein (41 Prozent), Schüttelfrost (25 Prozent), leichte Übelkeit (11 Prozent), Husten (7 Prozent) und Fieber (2,5 Prozent). Alle Nebenwirkungen klangen in der Regel nach zwei bis drei Tagen nach der Impfung wieder ab.

Die beobachtete Schutzwirkung unterscheide sich laut den Autoren der Studie nicht von derjenigen, die Geimpfte entwickeln, die zwei Mal den gleichen mRNA-Impfstoff erhalten hatten. Beim direkten Vergleich mit anderen klinischen Studien sei allerdings Vorsicht geboten, da hier die unterschiedliche Auswahl der Versuchspersonen und die Versuchsmethoden berücksichtigt werden müssten.

Die vorgelegten Daten liefern wichtige Antworten zur Kombination verschiedener Impfstoffe. Das ist ein wichtiges Anliegen, da so einerseits die laufenden Impfkampagnen weltweit beschleunigt werden können. Impfzentren müssen nicht unbedingt die Lieferung bestimmter Impfstoffe abwarten, sondern können die Stoffe nutzen, die verfügbar sind. Andererseits empfehlen manche Gremien wie die deutsche Stiko explizit die Kombination, nachdem bei den Vektorimpfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson in seltenen Fällen Thrombosen mit Thrombozytopneie Syndrome (TTS) aufgetreten waren. Sie hatten in noch selteneren Fällen zum Tod nach einer Sinusvenenthrombose geführt.

(ens)

Quelle

0 Kommentare