MDR KLIMA-UPDATE | 14. Oktober 2022 Lieber wolkig als heiter. Und hitzefrei das ganze Jahr.

Ausgabe #60 vom Freitag, 14. Oktober 2022

Mann mit bart, runder schwarzer Brille, schwarzem Pullover, schwarzem Basecap
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Sehr trockene Umgebung mit Grasbüscheln, Gestein und Hügeln und englisches Schild mit Aufschrift Achtung extreme Hitzegefahr. Schriftzug "Das MDR Klima-Update".
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Hallöchen.

In Zeiten knapper Haushaltskassen verreist man am besten mit dem Finger in der Karten-App und bei Wikipedia. So war ich dieser Tage in Dubai. Mich hatte ganz plötzlich eine unerklärliche Faszination gepackt, was dieses ungemütliche Städtchen mitten in der Wüste anbelangt. Mit architektonischen Entartungen, die genau so unästhetisch-futuristisch aussehen, wie man sie als Kind in seine Stadt der Zukunft gemalt hat.

Die Dubaierinnen und Dubaier stecken einen gnadenlosen Elan in den Aufbau ihrer Wolkenkratzeroase. Und das, obwohl das Emirat – *hüstel* – nun nicht gerade der siedlungsfreundlichste Ort der Welt ist. In diesen Tagen ist dort ein wonniger Altweibersommer bei 35 Grad und wolkenfreiem Himmel angesagt, ohne zu erwartenden Wetterumschwung. Im Sommer zeigen Thermometer und Wetter-App so um die vierzig Grad plus. Da nimmt man dann auch für kurze Wege das klimatisierte Taxi oder stellt sich in eine geschlossene, klimatisierte Bushaltestelle. Und zum Tanken wird freilich nicht erst aus dem kühlen Wagen gestiegen, dafür gibt’s noch Personal.

In Dubai ist man also stets damit beschäftigt, ein Klima zum Irgendwieaushalten zu schaffen. Dabei ist das Emirat durch seine trockene Luft noch durchaus privilegiert, was der Grund ist, warum Menschen dort überhaupt noch überleben können. Dubai entgegnet der Hitze mit sagenhaften Pro-Kopf-Emissionen an Treibhausgasen. Die will die Stadt drastisch reduzieren. Muss sie auch, davon hängt schließlich jegliche weitere Existenz ab.

Unter Umständen haben Sie’s bereits bemerkt: Diese Woche geht’s um Hitze. Und damit meine ich nicht die Erderwärmung, sondern die akute Hitze, von der die Menschen mehr denn je zu spüren bekommen. Sie glauben nicht, was es da alles zu erzählen gibt.


Zahl der Woche:

29

Euro wäre ein ganz guter Preis für das ab 1. Januar 2023 geplante Klimaticket Deutschland. Das sagt Greenpeace und verweist auf eine Untersuchung, die ergeben hat, dass die staatlichen Zuschüsse nicht höher wären als bei einer 49-Euro-Variante, u.a. auf Grund höherer Kaufbereitschaft. Die Verkehrsminister/-innen einigten sich am Donnerstag auf eine 49-Euro-Variante, allerdings liegen Bund und Länder noch im Clinch. Die Länder fordern mehr Regionalisierungsmittel, z.B. um die ÖPNV-Infrastruktur besser ausbauen zu können.

Die akute Hitze. Nicht die chronische.

Der Klimawandel hat zwei folgenschwere Seiten, das ist die vermaledeite Krux. Stellen Sie sich einfach vor, unser Planet sei im Krankenstand. Die Erderwärmung (und die Biodiversitätskrise) sorgen dafür, dass daraus sichtlich eine chronische Erkrankung wird, eine mit Langfristschäden. Außerdem kommt es immer wieder zu akuten Krankheitsausbrüche mit heftigen Symptomen, die schon für sich betrachtet mehr als eine Sorgenfalte auf die Stirn zaubern. Der Hitze-Bericht der Vereinten Nationen, der in dieser Woche mit dem Internationalen Komitee von Rotkreuz und Rothalbmond veröffentlicht wurde, ist sowas wie die Krankenakte für die akuten Anfälle. Er richtet sich eigentlich an Menschen im humanitären Bereich. Ich konnte trotzdem nicht mit dem Lesen aufhören und würde Ihnen gern sehr viel mehr erzählen als in diesen Newsletter passt – so viel sei schon gesagt. Sie erfahren hier die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte. (Würde ich Sie ohne diese aus dem Newsletter entlassen, hätte ich ein ziemlich schlechtes Gewissen.) Also, ziehen wir uns mal kühl an:

