Studie Corona-Viren docken vor allem in der Nase an

So richtig weiß man nicht, wo genau das Corona-Virus in unseren Körper eindringt. Eine internationale Forschergruppe hat an verschiedensten Körperteilen nach den Proteinen gesucht, an denen das Virus anheftet.

Schmetterling auf einer Kindernase
Wenn ein Schmetterling an der Nase andockt, ist das nicht so gefährlich, wie wenn das Coronavirus in die Nase "einsteigt" . Bildrechte: imago/Danita Delimont

Der Haupteingang für das Corona-Virus in den Menschen ist vermutlich die Nase. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsteam mit Wissenschaftlern aus England, den Niederlanden, Frankreich und dem deutschen Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin. Sie fanden heraus, dass Corona-Viren besonders an zwei speziellen Zelltypen in der Nase andocken: an den schleimproduzierenden Becherzellen und den Flimmerzellen. Biochemiker und Studien-Hauptautor Waradon Sungnak schließt daraus:

Das macht diese Zellen zum wahrscheinlichsten Erstinfektionsweg für das Virus.

Waradon Sungnak, Wellcome Sanger Institute, Cambridge

Die Proteine ACE2 und TMPRSS2 nutzt das Covid-19-Virus, um in unsere Zellen zu gelangen. Nicht nur in der Nase, auch in Hornhaut-Zellen des Auges und in der Darmschleimhaut wurden diese Proteine entdeckt. Also könnten auch das Auge bzw. die Tränendrüsen ein potentieller Eintrittsweg für das Virus sein. Auch für eine Übertragung über Fäkalien und die Aufnahme durch den Mund gebe es mögliches Potential, schreibt das Forschungsinstitut in einem Artikel des Fachmagazins "Nature". Allerdings sehen die Forscher hier nur geringes Infektionspotential.

Die Studie wurde unter anderem auf der Basis von publizierten und nicht-publizierten Datensätzen zu menschlichen Geweben erstellt: Unter anderem Daten aus Zellen von Lunge, Nase, Auge, Darm, Herz, Milz, Leber, Haut, Plazenta, Hoden, Prostata und Bauchspeicheldrüse.

(lfw)

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