Hygienekonzept für Großveranstaltungen Forschungsprojekt Restart-19 sucht noch Probanden

Restart-19 heißt das Forschungsprojekt, mit dem die Sicherheit von Großveranstaltungen in Zeiten von Corona überprüft werden soll. Für ein Test-Konzert in Leipzig werden noch 4.000 Probanden gesucht. Sind Sie jung, gesund und unter 50? Dann sind Sie genau richtig. Projektleiter Stefan Moritz erklärt, worum es geht.

Vorstellung Restart-19 Forschungsprojekt zur Sicherheit von Großveranstaltungen an Uni Halle 3 min
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Viele Menschen vermissen derzeit Konzerte und Fußballspiele. Denn Großveranstaltungen können noch immer nicht stattfinden. Darunter leiden allerdings auch die Künstler und die Sportler, denn auch die würden sich über Applaus freuen. Um bald wieder Stadien und Säle zu füllen, startet das noch nie dagewesene Forschungsprojekt Restart-19.

Wer Lust hat, an der Studie teilzunehmen, kann sich hier auf der Internetseite des Projekts Restart-19 anmelden.

Herausfinden was gefährlich ist

Projektleiter Dr. Stefan Moritz erklärt, was dahinter steckt: "Wir wollen herausfinden, was ist eigentlich gefährlich an so einer Großveranstaltung? Es finden natürlich viele Kontakte statt. Aber wo sind die? Ist es ein Tribünenbereich? Ist es im Eingangsbereich, ist es beim Catering, vielleicht schon die Anreise mit der Straßenbahn? Das alles wollen wir messen und dann Hygienekonzepte entwickeln, wie man diese Kontakte vielleicht reduzieren könnte. Und dann wollen wir vielleicht eine Perspektive entwickeln für die Veranstaltungsbranche, wie zukünftig wieder größere Veranstaltungen durchgeführt werden können, ohne die Bevölkerung im Übermaß zu gefährden."

Noch 4.000 Freiwillige gesucht

17.07.2020, Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): Stefan Moritz, Leiter Infektologie Universitätsmedizin Halle, stellt ein Groߟ-Experiment zur Erforschung der Sicherheit vor Corona-Ansteckungen bei Groߟveranstaltungen vor.
Projektleiter Dr. Stefan Moritz, Leiter der Infektologie Universitätsmedizin Halle. Bildrechte: dpa

Für Restart-19 werden insgesamt 4.000 Freiwillige gesucht. Gesund müssen sie sein, nicht älter als 50 Jahre und sie sollten am 22. August Zeit haben. Der Ort der Handlung ist die Quarterback Immobilien Arena Leipzig. Dazu Moritz: "Dort kommen die Probanden morgens um 8 Uhr an. Da verteilen wir dann so kleine Sender, mit denen wir die Kontakte messen können. Die bekommen von uns eine Maske, die bekommen Hände- Desinfektionsmittel von uns. Und um 10 Uhr beginnt dann das erste Szenario. Die Szenarios sind immer relativ kurz. Also wir haben eine Stunde Einlass, natürlich wie beim echten Konzert. Wir haben 20 Minuten Programmblöcke, dann stimulieren wir da ein echtes Konzert. Dann folgt eine Pause und dann gibt es noch mal 20 Minuten Programm."

Ins Konzert für die Wissenschaft

Ins Konzert gehen für die Wissenschaft - das ist doch mal was anderes. Durchgespielt werden verschiedene Szenarien. Mal dürfen die Probanden überall hingehen, mal sollen sie ihre Plätze nicht verlassen. Nur so können sich die Wissenschaftler hinterher ein genaues Bild machen. Übrigens: Jeder bekommt sein eigenes Desinfektionsmittel, versichert Projektleiter Moritz: "Wir haben das mit Fluoreszenzfarbstoff versetzt. Auf jeder Oberfläche, die die Probanden berühren, lagert sich so ein kleines bisschen Fluoreszenzfarbstoff ab. Da können wir im Nachgang dann sehen, welche Oberflächen sind besonders kritisch und was wurde häufig berührt in der Halle."

Händeringend Probanden gesucht

Noch haben sich erst 1.000 Probanden für dieses Experiment gemeldet. Deswegen sucht Projektleiter Stefan Moritz händeringend Menschen, die sich daran beteiligen wollen. Klar ist natürlich: Alle Teilnehmer werden geschützt und auch vorher auf Covid-19 getestet. Dazu Moritz: "Wir rufen alle jungen Gesunden unter 50 Jahre auf, mitzuhelfen, dass wir hier eine Perspektive für viele Sportarten und auch für Kulturschaffende entwickeln können. Natürlich werden wir alle Probanden bestmöglich schützen."

Vier bis sechs Wochen dauert die Auswertung des Großexperiments, dann wissen wir, worauf künftig bei Großveranstaltungen geachtet werden sollte. Übrigens: Die erste Millionen Euro hat die Politik für das Experiment locker gemacht. Sachsen-Anhalt und der Freistaat Sachsen arbeiten dabei zusammen.

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