Wo es wie heißt ist

Das Death Valley im Südosten Kaliforniens gilt als heißester Ort der Welt und führt die Hitparade der Temperaturrekorde mit 54,4 bis 56,7 Grad an. Allerdings ist der Ort weitestgehend unbewohnt. Im dagegen bewohnten libyschen El Azizia soll es 1922 sogar fast 58 Grad heiß gewesen sein, der Wert ist aber nicht gesichert. In der äthiopischen Dallol-Region herrschen die höchsten Durchschnittstemperaturen der Erde, übers Jahr gerechnet 34,7 Grad. Die Gegend ist in Extremlagen so lebensfeindlich, dass es dort nicht mal Mikroben schaffen.

Beim Blick auf eher größere, tatsächlich bewohnte Orte ist die sudanesische Hauptstadt Khartum (Nordost-Afrika) mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von dreißig Grad besonders auffällig. Da sind wohlgemerkt die Nachttemperaturen mit eingerechnet, Höchsttemperaturen um die vierzig Grad zwischen Mai und September sind die Regel. Khartum sollten wir es uns merken – es liegt in der Sahel-Zone, zu der kommen wir dann gleich.

Kurzer Ausflug in unsere Republik: Mit 41,2 Grad gelten die 2019er Werte in Duisburg-Baerl und Tönisvorst im Westen NRWs als Deutschlandrekorde. Rekordhalter in Mitteldeutschland ist Huy-Pabstorf im Westen Sachsen-Anhalts mit 40,0 Grad im Jahr 2022, in Sachsen ist es Dresden-Hosterwitz mit 39,8 Grad (2012) und in Thüringen Bad Blankenburg mit 39,3 Grad (1957).

Wärmster Ort in Mitteldeutschland ist die DWD-Station in Magdeburg mit einem Jahresmittel von 10,2 Grad zwischen 1990 und 2021. An der Station Köln-Stammheim sind es 11,37 Grad. Als wärmsten Ort Deutschlands bezeichnet sich trotzdem das schon geradezu sub-mediterrane Ihringen am Kaiserstuhl, das allerdings keine offizielle DWD-Station mehr hat.

Was passiert, wenn es einem heiß wird

Angesichts des Blicks auf die kommende Heizperiode zum Premiumtarif, lässt sich an warmen Temperaturen gerade kaum etwas Schlechtes feststellen. Welch Privileg. Hitze fordert unseren Köper immens: 37 Grad ist im Körper selbst eine gute Temperatur, darüber verdickt das Blut, das Herz muss stärker pumpen und Organe können geschädigt werden. Wenn es der Körper nicht mehr schafft, sich selbst zu kühlen und dehydriert, kann das zu einem tödlichen Hitzeschlag führen.

Am verträglichsten ist Hitze in Kombination mit trockener, sauberer Luft und kühlen Nächten. Wie gut wir mit Hitze klarkommen können, hängt von diesen Faktoren ab:

  • ⏳ Dauer: Längere Hitzewellen sorgen für mehr Krankenhausaufenthalte und höhere Todesraten
  • 🌃 Hohe Tiefsttemperaturen in der Nacht: Sie führen dazu, dass sich der Körper nicht mehr ausreichend erholen kann, was gesundheitliche Folgen haben kann. Besonders in den gemäßigten Breiten wird das zum Problem.
  • 🏭 Luftverschmutzung
  • 💦 Feuchtigkeit: Durch eine höhere Luftfeuchtigkeit reduziert sich die kühlende Wirkung von Schweiß. Damit kann der Körper schneller überhitzen. Ein Kombi-Index aus Hitze und Luftfeuchtigkeit ist besonders wichtig für Frühwarnsysteme. Bei trockener Luft mit zwanzig Prozent Feuchtigkeit kann sich ein Mensch bis 47 Grad selbst runterkühlen, bei hundert Prozent Luftfeuchtigkeit sind es nur 35 Grad – neuere Untersuchungen sprechen gar von 31 Grad. (Wir sprechen an der Stelle nicht von kurzzeitigen Saunagängen.)
  • 🚰 Wasserknappheit

Die Auswirkungen sind nicht bei allen Menschen gleich, denn bei Kleinkindern, älteren Menschen, schwangeren und stillenden Frauen, fettleibigen Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen besteht ein viel höheres Risiko für schwerwiegende Komplikationen. Hier ist nicht ein potenzieller Hitzschlag das primäre Problem, sondern die Verschlimmerung der körperlichen Umstände.

