
Wissen-News Sturm lässt das Wasser schneller kochen
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17. Juli 2024, 16:10 Uhr
Nicht nur große Höhen, sondern auch Stürme lassen das Wasser schneller kochen. Grund sind die mit solchen Tiefdruckgebieten einhergehenden niedrigeren Luftdrucke. Sie sorgen für einen geringeren Siedepunkt – und damit auch für schwächeren Tee, wie britische Forscher leidvoll erfahren mussten.
Nicht nur große Höhen, sondern auch Tiefdruckgebiete mit Sturm lassen das Wasser schneller kochen. Das haben Forscher der University of Reading in Großbritannien nachgewiesen. Das Meteorologen-Team um Caleb Miller und Giles Harrison maß während des Sturms "Ciarán" am 2. November 2023 einen Luftdruck von lediglich 953,6 Hektopascal. Dieser niedrige Luftdruck sorgte dafür, dass das Teewasser der Wissenschaftler bereits bei 98 Grad Celsius zu kochen begann.
Normalerweise beträgt der Luftdruck auf Meeresniveau 1013,25 Hektopascal. Bei diesem Wert siedet Wasser bei genau 100 Grad. Das westlich von London an der Themse gelegene Reading liegt 61 Meter über dem Meeresspiegel. Einen spürbaren Einfluss auf den Siedepunkt hat eine so geringe Höhe nicht, da der Siedepunkt erst etwa pro 300 Meter Höhe um einen Grad sinkt. Grund für den niedrigeren Siedepunkt am 2. November 2023 war also der Luftdruckabfall infolge des Sturms. Wie die Forscher in ihrer Studie im Fachjournal "Weather" feststellten, dürfte der Tee von Millionen Briten an diesem Tag etwas schwach ausgefallen sein, da aufgrund der sturmbedingt niedrigeren Siedetemperatur die für die Extraktion der Tannine empfohlenen 98 bis 100 Grad nicht überall erreicht worden seien. Grüner Tee dagegen war nicht betroffen, da für dessen Zubereitung kein kochendes Wasser nötig ist. Allerdings wird der in England kaum getrunken. In Deutschland macht er immerhin acht Prozent des Teeverbrauchs aus.
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Teetrinker und Studien-Hauptautor Giles Harrison zeigte sich erstaunt, "dass ein Sturm die Temperatur des kochenden Wassers außerhalb des empfohlenen Bereichs für die Zubereitung von gutem Tee bringt". Auch so manches Frühstücksei und manche Nudel dürfte an besagtem Tag im Süden Großbritanniens nicht perfekt gelungen sein. Übrigens ist das immer noch klagen auf hohem bzw. – von der Höhe her gesehen – niedrigem Niveau. Auf dem 8.848 Meter hohen Mount Everest würde man erst gar nicht die für die Gerinnung des Eiweißes nötigen 84 Grad erreichen. Von dem perfekten Wasser für guten Schwarztee wollen wir erst gar nicht reden.
dpa (dn)
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02. Mai 2024 | 06:50 Uhr
X AE A-99 vor 37 Wochen
Weiß ehrlich nicht ob ich lachen oder heulen soll bei solchen pseudowissenschaftlichen Studien.
Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Tiefdruckgebiet gut für die CO2-Emmission ist, da Energieeinsparung und man beim Hochdruckgebiet das Fleisch schneller garen kann, also wieder gut für den CO2-Abdruck. Weitere Forschung ist somit absolut weiter nötig!