Covid-19 Impfungen, Booster und Genesung: Immunität gegen Corona stabil – mit Einschränkungen

Monate nach einer Impfung oder Genesung lässt die Immunität gegen eine (erneute) Ansteckung mit Covid-19 zwar etwas nach. Doch in den meisten Fällen schützt sie laut neuen US-Daten trotzdem relativ gut.

Positives Testergebnis nach Antigenschnelltest
Aktuell steigt die Zahl der positiven Coronatests wieder. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO/Sven Simon

Was bringen Impfungen und spätere Auffrischungen und wie lange hält die Immunität nach einer durchgemachten Covid-19? Angesichts erneut steigender Coronazahlen werden diese Fragen wieder wichtig. Dank einer guten Datenerfassung können die Erfahrungen im US-Bundesstaat North Carolina hier Antworten bringen. Forscher der US-Seuchenschutzbehörde CDC und der University of Chapel Hill haben die Daten der rund 10,6 Millionen Einwohner des Staates analysiert und den Einfluss von Impfungen, Booster und abgeschlossenen Infektionen gemessen vom Beginn der Impfungen im Dezember 2020 ab bis in den Juni des laufenden Omikron-Jahrs 2022 hinein.

Immunität nimmt über die Zeit ab, bleibt aber deutlich messbar

Zuletzt waren rund 67 Prozent der Menschen in North Carolina geimpft. Die Behörden haben insgesamt 2,7 Millionen Infektionen registriert, 6,3 Prozent davon wurden in Krankenhäusern behandelt, 1,4 Prozent der Erkrankten starben.

Die Datenanalyse zeigte zudem, dass die Immunität nach Impfung oder Infektion über die Zeit hinweg abnahm und auch neue Varianten wie Delta und Omikron einen Einfluss hatten. Zehn Monate nach der Grundimmunisierung mit zwei Impfdosen steckten sich aber immer noch nur halb so viele Geimpfte mit dem Virus an wie Ungeimpfte.

Genesene haben ein vier Mal geringeres Risiko einer (erneuten) Infektion

Das Risiko, schwer zu erkranken und in eine Klinik zu müssen, war bei Ungeimpften drei Mal höher als bei Geimpften, ihr Risiko zu sterben sogar vier bis sechsfach erhöht. Booster-Impfungen verbesserten den Schutz. Geboosterte wurden drei Mal seltener krank als zweifach Geimpfte. Aber auch hier nahm dieser Schutz vor Ansteckung nach vier bis sechs Monaten wieder ab.

Die Immunität nach einer durchgemachten Infektion war laut den Daten vier Monate nach der Infektion hoch. Im Vergleich mit Menschen, die sich noch nicht angesteckt hatten, wurden Genesene vier Mal seltener erneut infiziert, mussten nur zu zehn Prozent in ein Krankenhaus und starben auch nur in zehn Prozent der Fälle.

Schutz vor schweren Verläufen bleibt hoch

Laut den Autoren der im Fachblatt JAMA erschienenen Studie nahm die Immunität gegen Ansteckung während der Omikron-Welle zwar deutlich ab. Sie schützte aber weiterhin vor schweren Verläufen, die in Krankenhäusern behandelt werden mussten.

Die Forscher räumen allerdings ein, dass in der Datenanalyse die Effekte von Schutzmaßnahmen wie Masken nicht berücksichtigt wurden. Außerdem könnten Infektionen übersehen worden sein, besonders, seitdem viele Menschen nur noch Corona-Schnelltests verwenden und die Zahl der PCR-Tests zurückgefahren wurde.

(ens)