Karte zeigt prognostizierte Zahl der Tage im Jahr, die potenziell tödliche Hitze-Level überschreiten. Viel rote Färbung in Südamerika, Afrika, Südostasien mit 350 Tagen. Färbungen auch im Osten der USA und Nordaustralien, 100 bis 200 Tage.
Bildrechte: IFRC/OCHA/MDR WISSEN

1. Was richten Hitzewellen an?

Jetzt kommt wieder die Stelle, an der man mit Zahlen jonglieren muss, um eine gewisse Dramatik zu unterstreichen. Okay, machen wir das kurz: 72.000 und 50.000. Das sind die Toten, die die kontinentaleuropäische Hitzewelle 2003 und die russische 2010 gefordert haben. Das sind außergewöhnliche Ereignisse, schon klar. Und im Grund ist jeder Hitzetod ein Tod zu viel. Die meisten kleineren Ereignisse finden viel häufiger, aber unscheinbarer statt – setzen wir das „kleinere“ bei den Ereignissen also lieber in Gänsefüßchen. Solche „kleineren“ Ereignisse wüten vor allem im globalen Süden. Auch wenn die Zahl „niedrig“ ist, sind die Umstände dramatisch. Beispiel: Im Jahr 2011 sind im indischen Chennai an nur einem Tag elf Menschen durch Hitze gestorben – in der Warteschlage an einem überlasteten Krankenhaus.

Im UN-Hitzereport werden Hitzewellen als „stiller Killer“ bezeichnet, weil ihre Sichtbarkeit nicht so dramatisch wie bei Stürmen und Überflutungen ist, sie aber trotzdem zu den tödlichsten Katastrophen zählen. Es gibt keine einheitliche Definition für Hitzewellen. Fakt ist: Im regionalen Kontext übertreffen sie das, was an Ort und Stelle üblich und gut zu handeln ist.

Zwar könnte man sagen, dass Menschen in warmen, oft ärmeren Ländern generell mit Hitze besser umgehen können. Diese Resilienz, um mal ein angesagtes zeitgenössisches Wort zu bedienen, kann sich aber abrupt ändern. Zum Beispiel, wenn kritische Infrastruktur zerstört wird oder sich Menschen auf die Flucht begeben müssen.

Apropos Infrastruktur: Jüngst ist in Argentinien und Bagdad die Stromversorgung in Zusammenhang mit Hitze zusammengebrochen. Kühlen kostet Energie. Der Zusammenbruch passiert aber dann, wenn die Energie dringend gebraucht wird. Im UN-Hitzereport ist das ganz gut zusammengefasst: Die Systeme, die Menschen erlauben, gegen die Hitze anzukommen, sind für „das alte Klima“ gemacht. Auch für wohlhabende Menschen ist deshalb die Widerstandsfähigkeit heutzutage eine Illusion.

Das heißt: Nirgendwo auf der Welt sind Menschen vor den negativen Auswirkungen einer Hitzewelle sicher, weder in den hitzeangepassten, noch in den vermeintlich kühlen Breiten.

2. Hitze ist verdammt ungerecht

Das mit der Hitze ist im Grunde so, als würde sich ein Bodybuilder vor die Türe einer Sauna stellen, in der gerade ein halbes Hemd sitzt – entweder vorsätzlich, oder ohne es zu merken. Wie auch beim Klimawandel an sich, sind ausgerechnet die Menschen am ärgsten davon betroffen, die am wenigsten oder gar nichts zur Erderwärmung beitragen und sich am schlechtesten dagegen zur Wehr setzen können. Beispielregionen sind die Sahelzone, ein klimatisches Band, das sich vom Nordwesten zum Nordosten des afrikanischen Kontinents erstreckt, oder Südostasien. Das bedeutet aber nicht nur gesundheitliche Beeinträchtigung für Länder des globalen Südens, sondern auch, dass diese Länder wirtschaftlich noch schlechter gestellt werden. 1995 fielen vier Prozent der Arbeitsstunden in Südasien Hitze zum Opfer, 2030 könnten es schon 5,3 Prozent sein. Ähnlich hohe Zahlen verzeichnen West- und Zentralafrika sowie Südostasien. Zum Vergleich: In Europa war es weniger als 0,1 Prozent – und diese Zahl soll auch 2030 so niedrig bleiben.

