Diabetesforschung Möglicher neuer Wirkstoff gegen Typ-2-Diabetes gefunden

Neue Hoffnung für Menschen, die an Diabetes Typ 2 leiden: Die blutzuckersenkenden Effekte eines Medikaments und eines Hormons wurden in einem Wirkstoff kombiniert. Im Tiermodell hat die Medizin bereits funktioniert.

Blutzuckermessung
Der Typ 2 ist der häufigste der Diabetes. Da vor allem ältere Menschen betroffen sind, wurde er früher auch als Altersdiabetes bezeichnet. Mittlerweile leiden aber auch viele Jüngere darunter, was u.a. am zunehmenden Übergewicht und Bewegungsmangel liegt. Bildrechte: PantherMedia/Andriy Popov

An dem neuen Wirkstoff waren Expertinnen und Experten des Münchner Helmholtz-Zentrums für Gesundheit und Umwelt sowie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) beteiligt. Sie setzten dafür den bereits bewährten Wirkstoff Tesaglitazar ein, der bei Diabetes-Typ-2-Patienten den Glukose- und Fettstoffwechsel verbessert - allerdings Nebenwirkungen wie Nierenschädigungen nach sich ziehen kann. Daher nutzten die Forschenden den Trick, Tesaglitazar biochemisch an das Magen-Darm-Hormon GLP-1 zu binden, das schon länger bei der Behandlung von Typ-2 Diabetes eingesetzt wird.

Wirkstoff soll demnächst an Menschen getestet werden

"Durch diesen Kniff ist es uns gelungen, die blutzuckersenkenden Effekte von GLP-1 und Tesaglitazar in einem einzigen hochwirksamen Molekül zu vereinen und gleichzeitig Tesaglitazar aus Geweben fernzuhalten, in denen es schädliche Effekte hat", erklärt der Studienautor Dr. Timo Müller. In Tiermodellen wurde der neue Wirkstoff auch schon erfolgreich getestet. "In männlichen adipösen und diabetischen Mäusen verbessert er den Zuckerstoffwechsel deutlich stärker als die alleinige Behandlung mit den einzelnen Hormonen GLP-1 oder Tesaglitazar – und dies ohne schädliche Nebenwirkungen auf die Leber oder Niere", so Prof. Kerstin Stemmer, die ebenfalls an der Studie beteiligt war.

Laut den Forschenden reichen schon geringe Dosierungen des neuen Wirkstoffs, um den Blutzuckerstoffwechsel nachhaltig zu verbessern. Als nächstes steht nun seine Anwendung beim Menschen an. Dazu soll weiter erforscht werden, ob die Wirksamkeit der neuen Therapieform durch biochemische Anpassungen noch verbessert werden kann.

cdi/pm

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