Geologie Perseverance Daten vom Mars bestätigen: Im Jezero Krater gab es Wasser

Drei neue Studien analysieren geologische Daten, die der Nasa Rover Perseverance im Jezero Krater auf dem Mars gesammelt hat. Verschiedene Fels- und Kristallstrukturen zeigen demnach, dass es hier früher Wasser gegeben hat.

Fotografie des Perseverance Rovers der Masgegend "Enchanted Lake" mit roten Felsen und Staub am Boden.
Neue Analysen der Felsen am Grund des Jezero Kraters zeigen: Hier gab es früher Wasser. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Im Jezero Krater auf dem Mars gab es früher tatsächlich Wasser. Das zeigen die Analysen mehrerer Felsformationen, zu denen der Nasa Rover Perseverance umfangreiche Daten geliefert hat. Drei Forschungsteams präsentieren die Ergebnisse ihrer Auswertung jetzt in den Fachmagazinen Science und Science Advances.

Felsen waren wahrscheinlich von Wasser umspült

Perseverance war gezielt in dem Krater gelandet worden, da bereits Aufnahmen aus der Luft vermuten ließen, dass es sich dabei um einen früheren See mit einem einmündeten Flussdelta handelt. Auch erste Untersuchungen von Perseverance 2021 hatten bereits Hinweise auf den See geliefert. Bereits die Namenswahl durch die Internationale Astronomische Union im Jahr 2007 war in dieser Hinsicht prophetisch. Denn der Krater ist zwar nach dem Ort Jezero in Bosnien und Herzegowina benannt. Jezero bedeutet aber auf Bosnisch und in anderen slawischen Sprachen "See".

Luftbild des Jezero Kraters auf dem Mars, der Landestelle des Rovers Perseverance der NASA
Luftbild des Jezero Kraters auf dem Mars, der Landestelle des Rovers Perseverance der NASA Bildrechte: ESA/DLR/FU-Berlin/NASA/JPL-Caltech

Ein Team um Eva Scheller und Joseph Razzel Hollis vom MIT und dem Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa hat nun Daten des Sherloc-Instruments an Bord von Perseverance ausgewertet.

Sherloc steht als Abkürzung für "Scanning Habitable Environments with Raman and Luminescence for Organics and Chemicals" und ist eines der Instrumente, dass Spuren früheren Lebens auf dem Mars identifizieren helfen soll. Die jetzt veröffentlichten Analysen der Daten von untersuchten Felsen zeigen, dass die Gesteine vor langer Zeit von flüssigem Wasser umspült waren. Darauf deutet speziell das Vorhandensein des Minerals Olivin hin.

Kein Beweis von Leben aber Zusammenspiel organischer Stoffe

Das Team fand zudem Spuren organischer Verbindungen, also komplexer Moleküle auf Basis von Kohlenstoff. Solche Spuren hatte bereits die Vorgängermission Curiosity auf dem Mars entdeckt. Sie allein sind noch kein Hinweis auf früheres Leben auf dem roten Planeten, denn sie könnten auch durch Meteoriten auf die Oberfläche gelangt sein oder durch chemische Reaktionen.

Eine Landschaft aus grauen Felsen und Staub auf dem Grund des Jezero Kraters auf dem Mars
Felsformation Santa Cruz auf dem Mars. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

"Insgesamt zeigen die Daten, dass die von Perseverance aus dem Boden des Kraters Jezero entnommenen Bohrproben wahrscheinlich Hinweise auf Karbonatisierung und die Bildung von Sulfaten und Perchloraten enthalten", fassen die Forschenden um Scheller und Hollis im Fazit ihrer Studie zusammen. Die bei der Untersuchung gefundenen Signaturen organischer Komponenten seien zudem ein starker Hinweis, dass es an den Untersuchungsorten ein Zusammenspiel gab zwischen magmatischem Gestein, umgebendem Wasser und organischem Material.

Hochauflösendes Instrument zeigt Staubverwirbelungen durch Mars-Helikopter Igenuity

Auch ein zweites Forschungsteam um James Bell von der Arizona State University hat deutliche Hinweise auf Wasser gefunden. Sie hatten Daten des Mastcam-Z-Instruments ausgewertet, einer extrem hochauflösenden Kamera, die multispektrale Aufnahmen machen kann. Demnach identifizierten die Forscher sowohl Felsen, die vulkanischen Ursprungs sind, als auch solche, die als Meteoriten auf den Mars gestürzt sind.

Sprünge und Verwitterungsspuren an den Felsen zeigen die wahrscheinliche Einwirkung von Wasser, während die Felsen selbst an Ort und Stelle geblieben waren. Die Mastcam-Z-Aufnahmen sind zudem so hochauflösend, dass das Team auch Staubverwirbelungen feststellen konnte, die einerseits durch lokale Drehwinde ("Staubteufel") entstanden sind, andererseits vom Mars-Hubschrauber Ingenuity verursacht wurden.

Daten geben Vorgeschmack auf die Analyse in einem Labor auf der Erde

Auch die dritte Studie eines Teams um Michael Tice von der Texas A&M University findet deutliche Hinweise von Wassereinwirkungen auf Felsen. Hier untersuchten die Forschenden die sogenannte Séítah Felsformation mit dem PIXL Instrument, das Röntgenaufnahmen gemacht hat. Diese zeigen wiederum Olivine, die in einer Umgebung mit wenig Wasser und Felsen entstanden sein müssen und in der es kein chemisches Gleichgewicht geben habe.

Zwei Aufnahmen der Séítah Felsen auf dem Mars.
Zwei Aufnahmen der Séítah Felsen auf dem Mars. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

All diese Daten lassen das große Potenzial auf weitere, bahnbrechende Erkenntnisse erahnen, wenn es gelingt, die von Perserverance genommenen Bodenproben auf die Erde zu bringen und hier im Labor zu analysieren. Eine Mission, die diese Proben abholen und zu uns bringen soll ("Sample-Return-Mission") wird von Nasa und Esa aktuell vorbereitet.

Illustration, die die verschiedenen Komponenten der Sample Return Mission von NASA und ESA zeigt: Rechts unten die Plattform, an der Perseverance die Proben an die Rückflugrakete übergeben soll. Darüber die Rückflugrakte. Oben links der Orbiter, der die Proben im Marsorbit entgegenehmen und dann zur Erde bringen soll. Ganz links ein Helikopter, der die Proben einsammelt und unten links schließlich Perseverance. mit Video
Diese Illustration zeigt ein Konzept für mehrere Roboter, die zusammen vom Perseverance Rover (links unten) auf der Marsoberfläche genommene Proben zur Erde transportieren sollen. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

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