Das ist nun aber nicht nur eine Frage der Region. Traditionell sind stets die schwächer Gestellten am stärksten von Hitze betroffen:

  • Menschen, die körperliche Arbeit unter freiem Himmel verrichten müssen
  • Aber auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die heiße Innenräume nicht verlassen können
  • Arbeitende in der Industrie
  • Geflüchtete und Migrierende
  • Indigene und Menschen in abgelegenen Lebensräumen

Und vor allem …

Frauen.

Aus Hitze eine Genderdebatte zu machen, ist kein Debattieren nach gesellschaftlichem Gusto, sondern schlichtweg notwendig. Das zeigt eine Untersuchung, die die Ergebnisse von 53 Hitzestudien zusammenfasst: In 64 Prozent der Fälle leiden Frauen am meisten unter Hitze, in elf Prozent ist das Geschlecht unerheblich.

So stemmen vor allem Männer einen Großteil der körperlichen Arbeit im Bausektor (draußen und anstrengend). Aber schon in der globalen Landwirtschaft wird mehr körperliche Arbeit von Frauen geschultert (draußen und anstrengend). Es gibt zudem stichhaltige Hinweise, dass Hitze die Gewalt in Partnerschaften erhöht. Im Bereich der unentgeltlichen Arbeit müssen Frauen in Hitzewellen (noch) längere Fußmärsche unter gleißender Sonne auf sich nehmen, um Wasser und Nahrungsmittel zu besorgen.

Dort, wo Menschen dicht gedrängt sind – zum Beispiel in Geflüchtetencamps – stehen Frauen weniger Abkühlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Aus Sicherheitsbedenken können Sie mitunter keine Fenster und Türen öffnen oder abkühlende Bäder nehmen.

3. Der Klimawandel macht die Situation erst richtig heiß

Hitzewellen hat es immer gegeben. Aber durch den Klimawandel treten Hitzewellen häufiger auf, gepaart mit noch extremeren Temperaturen. Auch an Orten, die vorher eher als hitzefern zu bezeichnen waren. (Im Westen Kanadas wurde im Juni vergangenen Jahres die absolute Ausnahmetemperatur von 49,6 Grad gemessen.)

Extreme Hitzeereignisse, die in der Vergangenheit einmal in fünfzig Jahren aufgetreten wären, sind jetzt schon fast fünfmal so wahrscheinlich. Bei einer Erderwärmung von unter 2 Grad besteht eine 14-fache Wahrscheinlichkeit, gepaart mit gefährlichen Luftfeuchtigkeitsniveaus. Generell sind kombinierte und damit noch tödlichere Extremwetterereignisse wahrscheinlicher.

Karte zeigt Bewohnbarkeit von Gebieten bei Erderwärmung von 2 bis 2,5 Grad bezogen auf Lufttemperatur und Feuchtigkeit. In Europa, Nordasien, Nordamerika meistens bewohnbar. Kritische Gebiete in Südamerika, Afrika, Südasien, Nordaustralien, Mittelmeerraum, Südost-USA
Bildrechte: IFRC/OCHA/MDR WISSEN

4. Das große 1,5-Grad-Missverständnis

Diese 1,5 Grad Erderwärmung klingen immer so als könnten die Menschheit sie aus der Portokasse begleichen. Sie bedeuten aber nicht, dass sich die Spitzen von Hitzewellen um durchschnittlich 1,5 Grad erwärmen. Eine solche Erwärmung bedeutet, dass das Risiko hinsichtlich extremer Wetterereignisse nicht-proportional stark ansteigt. Der Weltklimarat prognostiziert, dass zum einen die Höchsttemperaturen signifikant schneller zunehmen, aber auch die Tiefsttemperaturen in der Nacht.

