TU Chemnitz Nachhaltig leben - wie geht das?

Wenn Sie einen Lippenstift kaufen, schauen Sie dann nach, ob da Mikroplastik drin ist? Wahrscheinlich nicht. Sie sollten das aber tun, falls Sie nachhaltig leben wollen. Denn Mikroplastik schädigt die Umwelt und damit den Menschen. Eine Ausstellung der TU Chemnitz gibt Tipps für ein nachhaltiges Leben. Annegret Faber hat sie sich angeschaut.

von Annegret Faber

Goldene Regeln für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Kinderkleidung steht zum Verkauf in einem Korb.
Stichwort Mode und Schönheit Kleidung aus Biostoffen, recyceltem Material oder Zweite-Hand kaufen; lokale Produzenten, Ökosiegel vorziehen, gebrauchte Kleidung verkaufen oder weitergeben. Mikrokügelchen und Mikroplastik meiden - Hinweise darauf geben die Inhaltsstoffe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polytetrafluorethylen (PTFE) und Nylon. Bildrechte: IMAGO
Kinderkleidung steht zum Verkauf in einem Korb.
Stichwort Mode und Schönheit Kleidung aus Biostoffen, recyceltem Material oder Zweite-Hand kaufen; lokale Produzenten, Ökosiegel vorziehen, gebrauchte Kleidung verkaufen oder weitergeben. Mikrokügelchen und Mikroplastik meiden - Hinweise darauf geben die Inhaltsstoffe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polytetrafluorethylen (PTFE) und Nylon. Bildrechte: IMAGO
Junge Frau bei der Gartenarbeit.
Gemüse selbst anbauen oder aus regionalem Anbau kaufen. Saisonal einkaufen. Lebensmittel nicht wegwerfen, sondern verschenken. Aus nichtb gegessenem Obst Saft und Marmelade herstellen. Bildrechte: IMAGO
Radfahrer
Stichwort Urlaub und Tourismus Auch im Urlaub an Natur- und Umweltschutz denken. Erholung geht auch regional. Wer fernreist, sollte vor Ort regionale Wertschöpfungsketten stützen und lokale Produkte einkaufen. Bildrechte: IMAGO
Abfall: Einwegbecher und Plastikgeschirr
Stichwort Konsum Verpackungen und Müll kann man vermeiden. Dinge lassen sich mehrfach verwenden, lokale Leih- und Tauschbörsen nutzen. Abfall korrekt trennen. Bildrechte: imago/Peter Sandbiller
Eine Hand sprüht mit einer Sprühflasche auf einen Fleck auf dem Waschbecken.
Stichwort Wohnen Es gibt auch umweltschonende Reinigungsmittel. Bei vielen Verschmutzungen helfen Hausmittel wie Backpulver oder Essig. Bildrechte: IMAGO
Eine junge Frau hält ein Smartphone in Händen
Information & Kommunikation Handy auch mal ausschalten. Geräte lange nutzen. Bildrechte: Colourbox.de
Sputnik Spring-Break
Stichwort Freizeit Festivals mit Label "Green event" besuchen - Großveranstaltungen belasten Verkehr und produzieren Müll. Fahrgemeinschaften und Mülltrennung helfen der Umwelt. Privat "analog" statt "digital" leben - Handy aus, Brettspiel raus, Freunde einladen, Bücher tauschen. Bildrechte: IMAGO
Eine Frau und ein Mann sitzen an Computern. Zwischen ihnen steht ein Coach, der sich zu der Frau vorbeugt und etwas auf ihrer Tastatur tippt.
Lebenslanges Lernen Nachhaltigkeit lernen oder entsprechene Studiengänge nutzen - Wasserwirtschaft, Stadtplanung, Waldwirtschaft. Bildrechte: imago/Westend61
Kaffeebecher steht auf einem Tisch.
Auch am Arbeitsplatz kann man für Nachhaltigkeit sorgen - das fängt beim WC-Papier an, geht weiter mit Geräten mit Umwelt- und Sozialsiegeln. Bildrechte: Westend61
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Im Eingangssaal des neuen Chemnitzer Hörsaalgebäudes hängen seit heute große Poster. Darauf Informationen für ein nachhaltiges Leben. Ein Thema: Mikroplastik in Kosmetik. Dass es das gibt, ist nichts Neues, aber die meisten wissen es nur nicht: Polyethylen, PE; PET, PMNA, Nylon - alles drin. Jeder dieser Kunststoffe muss auf der Verpackung drauf stehen und eigentlich hat die Kundschaft es selbst in der Hand, sich für oder gegen ein Produkt mit solchen Inhaltsstoffen zu entscheiden. Professorin Marlen Arnold von der TU Chemnitz sagt:

Prof. Marlen Arnold
Bildrechte: Annegret Faber

Damit ist sehr viel getan, weil dann die Konsumierenden ein Signal setzen und sagen, wir wollen die Produkte nicht mehr.

Prof. Marlen Arnold

Wer kauft, hat Macht! Auch das ist eine Botschaft der Ausstellung, sagt die Leiterin der Chemnitzer Professur für betriebliche Umweltökonomie und Nachhaltigkeit, "Sei wählerisch und schau genau hin." Anne Fischer, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Chemnitz, erklärt die Kriterien, die beim Aufbau der Ausstellung angelegt wurden.

Wir haben zehn Bedürfnisfelder festgelegt. Mobilität, Ernährung, Wohnen, Freizeit, Bildung, lebenslanges Lernen, Mode und Schönheit, allgemeiner Konsum, Urlaub und Tourismus und auch Information und Kommunikation.

Anne Fischer

Jeder Lebensbereich wird genau ausgeleuchtet: Was soll ich vermeiden, was bevorzugen? Sich immer wieder hinterfragen sei wichtig, auch um den so genannten Rebound-Effekt zu vermeiden, nach dem Motto, "Ich tue etwas Gutes und gönne mir danach mal etwas, das nicht so gut ist." Zum Beispiel: Ich steige um auf Elektromobilität - und leiste mir gleich zwei Fahrzeuge, weil das ja so umweltfreundlich ist. Vorher hatte die Familie aber nur ein Auto. Oder ich spare Geld für unnötige Anschaffungen - und fliege dann auf die Malediven.

Das ist eben genau das Schädliche für die Umwelt, weil die Emissionen nach oben gehen, weil der Ressourcenverbrauch weiter nach oben geht und zwar mehr als gut.

Prof. Marlen Arnold

Vieles, was in der Ausstellung aufgezeigt wird, ist zwar bekannt. Aber es muss immer wieder ins Bewusstsein gerufen werden, sagt Anne Fischer, auch wenn nicht jeder die Möglichkeit hat, das Thema Nachhaltigkeit in seinem Privatleben zu integrieren und das nicht immer einfach ist.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Radio | 30. Mai 2018 | 10:51 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2018, 12:15 Uhr