Sentinel1-Mission A-74: Hier löst sich ein Eisberg von der Antarktis

Der Eisberg A-68 ist gerade erst in diverse Einzelteile zerbrochen, da löst sich der nächste Eisbrocken von der Antarktis. A-74 ist allerdings "nur" viermal so groß wie Leipzig und noch weiß niemand, wo es ihn hintreibt.

Der nächste Eisberg ist los: Schon seit 2019 hatte ihn die Eisforschung auf dem Radar, als sich erste Risse im Eis zeigten. Jetzt hat er sich gelöst, seit dem 26. Februar ist der Eisbrocken nicht mehr mit dem Festland verbunden. Das zeigen Bilder der Sentinel1-Mission der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Wissenschaftler Mark Drinkwater von der ESA zufolge wurde das Kalben, also der Abbruch des Eisbrockens, schon seit Wochen erwartet.

Was passiert nun genau mit dem Eisberg? Drinkwater zufolge gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder wird der Eisberg in den kommenden Wochen und Monaten von der schnellen südwestlichen Küstenströmung mitgerissen. Oder er läuft auf Grund und stößt gegen das südliche Brunt-Schelfeis. Mit Hilfe der Sentinel1-Mission wird der Eisberg weiter beobachtet, um herauszufinden, in welche Richtung er sich bewegt.

Eigentlich ist A-74 ein Zwerg unter den Eisberg-Riesen

Grafik der Umrisse des abgebrochenen Eisbergs am Larsen C-Schelfeis und Größenvergleich mit der Stadtfläche Berlin
Die Grafik zeigt die Größe des Eisbergs im Vergleich zu Berlin (der graue Fleck in der Mitte). Bildrechte: Alfred-Wegener-Institut / Martin Kuensting, CC-BY 4.0

Mit den Ausmaßen von A-68, dem Eisberg, der sich 2017 vom Larsen-C-Schelfeis abgelöst hatte, ist A-74 nicht zu vergleichen: Der frisch abgelöste Eisbrocken hat eine Fläche von 1.270 Quadratkilometern - und ist damit etwa viermal so groß wie Leipzig. A-68 hatte dagegen eine Fläche von 5.800 Quadratkilometern und war damit gut zweimal so groß wie das Saarland.

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