#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 7. September

1949: Reichsbahn wird zur Bundesbahn

In der Bundesrepublik wurde 1949 die Deutsche Reichsbahn in Deutsche Bundesbahn umbenannt. Im Osten Deutschlands rollte sie unverdrossen unter ihrem alten Namen weiter, unter anderem um Betriebsrechte in West-Berlin zu behalten. So war die Deutsche Reichsbahn der DDR in beiden Stadthälften für den Personen-, Güter- und S-Bahnverkehr verantwortlich. 1984 übernahm die BVG in West-Berlin den S-Bahnbetrieb. Beide Unternehmen, Reichsbahn und Bundesbahn, wurden als Staatsbetriebe geführt.

Am 1. Januar 1994 vereinigten sich Deutsche Reichsbahn und Deutsche Bundesbahn zur Deutsche Bahn AG, so wie es der Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR 1990 vorgesehen hatte. 

Ein junger Mann auf dem Führerstand einer Diesellok
Alte Reichsbahn-Diesellock Bildrechte: dpa

1950: Berliner Stadtschloss gesprengt

Die Kriegsruine des Berliner Stadtschlosses wurde 1950 gesprengt. Das barocke Bauwerk galt der SED-Führung als Inbegriff des preußischen Militarismus und musste einem Platz für Aufmärsche weichen. Bis zum Ende des Kaiserreiches 1918 diente der Bau als Stadtschloss der Hohenzollern. Es war 1442/1443 erbaut worden. Ab 1918 war es der Sitz von Behörden, Kunst- und Wissenschaftseinrichtungen.

Nach der Sprengung 1950 wich die Ruine einem großen Platz für Aufmärsche. Am 1. Mai 1951 fand auf der nun "Marx-Engels-Platz" genannten Fläche eine erste Maikundgebung statt. Im November 1973 wurde auf dem Gelände der Grundstein für den "Palast der Republik" gelegt, der 1976 als "Volkshaus" und zugleich Sitz der DDR-Volkskammer eröffnet wurde. 1990 wurde der Palast wegen Asbestbelastung geschlossen und der Rohbau schließlich zwischen 2006 und 2008 abgerissen. 2013 begann der Wiederaufbau des Berliner Schlosses an historischer Stelle. Im Sommer 2021 öffnete das Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss seine Pforten für Besucher.

Im Forum werden unter anderem Berlins völkerkundliche Sammlungen und das Stadtmuseum untergebracht. Benannt ist die Einrichtung nach dem Naturforscher und gebürtigen Berliner Alexander von Humboldt.

1987: Honecker besucht Bundesrepublik

DDR-Staatschef Erich Honecker besuchte 1987 die Bundesrepublik. Empfangen wurde er von Bundeskanzler Helmut Kohl in Bonn. Es war der erste und einzige Besuch eines ostdeutschen Staatsoberhaupts in der BRD vor der Wende und zugleich Honneckers außenpolitischer Höhepunkt.

Für den SED-Generalsekretär und seine Partei bedeutete der "Arbeitsbesuch eines Staatsoberhaupts mit Exekutivgewalt" die nächste Stufe der Anerkennung der DDR als zweiten deutschen Staat durch die Bundesrepublik. Auf westdeutscher Seite betonte man hingegen, dass es sich nicht um einen offiziellen Staatsbesuch handelte und wollte das Aufeinandertreffen mit Kohl als Mittel zum Zweck der Annäherung verstanden wissen – mit dem Ziel der Wiedervereinigung im Blick.

Helmut Kohl und Erich Honecker 1987
Helmut Kohl und Erich Honecker 1987 vor dem Bundeskanzleramt in Bonn Bildrechte: IMAGO