Vorsatz für 2023 Warum nicht mal das Gehirn pflegen? Drei Zutaten reichen

Was haben Sie sich vorgenommen für 2023: Mehr Sport treiben, mit dem Rauchen aufhören, weniger Alkohol, gesünder ernähren? Dann sind Sie in großer Gesellschaft, das will fast jede/r Zweite: dem Körper Gutes tun. Und was ist mit dem Gehirn? Darum kümmert sich kaum jemand. Schade eigentlich.

Eine Frau mit Mütze macht beim Eisbaden ein Foto
Gehirnbooster Eisbad? Wer im Winter draußen schwimmen geht, hat viel Bewegung, ein hervorragendes Small-Talk-Thema und lernt auch neue Menschen kennen. Bildrechte: Liane Watzel

Eisbaden, Neujahrslauf, Katerfrühstück oder beim Frühstück bzw. Brunch beraten, wann man anfängt mit welchem der guten Vorsätze für 2023 – wie starten Sie ins neue Jahr? Der erste Tag des Jahres ist ja oft der Startschuss für neue Vorhaben: Täglich 10.000 Schritte gehen, fünf Stück Obst oder Gemüse pro Tag verputzen, nur noch eine Stunde am Tag dem Handy widmen, am Morgen mit Gymnastik beginnen, einmal die Woche schwimmen gehen, pro Monat eine Woche zuckerfrei leben ... Oder wie die Statista-Umfrage zeigt: Für 2023 haben sich 49 Prozent der Befragten vorgenommen, gesünder zu essen, 48 Prozent wollen mehr Sport treiben, 36 Prozent wollen abnehmen, 20 Prozent wollen aufhören zu rauchen, 18 Prozent weniger Alkohol trinken.

Die häufigsten guten Vorsätze für das Jahr 2023 als Balkendiagramm.
Bildrechte: MDR/Statista

Gehirnpflege als Plan für 2023? Fehlanzeige! Schade eigentlich

Hm. Die meisten Vorsätze drehen sich also um das Wohlbefinden unseres Körpers. Immerhin zeigt das, dass wir ziemlich genau wissen, was unserem Alltag fehlt. Ja Leute, hallo, und der Geist, der Kopf, das Gehirn? Die Statistik zeigt zwar: Immerhin wollen 43 Prozent der Befragten mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Aber so richtig auf dem Schirm haben wir unser Gehirn offenbar nicht, wenn es darum geht, es gezielt in Schuss zu halten. Damit ein Gehirn gepflegt altern kann, braucht es übrigens gar nicht viel. Im Wesentlichen sind es drei Zutaten unter vielen Faktoren: Bewegung, soziale Interaktion, leidenschaftliches Interesse. Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus Norwegen. In der Forschungsarbeit heißt es, dass besonders diese drei Schlüsselelemente helfen, das Gehirn in Schuss zu halten, regelmäßig zu stimulieren und gut zu altern.

Wohlfühl-Faktoren für das fitte Gehirn im Alter

Das Team um Wissenschaftler Hermundur Sigmundsson hatte 101 frühere Studien zur Hirn-Gesundheits-Erhaltung durchgeackert und nach Übereinstimmungen abgeklopft. In der Forschungsarbeit legen Sigmundsson und sein Team dar, wie diese drei Faktoren, Bewegung, Sozialleben und Leidenschaft/Neugier, in einem großen Wohlfühl-Kreislauf miteinander verstrickt sind. Und der sieht so aus: Wer sich leidenschaftlich für ein Thema interessiert, stimuliert sein Gehirn, bewegt sich mehr und ist aktiver, hat dadurch mehr soziale Kontakte und fühlt sich dadurch wohler. Oder wie Sigmundsson sagt: "Wer sein Leben aktiv gestaltet, hilft, das zentrale Nervensystem zu entwickeln und wirkt so der Gehirnalterung entgegen." Wer schon aktiv ist ist, kennt das vielleicht: Durch Hobbys, für die man sich begeistert, hat man immer neuen Gesprächsstoff mit anderen, lernt vielleicht neue Menschen kennen, und bleibt automatisch aktiver

Gehirn pflegen – How to?

Wobei das mit dem Körperlich-aktiv-sein vermutlich das Schwierigste ist. Das merkt man besonders, wenn es draußen zum Beispiel ungemütlich regnerisch und windig ist. Oder einfach nur eiskalt: Um so kuscheliger ist es nämlich unter der Sofadecke mit der Aussicht auf einen Bildschirm mit spannenden Filmen, witzigen Kommentarspalten, hitzigen Online-Debatten. Hat sich der innere Schweinehund da einmal häuslich eingerichtet, ist es schwer, sich vom Sofa aus der Decke zu schälen und die Mattscheibe auszuschalten. Nicht allerdings, wenn man ein reges Sozialleben pflegt, einer Leidenschaft frönt oder sich neugierig neue Themenwelten erobert. Forscher Hermundur Sigmundsson sagt: "Leidenschaft, also ein starkes Interesse an einer Sache, kann der entscheidende, treibende Faktor sein, der uns dazu bringt, Neues zu lernen." Denn das hat Folgen, sagt der Forscher, "das wirkt sich mit der Zeit dann auf die Entwicklung und den Erhalt unserer neuronalen Netze aus". Wann wir anfangen, unser Gehirn mit neuen Eindrücken zu füttern, ist ziemlich schnuppe. Es kann also auch Neujahr sein.

Ein Paar auf dem Sofa.
Fernsehen zählt nicht zu den 3 wichtigsten Zutaten fürs gesunde Gehirn. Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

lfw