Covid-19 Coronavirus: WHO beobachtet My-Variante, aber Delta dominiert

Die WHO stellt die My-Variante des Coronavirus unter Beobachtung. My kann zwar teilweise der Immunität durch Impfung oder Genesung ausweichen, wird sich wohl aber nicht gegen Delta durchsetzen, glauben Wissenschaftler.

Eine Frau in Schutzkleidung nimmt einen Covid-Abstrich bei einer anderen Frau vor.
Covid-Tests Anfang Juli in der kolumbianischen Kleinstadt Ragonvalia an der Grenze zu Venezuela. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

Update: Wir haben die Schreibweise der Variante auf My geändert

Die Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt die Coronavariante My in die Liste der Varianten unter Beobachtung auf. Auf dieser Lister führen die Experten Mutationen des Virus, in denen sie ein Potenzial vermuten, sich als dominante Virusstämme durchzusetzen. My war nach Angaben von kolumbianischen Wissenschaftlern Anfang Juli für 69 Prozent der Infektionen in dem südamerikanischen Land verantwortlich. In Florida wurde sie im gleichen Monat bei rund 9 Prozent der sequenzierten Virusgenome entdeckt.

My verfügt offenbar wie die zuerst in Südafrika beschriebene Betavariante über die Mutation E484K, die dem Virus erlaubt einem Teil der durch Impfung oder durchgemachte Infektion gebildeten Antikörper auszuweisen.

Kein evolutionärer Vorteil gegenüber Delta

Allerdings halten es verschiedene Forscherinnen und Forscher für eher unwahrscheinlich, dass My einen evolutionären Vorteil gegenüber der aktuell dominanten Delta-Variante hat. Wie das Magazin Science berichtet, stiegt der Anteil der Delta-Fälle in Floridas Hauptstadt Miami im August auf 97 Prozent. In Kolumbien wiederum sank der Anteil von My auf 63 Prozent, während die Deltavariante von 6 auf 19 Prozent anstieg.

"Das Virus könnte uns zwar noch überraschen. Aber ich wette, dass Delta sich innerhalb der kommenden Monate vollständig durchsetzen und anschließend der Ausgangspunkt für alle folgenden Virusstämme werden wird", sagte der Bioinformatiker Trevor Bedford, der viele Sequenzierungsdaten aus den USA ausgewertet hat, dem Magazin Science.

(ens)

3 Kommentare

DermbacherIn vor 1 Wochen

Des Weiteren sollte man zur Beurteilung der epidemiologischen Lage mehr Wert auf den Immunitätsstatus in der Bevölkerung legen, als sich nur auf die Durchimpfung zu konzentrieren.
Dazu wären von den verantwortlichen Stellen repräsentative Stichproben notwendig, die labortechnischen Voraussetzungen (Immunitätstest: Antikörper & T-Zellen) sind laut Pressemitteilung des Berufsverbandes deutscher Laborärzte gegeben.

Curios vor 2 Wochen

Dachte bisher, die Corona-Varianten werden nach griechischen Buchstaben benannt. Jetzt also auch nach Tiergeräuschen. Wer legt da die Reihenfolge fest?

mick42 vor 1 Wochen

My goodness,

maybe 'Mue' is a better name.