Forschung auf dem Feld Elektroschock-Roboter gegen Unkraut

Ob Landwirt oder Kleingärtner: Alle kämpfen gegen Pflanzen, die sie nicht gepflanzt haben, die aber trotzdem sprießen. Ersetzt künftig ein Elektroschock-Roboter die gängigen - und umstrittenen - chemischen Helfer?

Elektroschock statt Zupfen? An der FH Aachen haben Studierende einen Unkrautroboter entwickelt, der unerwünschten Beiwuchs auf dem Feld mit Elektroschocks tötet. Ihre Erfindung rattert übers Feld und lockert den Boden auf. Zeitgleich analysiert der Bot dabei die Pflanzen: Was in Form, Struktur und Blätterfarbe nicht aussieht, wie das, was auf dem Feld wachsen soll, wird per Elektroschock verödet. Bedeutet das das Aus für die herkömmliche Landwirtschaft mit chemischen Helfern?

Fünf Männer präsentieren ein Ausstellungsstück.
Das Entwicklerteam der FH Aachen mit dem "ETAROB" Bildrechte: FH Aachen / Arnd Gottschalk

Projektokoordinator Josef Franko am Institut für Mobile autonome Systeme und kognitive Robotik sagt: "Der Roboter ist wie ein Mensch in der Lage, Pflanzen zu erkennen und aus gesammelter Erfahrung zu lernen".

Forscher: Roboter kann Chemie ersetzen

Unkraut jäten
Bildrechte: imago/Panthermedia

Und das ist gar nicht so leicht: Wer schon mal beobachtet hat, wie man zwar jede Menge Saatgut in die Erde gebracht hat - egal ob Salat- oder Möhrensamen -, der weiß: wenn das erste Grün sprießt und sich dann erstes Blätter aus dem Boden entfalten, rätselt man schnell. Was ist hier Salat, was Möhre oder doch was ganz anderes - und was lässt man stehen?! Das kann der der Roboter und soll eine ernsthafte Konkurrenz für die bisher genutzten chemischen Helfer in der Landwirtschaft werden, bestätigt Franko Josef auf Anfrage von MDR Wissen.

Der elektrisch betriebene Roboter selbst braucht keinen Fahrer und ist autonom auf dem Feld unterwegs. Derzeit arbeiten die Wissenschaftler an einer Variante des Roboters für den Einsatz in Weinbaugebieten. Kleingärtner werden wohl aber auch in Zukunft weiter von Hand und mit gebücktem Rücken entscheiden müssen, welchen Beiwuchs sie in ihrem Radieschen-oder Möhrenbeet stehen lassen und welchen nicht.

Obwohl ein Einsatz generell möglich wäre, sagt Franko Josef. "Aber wir wissen auch, dass viele Gärtner die Arbeit im Garten zur Entspannung nutzen also auch das Unkraut zupfen und jäten." Entwicklungstechnisch wäre der Roboter für den Privatgarten sogar einfacher, die professionelle Landwirtschaft habe größere und höhere Ansprüche.

Neu ist die Idee nicht, sich in der Landwirtschaft beim Unkraut-Jäten technisch unter die Arme greifen zu lassen, um auf dem Feld auf Chemie zu verzichten: Die Fachhochschule Westküste in Heide/ Schleswig-Holstein tüftelt seit 2015 bis heute an einem ähnlichen maschinellen Feldarbeiter.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 16. April 2019 | 19:00 Uhr