Chang’e 5 Mondlandung: Chinas Sonde hat schon gebohrt

Die Mondgöttin ist gelandet: Nach mehreren Tagen im Mondorbit hat die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA am 1. Dezember die erfolgreiche Landung auf dem Mond gemeldet. Die ersten Gesteinsproben wurden bereits eingesammelt. Mitte Dezember soll die Chang'e 5 Mission zurück zur Erde kehren.

Eine künstlerische Darstellung des Landes der chinesischen Chang'e 5 Mission.
Eine künstlerische Darstellung des Landes der chinesischen Chang'e 5 Mission. Bildrechte: CNSA (Chang'e 5)

Mit der chinesischen Mondmission Chang’e 5 will die Volksrepublik Mondgestein zur Erde bringen. Das letzte Mal geschah dies vor 44 Jahren mit einer sowjetischen Luna-Mission. China wird somit die dritte Nation sein, die eine Mondprobe zur Erde bringt – wenn die Landung auf der Erde glückt.

Um ihre Mission zu erfüllen, ist die Mondgöttin 5 – der chinesische Name für die Raumsonde – am 24. November ins Weltall aufgebrochen. Die Sonde befand sich einige Tagen in der Mondumlaufbahn. Am Dienstag, den 1. Dezember, ist sie auf dem Mond gelandet, wie der chinesischen Fernsehsender CCTV berichtet. Erst einen Tag später veröffentlichte die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA eine englischsprachige Pressemeldung. Die ESA unterstützt die Mission, indem sie in zwei kritischen Phasen Signale vom Raumschiff weiterleitet.

 

Landung eingeleitet

Am Dienstag um 22.57 Uhr (BJT) wurde die Mondlandung der Kombination aus Lander-Aufstiegsmodul eingeleitet. In Deutschland waren es da 15.57 Uhr (MEZ). Für die Landung wurde die Fluggeschwindigkeit verringert. Bei einer Höhe von 2,5 Kilometern über der Mondoberfläche wurde eine Positionsanpassung vorgenommen. Der Sinkflug wurde fortgesetzt.

100 Meter über dem Boden legte der Lander eine kurze Pause ein. Seine Kameras untersuchten den Untergrund und manövrierten ihn zu einem sicheren Landeort. Steine oder Unebenheiten im Boden hätten die Landung gefährden können. Anschließend stieg das Fahrzeug in langsamer und gleichbleibender Geschwindigkeit ab.

Als der Lander sich wenige Meter über dem Moden befand, stellten sich seine Motoren ab. Durch die geringe Anziehungskraft auf dem Mond bedeutet dies aber keine Gefahr. Das Landefahrzeug konnte um 23.11 Uhr (MEZ) auf der Mondoberfläche aufsetzen.

Damit war es das dritte Raumschiff, das im 21. Jahrhundert erfolgreich auf dem Mond landete. Die beiden anderen Fahrzeuge, die dieses Kunststück vollbracht hatten – Chang'e 3 und 4 –, stammten ebenfalls aus China.

Pressemitteilung CNSA, 2. Dezember 2020

 

Mondgestein bereits eingesammelt

Die chinesische Raumfahrtbehörde berichtet, dass sie bereits mit dem Sammeln von Mondproben angefangen hat: "Nach der Landung wurden Aufgaben wie die Verwendung eines technisch fortschrittlichen Bohrers zum Auffinden von Steinen aus zwei Metern Tiefe unter der Mondoberfläche und das Sammeln von Erde von der Oberfläche mit einem mechanischen Arm ausgeführt." Insgesamt sollen bis zu zwei Kilogramm Mondgestein und -staub eingesammelt werden. Diese werden anschließend in einem Vakuumbehälter aus Metall verpackt.

Rückkehr zur Erde

Mit dem Aufstiegsmodul werden die Proben in den Mondorbit befördert. In 200 Kilometern Höhe befindet sich dort der chinesische Orbiter. An den wird das Modul andocken. Anschließend fliegt der Orbiter mit seinen Proben und einer Kapsel zum Wiedereintritt zur Erde. Die Wiedereintrittskapsel schützt sie vor dem Verglühen. Die Proben sollen voraussichtlich am 16. oder 17. Dezember in der Inneren Mongolei ankommen. 

Im Gegensatz zu den Proben der amerikanischen Apollo-Missionen und der Luna-Missionen der ehemaligen Sowjetunion, sind die neuen Mondproben wesentlich jünger. Sie sollen geschätzt 1,2 Milliarden Jahre alt sein. Die früher gesammelten Proben stammen von einer Region mit einem Alter von 3,1 bis 4,4 Milliarden Jahren. Dadurch eröffnet sich ein vollkommen neuer Blick auf die Mondgeschichte.

Mondoberfläche kurz vor der Landung des chinesischen Mondlanders
Mondoberfläche kurz vor der Landung des chinesischen Mondlanders. Bildrechte: CNSA

3 Kommentare

alter Ossi vor 19 Wochen

Ich gönne China die erfolgreichen Weltall-Missionen. Ich halte die Erforschung des Mondes nun nicht mehr so für nötig, da es bereits Missionen zu ihm schon gab. Aber mit Erfahrung sammeln lernt man. Chinas Weltraumbehörde sollte sich unabhängig vom Westen weiter entwickeln.

Harka2 vor 19 Wochen

Eine beeindruckende Leistung!

Harka2 vor 19 Wochen

Glückwunsch zu bisher gelungenen Mission.