Projekt an Uni Oxford Neuer HIV-Impfstoff wird erstmals an Menschen getestet

Neben der Corona-Pandemie bleibt Aids eine große Herausforderung für die Menschheit. Vor genau 25. Jahren, am 7. Juli 1996, wurde die erste Therapie gegen das Virus präsentiert. Und wo stehen wir heute? Forschende an der Uni Oxford haben nun einen weiteren Schritt geschafft auf dem Weg zu einer wirksamen Impfung gegen das HI-Virus, das die Krankheit auslöst: Sie untersuchen einen neuartigen Impfstoff erstmals an menschlichen Probanden.

HIV Impfung
Bildrechte: IMAGO / Cavan Images

Derzeit bestimmt die Corona-Pandemie die Nachrichten, doch jährlich infizieren sich auch weiterhin rund 1,7 Millionen Menschen mit HIV. Zwar ist das Virus nicht mehr so tödlich wie früher und die von ihm ausgelöste Krankheit Aids kann durch Medikamente in Schach gehalten bzw. durch sogenannte PrEP-Mittel verhindert werden - vor genau 25 Jahren wurde die erste HIV-Therapie vorgestellt. Dennoch bleibt ein wirksamer HIV-Impfstoff ein weiterer wichtiger Baustein im Kampf gegen die Aids-Epidemie.

Impfstoff soll besser wirken als bisherige Kandidaten

Auf dem Weg dahin haben Wissenschaftler der Universität Oxford nun eine große Hürde genommen: die Zulassung zur klinischen Phase I, bei der Medikamente oder Impfstoffe erstmals an einer kleinen Zahl von gesunden menschlichen Probanden getestet werden. Wie die Uni mitteilte, soll dabei die Sicherheit, Verträglichkeit und immunogene Aktivität des Impfstoffs HIVconsvX getestet werden, der gegen alle Varianten von HIV-1 wirken soll.

Dafür bekommen 13 Probanden im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die HIV-negativ sind und kein hohes Ansteckungsrisiko haben, den Impfstoff zweimal innerhalb von vier Wochen verabreicht. Die Studie ist dabei Teil der Europäischen Initiative für einen Aids-Impfstoff (EAVI2020), mit der die Europäische Kommission verschiedene Forschungsprojekte zu HIV-Vakzinen fördern will.

"Achillesferse" von HIV wird angegriffenen

"Diese Untersuchung ist die erste von mehreren, die zu einer neuen Impfstrategie gehören, bei der sowohl HIV-negative Menschen geschützt als auch bereits Infizierte behandelt werden sollen", erklärte Prof. Tomas Hanke von der Uni Oxford.

Denn im Fall von HIVconsvX würden die kraftvollen T-Zellen des menschlichen Immunsystems dazu angeregt, die älteren und damit besonders verwundbaren Regionen des HI-Virus anzugreifen - die "Achillesferse" von vielen HIV-Varianten, so die Forschenden. Frühere Impfstoffkandidaten funktionierten dagegen über Antikörper, die von den B-Zellen gebildet werden, neben den T-Zellen der andere Teil der menschlichen Immunantwort.

Erste Ergebnisse der Studie sind für April 2022 geplant, ähnliche Versuche sollen zudem im restlichen Europa, in Afrika und den USA folgen. "Auch vor dem Hintergrund besserer Medikamente zur Aids-Behandlung und zum Schutz davor bleibt ein Impfstoff gegen HIV-1 die beste Lösung im Kampf gegen die Aids-Epidemie", resümiert Prof. Hanke.

cdi

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