Mikrokosmos Boden Wenn der Garten zur Gefahrenzone wird

Wenn alles grünt und blüht, buddelt man im Garten doppelt gern herum. Dabei verletzt man sich leicht. Doch Vorsicht - schnell werden aus Kratzern eitrige, puckernde Wunden, denn im Erdreich lauert manch unterschätzte Gefahr.

Trockenheit 4 min
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Über der Erde grünt und blüht es, man hat das Gefühl, man kann den Pflanzen regelrecht beim Wachsen zuschauen. Was wir dagegen nicht sehen, ist das unterirdische Leben im Erdreich: Ein gigantischer Mikrokosmos aus Bakterien, Viren, Pilzen und Einzellern. Ein regelrechter Zoo, sagt Professor Dr. Antonis Chatzinotas, bei dem viele Bewohner partnerschaftlich zusammenarbeiten. Die meisten davon sind unproblematisch für uns Menschen.

Corona im Garten? Kein Problem

Und auch das neue Coronavirus spielt keine Rolle im Kleingarten, wenn man nicht mit jemandem eng zusammenarbeitet, der infiziert ist, sagt René Kallies, Virologe am Umweltforschungszentrum Leipzig. Denn das Virus wird über Tröpfchen, Aerosole und in seltenen Fällen über Schmierinfektion übertragen, so Kallies.

Ich habe jetzt kein Szenario im Kopf, wie das Virus, selbst, wenn man es aushusten würde, wie das auf Boden kommt und da auch stabil bleibt, so dass sich dann wieder jemand am Boden infiziert. Die Chance halte ich tatsächlich für sehr sehr gering.

Dr. René Kallies, Virologe, UFZ

Mundschutz kann gegen Hanta helfen

Gartenarbeit - Gemüse wird angepflanzt
Schützen gegen Krankeneerger aus dem Erdreich: Handschuhe Bildrechte: imago images/Shotshop

Andere Organismen dagegen bekämpfen sich, sind im Wettstreit um Ressourcen und scheiden zum Beispiel Antibiotika aus um Gegner Schachmatt zu setzen: Streptokokken, Staphylokkoken und Clostridien. Streptokokken und Staphylokkoken können bei älteren Menschen mit schwachem Immunsystem Blutvergiftungen auslösen. Clostridien können zu Wundbrand und Tetanus, also Wundstarrkrampf, führen. Deshalb: Vor den kleinen Verletzungen beim Gärtnern schützen robuste Gartenhandschuhe.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist das Hantavirus. Es wird durch Nagetiere übertragen, die das Virus über ihren Speichel, Kot und Urin ausscheiden. Das Hantavirus ist sogar bei Trockenheit sehr stabil und überlebt tagelang. Das bedeutet also für uns bei der Gartenarbeit oder beim Werkeln im Geräteschuppen, da wo die kleinen Nager sich vielleicht häuslich eingerichtet haben: Mundschutz auf, damit man die Viren nicht einatmet.

Rötelmaus oder Waldwühlmaus
Rötelmaus: Kleiner Nager, der regional fiese Viren in sich trägt und verbreitet Bildrechte: IMAGO

(fs/lw)

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