Zukunft für mitteldeutsche Reviere Statt Braunkohle: Wissenschaft für neue Medizin und gegen die Klimakrise

Die Energiewende bringt riesige Veränderungen für die Kohlereviere in Mitteldeutschland. Wissenschaft soll helfen, die Region fit für die Zukunft zu machen. Dazu planen die Bundesregierung und das Land Sachsen zwei neue Großforschungszentren. Eines in der Lausitz und eines im mitteldeutschen Revier. Die Ideen dafür kommen auch aus Leipzig.

Menschen am Cospudener See
Bildrechte: imago/Rainer Weisflog

Gesundheit statt Energie. Klima statt Kohle. So könnte man die Projekte der Uni Leipzig zusammenfassen, die u.a. gemeinsam mit Forschenden des Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) für das geplante Großforschungszentrum im mitteldeutschen Revier entwickelt wurden. Während die Technischen Unis in Dresden, Chemnitz und Freiberg für ihr geplantes Forschungszentrum in der Lausitz auf das Thema Energie setzen, gehen die Leipziger in Richtung Medizin und Klimaschutz.

Personalisierte Medizin und Klimawandel

Drei Projekte gehen im Wettbewerb um die neuen großen Wissenschaftsstandorte an den Start. Zwei davon haben den Fokus auf die Medizin gerichtet. Spin for Live – abgekürzt S4L – hat die Vision einer individualisierten, vorausschauenden und vorsorglichen Medizin. Ein so entstehendes Forschungszentrum soll neue Therapien und Behandlungen entwickeln, die auf jeden einzelnen perfekt zugeschnitten sind.

Hochtechnologie für Gesundheitsforschung ist der Schwerpunkt des Projektes "Center for Medicine Innovation". Hier geht es um Technologien, die völlig neue Gesundheitsangebote ermöglichen sollen. Das ist die gute Nachricht. Und die ist nötig angesichts der größten medizinischen Herausforderung des Jahrhunderts: Die Klimakrise und ihre gesundheitlichen Folgen.

Projekt Nummer drei heißt CLAIRE. Und auch hier geht es um Forschung, die dabei hilft, Lösungen für Klimaschutz und Klimaanpassung zu entwickeln.

"Wir wenden uns den großen gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit zu," begründet die Rektorin der Universität Leipzig Professorin Beate A. Schücking die Auswahl der drei Projekte. Forschung und Bildung schaffen damit Perspektiven für die Zeit nach der Braunkohle.

Damit die Forschungszentren den Namen Groß auch verdienen, sind bei allen Projekten Kooperationen mit anderen Universitäten, Instituten der Max-Planck-, Fraunhofer- und Helmholtz-Gesellschaft sowie Partnern aus der Industrie eingeplant.

So geht es weiter

Auf der Seite der Uni Leipzig finden Sie eine Übersicht über die drei Projekte, die jetzt geprüft werden. Sollte eines davon ausgewählt werden, bekommt es einen Zuschuss von 500.000 Euro, um ein begutachtungsfähiges Konzept zu erstellen. Damit geht es dann in die finale Phase. Eine externe Begutachtung muss ermitteln, ob die wissenschaftliche Exzellenz der Konzepte vorhanden ist, welchen Beitrag zum wirtschaftlichen Strukturwandel das neue Forschungszentrum leistet und wie die vorgeschlagenen Strukturen zur Zusammenarbeit mit der Wirtschaft beitragen.

gp

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