Influenza in Deutschland Grippesaison 20/21: Die Grippe fällt aus

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Das Robert Koch-Institut registriert weiterhin kaum Grippefälle in der Saison 2020/21. Bei Labortests werden immer wieder Corona-Infektionen nachgewiesen, Influenzafälle gibt es dagegen kaum.

Mutter sitzt am Bett von krankem Sohn.
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Update 12.2. Hundert mal weniger Grippe

Lockdown und Hygieneregeln sorgen weiterhin für extrem wenige Influenzanachweise. Bis Februar lag die Zahl der Nachweise in der gesamten Saison um den Faktor 100 niedriger, als zum gleichen Zeoitpunkt vergangenes Jahr, etwa einen Monat vor Ausbruch der Pandemie in Deutschland.

Von Laboren bestätigte Grippefälle in Deutschland
Kalenderwoche 51 52 53/01 02 03 04 05 Gesamt seit Woche 40 (Anfang Oktober)
2019/20 1.401 781 1.462 3.121 4.838 7.769 14.168 35.712
2020/21 27 27 15/35 30 31 21 8 397

Update 01.02.

Beim Sentinelsystem schicken einige repräsentativ ausgewählte Arztpraxen jede Woche Proben zu Labortests von Patienten, die mit Atemwegserkrankungen in eine Sprechstunde gekommen sind. Von den insgesamt 158 eingeschickten Proben in der dritten Kalenderwoche 2021 (16 bis 22. Januar) enthielten 27 respitatorische Viren. Von diesen 27 wiederum enthielten 17 das Sars-Coronavirus-2, neun gewöhnliche Rhinoviren und eine ein saisonales, humanes Coronavirus. Influenzaviren konnten bei Sentinel wieder nicht gefunden werden (die Zahlen aus der Tabelle stammen von den noch umfänglicheren Pflichtmeldungen aller Labors an das Robert Koch-Insitut).

Update 25.01.

Im Vorjahr waren die Grippefallzahlen in der zweiten Kalenderwoche stark angestiegen, in diesem Jahr bleiben sie weiterhin konstant niedrig. Die Influenzainfektionen sind nach wie vor kaum messbar.

Update 19.01.

Lockdown und Abstandsgebote dämmen nicht nur Corona, sondern vor allem die Grippe und Erkältungen ein. Die Werte liegen auch zum Jahresbeginn deutlich unter denen der Vorjahre. Beim sogenannten Sentinelsystem schicken einige über Deutschland verteilte Arztpraxen Laborproben von Patienten mit Erkältungssymptomen ein. Dazu führt der aktuelle Influenza-Wochenbericht aus: "Im Nationalen Referenzzentrum für Influenzaviren wurden in der ersten Kalenderwoche 2021 in insgesamt 34 der 138 eingesandten Sentinelproben respiratorische Viren [also Viren, die die Atemwege angreifen] identifiziert, darunter 14 mit Rhinoviren und 20 mit SARS-CoV-2. Influenzaviren wurden nicht nachgewiesen."

Update 07.01. - Influenza bleibt die Ausnahme

Der Trend setzt sich fort, auch in den letzten Tagen des Jahres. Zum Jahreswechsel 2020/2021 ist laut RKI die "Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE-Raten) in der Bevölkerung (GrippeWeb) ... im Vergleich zu den Vorwochen bundesweit weiter zurückgegangen".

Update 28.12. - Auch zum Jahreswechsel kaum Influenza

Auch zum Jahresende 2020 gibt es weiterhin kaum Neuinfektionen von Influenza. Im Vorjahr gewann zu dieser Zeit die Grippewelle an Dynamik.

Update 21.12. - Influenza stabil niedrig

Während zum Jahresende 2019 die Kurve der Influenzafälle steil ansteigt, bleibt sie 2020 stabil niedrig. Auch in der 50. Meldewoche (5.-11.12.) bleibt die Zahl der von Laboren bestätigten Grippefälle in Deutschland unter 30.

Update 15.12. - kaum neue Influenzafälle

Auch in der 49. Meldewoche 2020 (28.11. bis 04.12.) registriert die Arbeitsgemeinschaft Influenza nur wenige Neuansteckungen mit Grippe.

Update 08.12. - Influenza Inzidenz auf niedrigem Niveau

Ende November 2019 nahm die Grippesaison des Vorjahres ganz langsam an Fahrt auf. In der Kalenderwoche 48 (23. bis 29. November 2019) wurden mehr als 200 neue Infektionen mit Influenzaviren gemeldet. Davon ist das Jahr 2020 weit entfernt. Die coronabedingten Abstandsgebote und Hygieneregeln dämmen die Ausbreitung der Grippe stark ein, die Zahl der gemeldeten Infektionen bleibt auf einem niedrigen Niveau stabil. Das gilt für alle Altersgruppen, wie auch die aktuellste Auswertung der Daten aus dem Citizen-Science Protal "Grippe-Web" zeigt. Mit "Grippe-Web" sammelt die Arbeitsgemeinschaft Influenza beim Robert Koch-Institut Selbstauskünfte über den Gesundheitszustand der Teilnehmer.

