Teasergrafik Altpapier vom 4. Juni 2019: Von einem Facebook-Logo aus verbreiten sich viele rote lächelnde Smilies.
Bildrechte: MEDIEN360G / panthermedia

Das Altpapier am 4. Juni 2019 Viele böse lächelnde rote Smilies

Nachrichtenseiten "liefern ihre Leser an Facebook aus". Verlage liefern ihre Zeitschriften bei denen ab, die sie noch haben wollen (und die Zeiten, in denen sie als Träger für Spiele-CD-ROMs dienten, sind erst recht vorbei). Sowie: "Rezo, sind Sie die deutsche Greta Thunberg", oder wenigstens Sascha-Lobo-Fan? Außerdem: Twitter hofiert Chinas Regierung zum Massaker-Jahrestag. Ein Altpapier von Christian Bartels.

Teasergrafik Altpapier vom 4. Juni 2019: Von einem Facebook-Logo aus verbreiten sich viele rote lächelnde Smilies.
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Irgendein Tag ist ja immer, und Montag war, wie Nutzern sog. soz. Medien begegnet sein könnte, #Weltfahrradtag. Vielleicht deshalb hat der Turbo-Trendsetzer Gruner + Jahr gestern seinen Ausstieg aus dem Verlag Motor Presse Stuttgart (durch Verkauf seiner Mehrheitsanteile an die bisherigen Minderheitsgesellschafter, die Gründerfamilien, die "die Geschichte unserer Familie fortschreiben ..." wollen) verkündet.

Zwar gibt die Motor Presse auch Titel, die mit Verbrennungs- oder Elektromotoren wenig zu tun haben, wie Runners' World, Men's Health oder Soul Sister heraus und könnte mit ihrer austauschbaren, dafür kraftvollen Selbstdarstellung ("Spezialisiert auf Leidenschaft! ... begeistert durch starke Markenwelten und neue Produkte") ziemlich perfekt zu G+J passen. Doch zu dessen "Ziel, in Deutschland und Frankreich der kreativste und innovativste Verlag mit starken Publikumsmarken – gedruckt wie digital – zu sein ...", nicht mehr ganz. Oder so.

Dass außer bei der Auflage ein Problem auch in Werbeeinnahmen liegt, merkt dazu das FAZ-Wirtschaftsressort an: "sprich die Marketingbudgets der großen Hersteller fließen tendenziell in andere Kanäle". Es handelt sich auch nicht um die einzige Transaktion im Geschäft mit bunt bedrucktem Papier. Ebenfalls gestern wurde das letztmalige Erscheinen der gedruckten Computer Bild Spiele im August angekündigt – also einer Line-Extension der Line-Extension von Springers großer Zeitung. Springer "begründet die Hefteinstellung damit, dass sich die Gamer beinahe ausschließlich online über ihr Hobby informieren", referiert der Tagesspiegel die Pressemitteilung. Dazu hat er nicht nur krasse Zahlen bei der IVW herausgesucht (" ... zu ihren Hochzeiten im Jahr 2002 eine verkaufte Auflage von rund 736.000 Exemplaren. Zuletzt wurden weniger als 28.000 Zeitschriften verkauft"), sondern weiß auch, dass es den einst wichtigsten Kaufanreiz schon länger nicht mehr gibt: "Bereits seit Anfang des Jahres wird zusätzliche Software nicht mehr über eine Heft-CD, sondern nur noch digital verbreitet". Schließlich sind CD-ROMs eine zwar jüngere, aber dennoch deutlich ausgestorbenere Mediengattung als Zeitschriften aus Papier.

Springer & KKR (und z.B. die GfK)

Die vielfältigen Springer-Aktivitäten verdienen derzeit besondere Aufmerksamkeit. Schließlich steckt der Noch-auch-Verlagskonzern mitten in Ankündigungen eines diffusen, großen Geschäfts (Altpapier gestern). Dass Springer "aus seinem Digital-Büdchen iKiosk" Titel des Bauer Media Group entfernte, und das auch noch mit einer verdammt "missverständlichen Formulierung", wie turi2.de herausfand, ist wohl nicht sehr entscheidend. Digitalkioske sind keine ganz großen Geschäfte.