Sollte sich die Temperatur der Erde zwischen zwei und 2,5 Grad erwärmen, würde das dazu führen, dass ganze Gebiete auf der Erde unbewohnbar werden. Das betrifft große Teile Mittel- und Südamerikas und Afrikas, Süd- und Südostasien aber auch Gebiete des globalen Nordens – in den USA, Australien und Südeuropa.

5. Hitze trifft nicht nur die Menschenkinder

Es braucht nicht viel Vorstellungsvermögen, um der Tatsache ins Auge zu blicken, dass extreme Hitzewellen nicht nur den menschlichen Organismus schädigen. Sondern vieles, was kreucht und fleucht und gedeiht. Neben dem chronischen Einfluss des Klimawandels auf die Nutzpflanzenerträge, sind auch akute Auswirkungen von Hitzeereignissen zu beobachten, die der Ernte an den Kragen gehen. Zudem gibt es Hinweise, dass sich die verringerte Arbeitsfähigkeit von Feldarbeitenden auf die Erträge auswirken kann.

Nutzpflanzen sind das eine, Tiere abseits des Menschen das andere. Die Hitzeglocke über dem Westen Kanadas im vergangenen Jahr tötete Schätzungen zu Folge bis zu einer Milliarde Meerestiere. Nicht zu vergessen sind die indirekten Auswirkungen von Hitzewellen in Form von Waldbränden – und die Vernichtung von Pflanzen, Lebensräumen und letztendlich der dort befindlichen Tiere. Und die haben mit der Emission von Treibhausgasen von Natur aus bekanntlich wenig am Hut.

Also, was jetzt? 🤷

Aus dem Hitzepapier der UN gehen verschiedene Handlungsempfehlungen hervor. Und wahrscheinlich wird es nur ein Zusammenspiel derer richten:

  1. Augenblickliche Reduktion der Treibhausgas-Emissionen (wir kennen das Lied, aber es wird eben nun mal an erster Stelle gesungen)
  2. Anpassungsstrategien an das Leben mit Hitze (mit erheblichen finanziellen Investitionen)
  3. Vorhersage von Hitzewellen, in Kombination mit Luftfeuchtigkeit (sind sehr gut möglich)
  4. Frühwarnsysteme (durch gute Vorhersagen)
  5. Hitzeaktionspläne der Regierung (gefolgt auf Frühwarnsysteme)

Was über all diesen Punkten steht, ist das, was über sämtlichen Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung des Klimawandels steht:

Jetzt. Sofort. Heute.


🗓 Klima-Termine

Sonnabend, 15. Oktober – Meißen

Der BUND-Ortsverband lädt zum Gang durch den Meißner Stadtwald, um zu begutachten, welche (klimabedingten) Stressoren dem Wald vor unserer Haustür zu schaffen machen und was getan werden sollte, um den notwendigen Waldumbau zu fördern. 10 Uhr geht's los, Infos hier

Ab Sonnabend, 15. Oktober – Halle

Die Science Seeing Touren starten in der Saalestadt. Bei einem Stadtrundgang geht es künftig darum, welche Baumart das meiste CO2 speichern kann oder welche Mobilität die klimafreundlichste ist. Alle Infos hier. Die Touren finden auch in Bielefeld statt.

Donnerstag, 20. Oktober – Online

Die Klima Allianz lädt zur Online-Konferenz Mit Klimaschutz aus den Krisen. Dort soll diskutiert werden, wie eine zukunftsgerichtete und sozial gerechte Klima- und Energiepolitik in Deutschland und der EU zur Bewältigung der aktuellen Krisen beitragen kann. Infos und Anmeldung hier.

