TU Dresden, Chemnitz und Freiberg Großforschungszentrum für Zukunftsenergie – Perspektiven für die Lausitz

Was passiert mit den Kohlerevieren nach der Energiewende? Um diese Frage zu beantworten, setzt die Bundesregierung auf die Expertise der Wissenschaft. Dafür sollen zwei Großforschungszentren entstehen, damit Regionen wie die Lausitz und das mitteldeutsche Revier auch weiterhin Energiestandorte sein können und eine Zukunftsperspektive haben. Die TU Chemnitz, TU Dresden und TU Bergakademie Freiberg haben nun ihre Idee für ein solches Forschungzentrum vorgestellt.

Einer der weltweit gröߟten Schaufelradbagger SRs 6300 im Vorschnitt vom Braunkohletagebau Welzow-Süd, dahinter das Kraftwerk Schwarze Pumpe.
Bildrechte: imago images/Rainer Weisflog

Bis 2038 will Deutschland den Ausstieg aus der Kohleverstromung geschafft haben und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Damit der Strukturwandel in den Kohleregionen gelingt, sollen Wissenschaft und Forschung gebündelt werden und bis 2023 zwei neue Großforschungszentren in der sächsischen Lausitz und im mitteldeutschen Revier entstehen. Um den genauen Standort und die thematische Ausrichtung festzulegen, riefen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Freistaat Sachsen zum Wettbewerb "Wissen schafft Perspektiven für die Region!" auf. Im Rahmen des "Strukturstärkungsgesetz Kohleregion" werden die Gewinnerprojekte mit jährlich bis zu 170 Millionen Euro gefördert.

Nun haben die drei technischen Universitäten Sachsens – die TU Dresden, die TU Chemnitz und die TU Bergakademie Freiberg – ihr gemeinsames Konzept für das Großforschungszentrum für Zukunftsenergien (GFZ ZE) in der Lausitz unter dem Motto "Natur und Energie brauchen Zukunft – und die Zukunft braucht exzellente Wissenschaft" eingereicht.

Bei dem angestrebten Großforschungszentrum für Zukunftsenergien bündeln die drei Technischen Universitäten im Freistaat Sachsen ihre sich ganz hervorragend ergänzenden Kompetenzen, um unter Einbeziehung diverser Fachgebiete zentrale Zukunftsthemen der Energiewende und Energieversorgung interdisziplinär zu adressieren. Damit sind sie geradezu prädestiniert, zum Strukturwandel in der Energieregion Lausitz beizutragen, indem sie den Wandel von der klassischen Kohle-Energieregion hin zur nachhaltigen Zukunfts-Energienregion herbeiführen.

Prof. Dr. Gerd Strohmeier, TU Chemnitz
Grafik - Großforschungszentrum
Dass die Grafikentwürfe für das neue Großforschungszentrum sehr grün sind, ist vermutlich kein Zufall. Bildrechte: Professur Medieninformatik/Stefanie Müller TU Chemnitz

Vor allem in den Bereichen "Energiebereitstellung", "Energietransport/-speicherung" und "Energieanwendung" soll zusammen geforscht werden. Wesentliche Pfeiler ihrer Allianz sind Forschungsquartiere, die von der interdisziplinären Grundlagenforschung bis zur praxisnahen Anwendung die Entwicklung sowie den Transfer neuer Energietechnologien in die Industrie bewerkstelligen. Dabei hat neben regenerativen Energieträgern auch der Wasserstoff eine strategische Bedeutung. Deshalb haben die drei Universitäten auch in diesem Bereich eine intensive Zusammenarbeit beschlossen.

Heutige und zukünftige Herausforderungen unserer Zeit wie Klimaschutz, Energieversorgung und Strukturwandel bedürfen einer technologieoffenen Neugestaltung unserer Energiewirtschaft mit innovativen Lösungen und Systemen.

Prof. Dr. Antonio Hurtado, TU Dresden

Deshalb will sich das GFZ ZE der interdisziplinären und ganzheitlichen Erforschung nachhaltiger, effizienter und ressourcenschonender Energietechnologien widmen. Die Besonderheit läge dabei in der Verbindung der Energietradition in der Lausitz mit aktuellen Forschungsthemen, die sich kontinuierlich an die fortwährenden Entwicklungen in der Wissenschaft anpassen, wodurch lokale Perspektiven erhalten bleiben, und sogar internationale Trends geschaffen werden.

Nächster Schritt des Wettbewerbsverfahrens ist die Auswahl von vielverprechenden Konzeptskizzen, die dann zu einem begutachtungsfähigen Konzept ausgebaut werden sollen.

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7 Kommentare

Matthi vor 2 Wochen

Tagebaugebiete sollte man nicht fluten nur aus Kostengründen sondern wie es der Gesetzgeber den Firmen auferlegt hat Renaturieren. Diese Arbeiten würde über viele Jahre Arbeit für die Beschäftigten der Kohlegruben bedeuten, es würde die zerstörte Umwelt beseitigen und das Klima verbessern. Das ist aber Wunschdenken da Politik und Wirtschaft zu verflochten sind.

Matthi vor 2 Wochen

Ich kenne Jena Wohne in Thüringen und eins kann ich sagen, immer mehr normal Verdiener im Dienstleistungsbereich, Handwerker usw. können sich die Mieten noch leisten in Jena weil die Wissenschaftler und Angestellten die Wohnungen Mieten egal was sie kosten. Die ersten negativen Auswirkungen kann man in Jena sehen normale Arbeitskräfte werden Mangelware.

Suedvorstadt vor 2 Wochen

Die Initiative ist absolut zu begrüßen. Der Fairness halber möchte ich ergänzen, dass die sächsischen Grünen schon vor 6 Jahren, nämlich 2015, eine Zukunft der Lausitz nach der Braunkohle skizziert haben. In ihrem 18-seitigen Papier steht unter anderem der Ausbau des Wissenschaftsstandorts Lausitz im Vordergrund.

Man findet das Papier unter dem Titel 'Perspektiven für die Lausitz nach der Kohle - GRÜNE Impulse für den Strukturwandel einer Region'.