Update 27.11. - Coronamaßnahmen verhindern Influenza in Hong Kong

Die Zahl der Grippefälle bleibt weiterhin deutlich unter der des Vorjahres. Immer mehr Studien zeigen, dass die Corona-Schutzmaßnahmen auch in den USA und in Hong Kong zu weniger Übertragungen von Erkältungs- und Influenzaviren führen. Dafür könnte nach dem Stopp der Kontakverbote die Supergrippewelle drohen.

Update 4.11. - Kaum Influenza in Australien

Nach wie vor treten nur sehr wenige Infektionen mit Influenza auf, im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigen die aktuellen Werte der Arbeitsgemeinschaft Influenza, Stand 43. KW (17.-23.10.2020). Die Zahlen können allerdings noch nachträglich steigen, da die Labore noch Fälle nachmelden können.

Zum Herbstbeginn befürchteten viele Fachleute: Trifft die Corona-Pandemie auf die Grippewelle, könnte die Zahl freier Krankenhausbetten zusammenschmelzen, wie ein Eiswürfel unter einem Brennglas.

Allerdings zeigt sich derzeit: Seit die Beschränkungen wegen der Pandemie in Kraft sind, ist von der Grippe praktisch nichts mehr zu sehen. Weder in Europa, wo die Zahl der Grippefälle im März und April praktisch unter die Schwelle der Messbarkeit gesunken war, noch in Australien oder Neuseeland, wo in den Südhalbkugel-Wintermonaten Juni bis September praktisch kaum Grippefälle gezählt wurden.

Keine Grippe in Australien

Das Robert Koch-Institut gibt in Deutschland wöchentlich einen Influenzabericht heraus. Der aus der 42. Kalenderwoche, also der Zeit zwischen dem 12. und dem 18. Oktober, zeigte: Gerade einmal 15 Fälle von Influenza haben deutsche Labore in dieser Zeit diagnostiziert und an das RKI gemeldet. Für die Woche lag die Aktivität der Grippeviren in insgesamt 23 Ländern, darunter Deutschland, unter den definierten Schwellenwerten. Noch ist es deutlich zu früh, von einem Ausfall der Grippewelle zu sprechen. Aber die Daten passen zu den Beobachtungen, die ein Forscherteam um Thomas Hills vom medizinischen Forschungsinstitut Neuseeland gemacht hat.

Die Wissenschaftler werteten die WHO-Aufzeichnungen der diesjährigen Grippemonate auf der Südhalbkugel aus. Dort sind die kalten Monate April bis September. In diesem Jahr sei die Influenza-Aktivität dort kaum messbar gewesen, schreiben die Forscher im Fachblatt "The Lancet". Und zumindest für Australien können sie ausschließen, dass vor allem auf Corona ausgerichtete Teststrategien die Grippeerreger nur übersehen hätten. Dort wurden mehr Grippetests durchgeführt, als in den Vorjahren, die aber weniger Influenzaviren nachweisen konnten.

Abstandsregeln künftig auch gegen Grippewellen?

Die Daten bestätigen Vermutungen, wonach die Schutzmaßnahmen gegen Corona – Maskenpflicht, Abstandgebote, Verbote von Veranstaltungen und Versammlungen – einen exzellenten Job gegen die Grippe erledigen. Vor diesem Hintergrund solle darüber nachgedacht werden, welche dieser nicht-pharmazeutischen Eingriffe sinnvolle Instrumente bei künftigen Grippe-Epidemien sein könnten, schreiben die Wissenschaftler.

70 Kommentare

MDR-Team vor 1 Wochen

Hallo Horst1,
wie im Artikel erklärt, sind die hohen Zahlen der Grippekranken und -Toten der vergangenen Jahre vor allem durch die Lockdownmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie zurückgegangen.
LG, das MDR-Wissen-Team

Horst1 vor 1 Wochen

ja wo sind denn die vielen Grippekranken-und Toten der vergangenen Jahre? Es wird wahrscheinlich alles in die Rubrik Corona geschoben, dass der Lockdown noch schön lange anhält!

Pixel vor 3 Wochen

warum werden meine Antworten eigentlich nicht in die Textteile eingefügt, auf die ich geantwortet habe? Es verliert so den Bezug. Ich hatte nämlich bei einem Beitrag viel weiter unten auf Antworten geklickt....
Nun geben sie selbst zu, dass der Vergleich mit der Grippe hinkt...Dabei hatte ich sie darauf aufmerksam gemacht. :-)