Klimawandel Der zweitwärmste Winter seit Beginn der Aufzeichnungen

Kein Schnee im Flachland, nur wenige Tage mit Frost, frühlingshafte Temperaturen im Februar: Der Winter 2019/20 ist offensichtlich sehr warm. Meteorologen erwarten, dass es der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen wird.

Eine Frau kniet auf dem Boden und macht Fotos von Krokussen
Mitte Februar blühen an vielen Orten in Deutschland bereits die ersten Krokusse. Bildrechte: ARD.de

Es ist Mitte Februar, als die Temperaturen in Leipzig fast die 20 Grad Marke erreichen. Im Auwald beginnt bereits der Bärlauch aus dem Boden zu sprießen. Es fehlen noch zehn Tage bis zum Ende des meteorologischen Winters (am 1. März beginnt der Frühling). Doch bereits jetzt ist klar: Es wird einer der wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Februar ist bislang 5 Grad zu warm

"Die Temperaturen in Dezember und Januar lagen 3,5 Grad Celsius über dem Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990", sagt der Meteorologe Florian Imbery vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Der Februar weiche bislang sogar 5 Grad vom Durchschnitt ab. Eine sichere Prognose für die kommenden 14 Tage sei zwar nicht möglich. Ein Kälteeinbruch sei derzeit aber auch nicht wahrscheinlich.

"Die Abweichung kann sich vielleicht noch um einen Zehntelbereich ändern", schätzt Imbery. Aber dass jetzt kalte Tage die Bilanz des Winters wieder ausgleichen, sei mehr als unwahrscheinlich. Dagegen werde der Winter 2019/2020 wohl der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden, schätzt der DWD-Experte. Er geht davon aus, dass die Abweichung zwischen 3,9 und 4,0 Grad betragen werde. Das wird bislang noch vom Winter 2006/2007 übertroffen, der sogar 4,2 Grad zu warm war.

Fünf der zehn wärmsten Winter in Deutschland seit 2000

Auffällig ist in den langjährigen Datenreihen: Von den zehn wärmsten Wintern seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 war die Hälfte seit dem Jahr 2000. "Die Winter haben insgesamt eine größere Variabilität als die Sommer", sagt Imbery.

Die Ausschläge nach oben und nach unten seien größer. Generell zeige sich aber ein deutlicher Trend. Seit 1882 ist es in Deutschland im Schnitt um 1,6 Grad Celsius wärmer geworden.

Gefahren für Pflanzen durch zu warmen Winter

Die Folgen für die Pflanzenwelt sind bereits deutlich sichtbar. In Süddeutschland stehen viele Bäume bereits vor ihrer Blüte. Damit werden sie anfällig für vielleicht noch folgende Frostnächte. Wird es während der Blühphase nachts noch einmal sehr kalt, können viele Blüten absterben. Für Obstbauern könnte das hohe Ernteausfälle bedeuten. Anderen Pflanzen fehlt wiederum der Kältereiz, den sie benötigen, um im Frühjahr ihre Wachstumsperiode zu beginnen.

(ens)

6 Kommentare

Sascha vor 25 Wochen

Hallo MDR,wir haben in der Schule dieses Thema,ihr werdet es nicht glauben ,ausführlich behandelt. Das Klimazonen sich verschieben und die Erde im ständigen Klimawandel steht.Nun in früheren Zeiten hatten wir wärmere Phasen. In Schottland wurde Wein angebaut,oder in den Alpen wurde Viehzucht in 2000m Höhe betrieben.Wie konnte nur der Mensch dies überleben. Ganz einfach er passte sich an. Das werden wir auch tun. Zum Glück gab es keine Handys und Medien die Panik verbreiteten. Und wer den Beitrag die große Klimalüge gesehen hat ,sieht das aus einen andere Aspekt. Dort kamen die führenden Klimaforscher der Welt zu Wort ,und sie kritisierten den IPPC scharf.Keiner bestreitet den Klimawandel,aber wie er uns eingetrichtert wird ist schon beachtlich.Das erinnert an Gehirnwäsche.

MDR-Team vor 25 Wochen

Von welchem Ausmaß haben Sie denn in Ihrer Schulzeit über die Verschiebung der Klimazonen gesprochen? Ganz davon abgesehen, macht das langjährige Wissen über den Klimawandel selben nicht weniger bedeutsam und ist auch kein Grund dafür, nichts dagegen zu tun.

MDR-Team vor 25 Wochen

@C.T.,
tatsächlich ist es nicht richtig nachvollziehbar, dass Sie den vielfältigen negativen Auswirkungen auf Landwirtschaft, Ökonomie, Gesundheit und Umwelt durch die Erderwärmung freudig entgegensehen. Folgen der Erderwärmung sind z.B. das vermehrte Auftreten von Waldbränden oder Krankheitserregern. Auch für die Tierhaltung sind Beeinträchtigungen zu erwarten, etwa durch Veränderungen bei den Weideflächen und dem verfügbaren Wasser. Letztlich geht es auch um viel Geld. Welche positiven Effekte sollen das aufwiegen?