Mars-Mission Geschafft: Helikopter Ingenuity ist auf dem Mars geflogen

Riesen Jubel bei den Ingenieuren von JPL und NASA. Ihr Helikopter Ingenuity (Einfallsreichtum) hat bewiesen: Wir können auf dem Mars fliegen. Beim ersten erfolgreichen Test hob Ingenuity heute (19.04.) für 30 Sekunden ab, schaffte drei Meter Höhe und landete sicher.

Mars Helikopter
Bestätigung durch die Bilder des Rovers Perseverance, der in 64 Meter Entfernung geparkt ist: Helikopter Ingenuity ist wirklich auf dem Mars geflogen Bildrechte: NASA/JPL

Große Erleichterung bei den Ingenieuren der NASA und des Jet Propulsion Laboratory, das Ingenuity entwickelt hat. Der Hubschrauber hat seinen Test auf dem Mars bestanden. Um 12:51 Uhr unserer Zeit kam die Bestätigung: Das 1,8 Kilogramm schwere Fluggerät ist auf dem roten Planeten abgehoben und gelandet. Eine Technologiedemonstration, ein Proof-of-Concept, das genau dies nachweisen sollte: Wir können auch auf anderen Planeten fliegen.

Sauberer Start, saubere Landung

Mit über 2.500 Umdrehungen seiner zwei gegenläufigen Propeller schaffte es der Helikopter um 12:33 Uhr Ortszeit auf dem Mars, sich in der extrem dünnen Atmosphäre (weniger als ein Prozent der Erdatmosphäre) zu erheben. Nach 30 Sekunden in der Luft setzte er sauber wieder auf dem Marsboden auf.

In den kommenden 30 Marstagen sollen weitere Flugmanöver folgen. Nach der Auswertung des Erstfluges könnte der nächste Einsatz ab dem 22. April erfolgen. Ingenuity muss nachweisen, dass er selbständig agieren, Flugmanöver ausführen und sauber landen kann. Wichtig ist dabei auch, dass der Helikopter seine Batterien warm genug halten kann, damit die Energie, die durch die Solarzellen aufgenommen wird, nicht auf dem kalten Mars verloren geht. Dann wird es auch weitere hochaufgelöste Bilder der zweiten Helikopterkamera geben. Sie ist für die Erkundung zuständig, die andere für die Navigation. Und die hat das erste Bild geliefert, auf dem der Helikopter seinen eigenen Schatten fotografiert hat.

Mars Helikopter
Die Navigationskamera von Ingenuity ist direkt nach unten gerichtet. So zeigt sie den Schatten des Fluggerätes aus drei Metern Höhe. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Warum gibt es keine Livebilder?

Der Hauptgrund dafür ist die Entfernung zum Mars, die derzeit 288 Millionen Kilometer beträgt. Das bedeutet: Selbst mögliche Livebilder würden erst mit 15 Minuten Verzögerung eintreffen. Die Daten des Fluges benötigen rund vier Stunden bis zum Download im JPL. Der Hubschrauber sendet seine Telemetrie-Daten und Bilder an die Helikopter Basis Station im Rover Perseverance, der ihn auf dem Mars abgesetzt hat. Von dort gehen die Daten zu einem Marsorbiter, der sendet sie an das Deep Space Network (ein weltweites Netzwerk von Parabolantennen) und von dort kommen sie zum JPL in Kalifornien.

Gebrüder Wright Flugplatz auf dem Mars

Der Ort dieses ersten Fluges auf einem anderen Planeten trägt seit heute auch einen Namen. In Erinnerung an die USA-Flugpioniere Wilbur und Orville Wright benannte ihn die NASA "Wright Brothers Field". Und dieser Flughafen ist jetzt auch offiziell anerkannt. Laut Håvard Grip, Ingenuity-Chefpilot, wird die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) die offizielle Bezeichnung IGY, Rufzeichen INGENUITY, in ihrem nächsten Reportvon bekanntgeben.

"Wir haben so lange davon geträumt, diesen Gebrüder Wright-Moment auf dem Mars zu erleben, und hier ist er", sagte MiMi Aung, Projektmanagerin des Ingenuity Mars Helicopter-Teams bei JPL.

gp

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Panoramaaufnahme 1 min
Bildrechte: NASA

NASA-Rover Perseverance hat am 21. Februar 2021 über 140 aufgenommen, die das Panorama um seinen Satndort im Jezero-Krater zeigen. Der Zoom zeigt, wie scharf die Aufnahmen sind.

Do 25.02.2021 15:19Uhr 01:00 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/aktuell/mars-panorama-rover-perseverance100.html

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