Mehr Brisanz besitzt, wie das neue Angebot Google Jobs im "Wettkampf der Job-Plattformen" Springers Angebot namens Stepstone, "das zu den größten Jobbörsen in Deutschland zählt" und zu den nicht-journalistischen Geschäftszweigen, in denen der Konzern stark ist und noch wachsen möchte, "quasi über Nacht" marginalisierte. Eine entsprechende Untersuchung referiert meedia.de. Was Google seinen unzähligen Nutzern vorschlägt, die zu großen Teilen von der Existenz anderer Suchmaschinen aktiv gar nichts wissen, verdrängt alles übrige in Echtzeit.

Und aus solchen Gründen will Springer weg von der Börse und lieber die Finanzinvestoren KKR an Bord holen. Wie selbstbestimmt das geschieht und mittelfristig bleiben könnte, beschäftigt weiterhin die Auguren.

Mediadb.eu, das Portal des Kölner Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik, das die Liste der weltgrößten Medienkonzerne herausgibt, hat unter der Überschrift "Was plant die New Yorker Investmentfirma KKR (vormals Kohlberg Kravis Roberts)?" schon mal ein Dossier über deren sprunghaft angestiegenen Aktivitäten auf dem deutschen Medienmarkt angelegt. Fun fact: Im März kaufte KKR Günter Jauchs Fernseh-Firma, die unter anderem für RTL "Stern TV" produziert – also die Fernseh-Line-Extension der letzten G+J-(Bertelsmann)-Zeitschrift mit zumindest manchmal noch universal-journalistischen Ansprüchen. Noch vor zehn Jahren hätte so was Medienwächter in helle Aufregung versetzt ...

Zwar höre man "von KKR ..., mit den anderen Einkäufen in der deutschen Medienlandschaft habe die Springer-Sache nichts zu tun." Doch dass nicht-börsennotierte Unternehmen die Öffentlichkeit nicht über all ihre Pläne informieren müssen, dürfte für Springer den Charme der Idee mit ausmachen. Peter Weissenburger weiß in der taz dann noch weitere deutsche Aktivitäten von KKR ("... ist das, was man in den 2000ern oft 'Heuschrecke' genannt hat) aufzuzählen. Außer hinter Investitionen in Glasfasernetze stehe der Finanzinvestor "hinter der Gesellschaft für Konsumforschung, die die deutschen TV-Einschaltquoten erhebt" – also jener Nürnberger GfK, deren Name inzwischen "Growth from Knowledge" und deren Reichweitenmessung für "Werbetreibende, Medieninhaber und Media Buyer" sehr viel Geld bedeutet, im Werbefernsehen ganz besonders. Genau betrachtet, hat KKR die GfK sogar so von der Börse genommen, wie es bei Springer auch geplant zu sein scheint. Der taz jedenfalls schwant nichts Gutes für Springers Blätter (oder sie unkt gerne gegen die Welt, dass "es schon viel schneller dazu kommen" könnte, "dass dieses Produkt eingestellt wird ...").

Das angesprochene Diffuse ist, wie sich die Mehrheitsverhältnisse bei Springer künftig darstellen, auch weil außer der aktuellen Mehrheitsaktionärin Friede die Axel-Springer-Enkel ebenfalls Anteile halten. "Es ist sicherlich nicht geplant, dass Friede Springer hier ihren Einfluss, ihre Mehrheit verlieren wird, aber das ist nicht ganz ausgeschlossen", meinte der Dortmunder Journalismus-Ökonomie-Professor Frank Lobigs gegenüber Deutschlandfunks "@mediasres". Und auf die Frage, ob Medienunternehmen und erst recht solche, die Journalismus machen, denn an der Börse gut aufgehoben sind, entfuhr ihm erst ein schön ruhrpott-hafter "Boh!"-Ausruf, bevor er antwortete, dass sie es eher nicht seien. Wofür netzpolitik.org sozusagen einen aktuellen Beleg bietet.

"Riesige Listen abgerufener URLs" (für Facebook & Partner)

Gastautor Matthias Eberl hat viele Internetauftritte großer deutscher Medien untersucht. Sowohl die der wichtigsten Springer-Titel, der Zeitungen Bild und Welt (aber auch von Computerbild), als auch die relativ wichtigen G+J-Titel wie Brigitte, Gala, Stern zieren in der langen Titelliste in der Mitte des netzpolitik.org-Gastbeitrags allesamt zwei bis drei böse dreinblickende rote Smilies. Was sie bedeuten: die Präsenz von "Facebook-Trackern" auf den Portalen wie in deren einzelnen Artikeln.

