Kohleausstieg und Strukturwandel Milliarden für Mitteldeutschland: Wo entstehen die neuen Großforschungszentren?

Kohle für Forschung statt Braunkohle. In der sächsischen Lausitz und dem mitteldeutschen Revier werden in den nächsten drei Jahren zwei neue Großforschungszentren entstehen. Jetzt beginnt die Endrunde für die Projekte, die mit mehreren Milliarden Euro gefördert werden sollen.

Förderbrücke im Braunkohlentagebau Reichwalde Sachsen, Reichwalde
Wo heute noch Braunkohle verbrannt wird, wie hier in der sächsischen Lausitz, soll in Zukunft geforscht werden. Bildrechte: IMAGO / Rainer Weisflog

Über 100 Projekte hatten sich beworben, sechs kamen in die Endrunde. Mit jeweils 500.000 Euro durften die Bewerber ihre Projekte für das Finale vorbereiten. Heute (2. Mai) wurden sie eingereicht. Im Herbst wollen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt dann die Sieger küren. Es geht um zwei völlig neue Forschungseinrichtungen, die im mitteldeutschen Revier (also dem Süden Sachsen-Anhalts und Nordwesten Sachsens) und in der sächsischen Lausitz entstehen sollen. Und damit gleich klar ist, dass hier nicht gekleckert wird, heißen sie in der Ausschreibung Großforschungseinrichtungen. Es geht um Milliarden. "In Abhängigkeit vom wissenschaftlichen Erfolg der neuen Einrichtungen", so das Bundesforschungsministerium, "wird mittelfristig eine jährliche institutionelle Förderung von jeweils bis zu 170 Millionen Euro im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes angestrebt." Bis 2038 hat das Ministerium je Zentrum 1,25 Milliarden Euro bereits eingeplant.

Sechs Projekte sind im Finale

Sechs Projekte sind im Rennen. Vier davon aus Sachsen, eines davon in Partnerschaft mit Sachsen-Anhalt, zwei weitere stammen aus Potsdam und Spanien. Die Forschungsfelder reichen von Energie, über Gesundheit, Klima, Medizin bis zur Weltraumforschung. In der Lausitz sind es das "Deutsche Zentrum für Astrophysik", das "European Research Institute for Space Resources" und "Lausitz Art of Building". Im mitteldeutschen Revier sind es das "Centre for Transformation Chemistry", das "Centre for Climate Action and Innovation – Research and Engineering" und das "Center for Medicine Innovation".

Hier finden Sie die Details zu den einzelnen Projekten.

Nach der externen Begutachtung der sechs Bewerbungen soll noch in diesem Jahr die Entscheidung für die beiden Zentren getroffen werden. Dabei geht es auch um wirtschaftliche Aspekte. Neben der wissenschaftlichen Exzellenz der Konzepte, so das Bundesforschungsministerium, sind der "zu erwartende Beitrag zum wirtschaftlichen Strukturwandel und die vorgeschlagenen Strukturen zur Zusammenarbeit mit der Wirtschaft" entscheidend. Die Gewinner dürfen sofort loslegen, die Aufbauphase soll drei Jahre dauern. Und falls es doch nicht so schnell klappt, sieht der Plan eine mögliche Verlängerung vor, um noch einmal drei Jahre.

gp

7 Kommentare

Eulenspiegel vor 8 Wochen

Also was denn nun? Arbeitsstellen im Mindestlohnbereich oder besser bezahlte Jobs? Das man für mehr Geld auch mehr Qualifikation benötig sollte doch eigentlich klar sein.

dimehl vor 8 Wochen

Sicher werden durch die Ansiedelung der neuen Großforschungszentren attraktive und auch sehr gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen.
Nur für diese braucht es entsprechende Qualifikationen und Abschlüsse.
Des weiteren werden solche Stellen / müssen solche Stellen wahrscheinlich bundes-, gar europaweit ausgeschrieben werden.
Wer wird sie am Ende bekommen ?

Eulenspiegel vor 8 Wochen

Ich zitiere
„Schon am Mittwoch (04.05.2022) hat Deutschland den ihm zustehenden Vorrat an natürlichen Ressourcen für das laufende Jahr aufgebraucht. Der Termin kommt immer früher,“
Hallo Herr Graf sie haben keinen Bezug zur aktuellen Realität mehr.