InSight Mars-Maulwurf gräbt offenbar wieder

Der Mars-Lander Insight ist ein großer Erfolg. Nur die Sonde "Maulwurf" macht bislang Probleme: Sie kommt seit Monaten nicht voran beim Versuch, sich in den Marsboden zu bohren. Ein neuer Ansatz hat jetzt aber offenbar Erfolg.

Das Konzept dieses Künstlers zeigt den InSight-Lander, seine Sensoren, Kameras und Instrumente.
Künstlerische Darstellung des InSight-Landers. Die Sonde Maulwurf ist vorn rechts zu sehen. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Bislang war die NASA-Mars-Mission InSight ein großer Erfolg. Seit ihrer Landung am 26. November 2018 liefert die Sonde Daten über die Atmosphäre und die Geologie des roten Planeten. Zuletzt zeigte sie, dass die Marserde deutlich häufiger bebt und damit seismisch also viel aktiver ist, als bisher angenommen.

Deutsche Sonde Maulwurf konnte sich nicht in den Marsboden eingraben

Doch es gibt auch ein Sorgenkind und das ist die Sonde HP3, Spitzname "Maulwurf". Sie ist Deutschlands Beitrag zu Insight und soll eigentlich mehr Daten liefern zum inneren Aufbau des Mars und zu den Temperaturen in seinem Kern. Dafür hätte sie sich bereits vor Monaten in den Boden eingraben sollen auf etwa fünf Meter Tiefe. Doch das hat nicht funktioniert – bislang. Ein dritter Versuch könnte jetzt den entscheidenden Fortschritt gebracht haben.

Die Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hatten ursprünglich angenommen, dass der Boden an der Landestelle von Insight sandig ist. Sie konstruierten den Maulwurf so, dass er sich mit kleinen Hammerschlägen selbst in den Sand eingräbt. Allerdings zeigte sich dann, dass das Gestein stark klumpt und kaum Halt für den Maulwurf bot. Nachdem sie sich bereits einige Zentimeter tief eingegraben hatte, schraubte sich die Sonde wieder aus dem dem Boden heraus.

InSight sollte Maulwurf mit Schaufel unterstützen

Die Ingenieure versuchten dann, den Roboterarm von InSight zu nutzen. An dessen Ende befindet sich eine kleine Schaufel. Mit der wollten sie die Ränder der Grabestelle auflockern und das Loch mit Sand füllen, um dem Maulwurf den nötigen Halt zu geben. Aber auch dieser Versuch blieb ohne Erfolg.

Dann entschlossen sich die Forscher zu einem riskanten Mannöver. Die Schaufel sollte den Maulwurf ein Stück in den Marsboden drücken. Dabei durfte sie aber auf keinen Fall die an die Sonde angeschlossenen Daten- und Sensorkabel beschädigen.

Der Roboterarm von InSight wird über der Sonde "Maulwurf" platziert.
Mit Hilfe des Roboterarms von InSight und der daran angebrachten Schaufel soll sich der Maulwurf wieder in den Marsboden eingraben können. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

NASA-Tweet: Maulwurf gräbt sich wieder ein

Ein Tweet der NASA gibt jetzt vorläufigen Anlass für Optimismus. Offenbar ist das komplizierte Manöver gelungen und der Maulwurf wieder rund einen Zentimeter im Marsboden verschwunden. In den kommenden Wochen soll sich dann zeigen, ob die Sonde diesmal ihrem eigentlichen Ziel in fünf Metern Tiefe näher kommt.

0 Kommentare