Donnerstag, 20 Oktober – Bad Düben

Bei der Regionalveranstaltung Klima unter dem Titel "Zu trocken und heiß, dann plötzlich zu nass – das Problem mit dem Wasser" im Heide Spa Hotel präsentiert das Fachzentrum Klima passende Lösungen und praktische Beispiele zur Klimaanpassung. Infos hier

21. bis 23. Oktober – Schönlind (Vogtland)

An diesem Wochenende treffen sich junge Naturschützende auf einer wilden Wiese im vogtländischen Elstergebirge, um auf einer artenreichen Feuchtwiese die Sense zu schwingen und dabei das Biotop kennenzulernen – zum Beispiel die spezialisierte Schmetterlingsart Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Anmeldung bei der BUNDjugend


📰 Klimaforschung und Menschheit

Hoffnung ist "starker Motor für Veränderungen"

Das argumentieren die Herausgebenden der medizinischen Fachzeitschrift The BMJ. Es gebe seit langem Belege dafür, dass Hoffnung "ein wichtiges Instrument zum Schutz des Wohlbefindens und zur Förderung des Aktivismus angesichts von Widrigkeiten" wie dem Klimawandel sei. Sie schlagen vor, sich von jungen Aktivistinnen und Aktivisten inspirieren zu lassen, "die sich die Hoffnung zunutze machen, um positive Veränderungen voranzutreiben". Hier geht's zum Leitartikel (eng.)

Klimawandel gefährdet Supercomputer und Infrastruktur

… schreibt das Magazin Science. Die werden unter anderem eingesetzt, um die Entstehung des Kosmos zu simulieren oder auch, um die Entwicklung des Weltklimas nachvollziehen zu können. Doch diese Supercomputer benötigen viel Strom und vor allem eine starke Kühlung. Genau deshalb könnte der Klimawandel zum Problem für viele Rechenzentren werden. Science berichtet jetzt über die Erfahrungen verschiedener Betreiber von Supercomputern. Denn im Sommer konkurrieren die stromintensiven Rechenzentren um Elektrizität und Wasser, die für die Kühlung der Anlagen benötigt werden, wenn diese Ressourcen zugleich wegen stärkerer Nachfrage knapp werden.

Indes warnte die UNO-Weltorganisation für Meteorologie vor den Folgen des Klimawandels für Energiesicherheit. Wetterextreme gefährdeten Kraftwerke und Infrastruktur wie Stromleitungen, ein Drittel der Heizkraftanlagen, die Kühlwasser benötigten, lägen in Regionen mit hoher Wasserknappheit.

Thunberg warnt vor kurzfristiger AKW-Abschaltung

Noch betriebene AKW sollten nicht abgeschaltet werden, um stattdessen Kohlekraftwerke aus der Reserve zu holen und dafür weniger von Gas abhängig zu sein. Zwei der drei verbliebenen deutschen AKW sollten zudem als Reserve bestehen bleiben, so Greta Thunberg in einem ARD-Interview. Mehr beim Dlf


📻 Klima in MDR und ARD

Wissen

Bodenstück mit bedrohten Tierarten, darunter Feldhamster, Schmetterlinge, Regenwurm, Maulwurf und Maikäfer. Im Hintergrund zeichnet sich ein Baum vor blauem Himmel ab.
Im Dezember findet der Artenschutzgipfel COP 15 in Montréal/ Kanada statt. Die internationale Politik möchte sich dort auf einen neuen Gesetzerahmen zum weltweiten Artenschutz verständigen. MDR WISSEN begleitet die Konferenz mit aktuellen Informationen zum Artenschutz. Bildrechte: MDR

👋 Zum Schluss

Es gibt eine noch lässigere Art zu reisen als mit Karten-App und Wikipedia. Die Idee nennt sich recht einfältig "Drive and Listen". Mein Lieblingsmitbringsel, das ich mir selbst von Reisen immer gern mit einpacke, sind örtliche Radiosender. Eine ganz herrliche Art, sich den Spirit und Alltag der Urlaubsregion ins Wohnzimmer zu holen. Drive and Listen geht einen Schritt weiter: 4K-Videofahrten mit Auto oder E-Scooter aus vielen Winkeln der Welt werden mit örtlichen Hörfunkprogrammen kombiniert, so als säße man vor Ort am Steuer. Zu erleben ist das ganze einmal hier und einmal hier.

Diese formidable Idee ist unentgeltlich und kostet höchstens ein bisschen Trinkgeld an diejenigen, die sie umgesetzt haben. Und vor allem kosten diese Reisen kaum Emissionen und CO2-Ausgleichszahlungen (zumindest wenn Sie's nicht übertreiben).

Wenn es doch immer so einfach wäre. Na dann, passen Sie auf sich und auf die Welt auf. Ich fahre jetzt durch Dubai.

Herzlich
Florian Zinner

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Schreiben Sie uns an klima@mdr.de.

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