"83 Prozent der hier untersuchten Zeitungen, darunter Qualitätsblätter, liefern ihre Leser an Facebook aus", und bei Zeitschriften sehe es eher noch übler aus, meint Eberl. Facebook tracke sämtliche Nutzer, also nicht allein seine Mitglieder, nicht mehr in der alten Form des gerichtsnotorischen Daumen-rauf-Buttons, sondern in der von "Custom-Audiences-Tools" wie dem "Facebook Pixel". Während Die Zeit und G+J durch ihre Presseabteilungen mitteilten, "dass man den Einsatz der Facebook-Tracker trotz der umfangreichen Datenweitergabe für richtig und legal hält", hält Eberl das Vorgehen für allerspätestens seit der DSGVO gesetzeswidrig und glaubt, die Verlage nähmen "bewusst das Risiko eines Bußgeldes in Kauf – vermutlich auch, weil in dieser Sache noch keine Urteile oder Strafen gefallen sind. In der Branche nennt man das euphemistisch den 'risikobasierten Ansatz'." Was genau an der Praxis anstößig ist?

"Der Einsatz auf Seiten einzelner Nachrichtenartikel ist besonders problematisch: Damit bekommt Facebook Einblick in die Interessen der Leser. Es entstehen riesige Listen abgerufener URLs, die alle auf verschiedenen Nachrichtenseiten gelesenen Artikel einer Person enthalten können. Und daraus lassen sich auch besonders sensible Informationen wie Weltanschauungen oder Gesundheitsdaten ableiten. Das Missbrauchspotential dieser Daten ist enorm, wie der Datenskandal um Cambridge Analytica gezeigt hat."

Zu positiven Ausnahmen gehören "einige technikaffine Portale wie Gamestar, GMX und Heise" und sämtliche öffentlich-rechtliche Seiten (die sich ja auch nicht durch Werbung finanzieren müssen). Eberl äußert durchaus auch Verständnis für das – im Wettbewerb mit quasimonopolistischen Kooperationspartnern wie eben Facebook – schwierige Geschäft der Werbefinanzierung. Was es noch schwieriger macht, sei die Vielzahl eingeschalteter externer Unternehmen: "Hinter den Kulissen beklagt man, dass die großen Werbevermarkter, etwa der Ströer-Konzern, schwer dazu zu bringen seien, auf Facebook zu verzichten."

Rezo als Scoop des Spiegel (und Herausforderung für Talkshows)

Ströer? Dieses Werbeunternehmen betreibt t-online.de und kam zuletzt hier vor, weil seine Tochterfirma Tubeone den Aufmerksamkeits-Shootingstar Rezo vermarktet.

Wo dieser aktuell u.a. drauf ist: auf dem Spiegel, dessen "Rezoluzzer"-Titel ein bisschen ausschaut, als wollte er den Relotius mit Rezo austreiben. Das Titel-Thema wurde gestern hier angetickt. Das Interview "Mir geht die Pumpe", das SPON nun auch (aber: €) anbietet, ist lesenswert, nicht nur, weil es ja tatsächlich ein gewisser Scoop ist, den Youtuber für ein ausführliches Interview mit einem klassischen Medium gewonnen zu haben.

Die Frage, die Anne Will sicher gern gestellt hätte ("Rezo, sind Sie die deutsche Greta Thunberg?"), nimmt Alexander Kühn ihr gleich zu Beginn aus dem Mund. Und bevor er am Ende eine ähnlich smarte Frage nach einer ähnlich ikonischen Gestalt aus dem SPON-Marken-Imperium stellt ("Ist der Blogger Sascha Lobo ein Stilvorbild für Sie?"), geht es auch um interessante Themen. Etwa darum, warum der eloquente Youtuber nicht längst in Talkshows sitzt. "Ich habe ein Problem mit Stottern. Für mich ist deshalb klar, dass ich nicht der Hauptbeteiligte in einem öffentlichen Streitgespräch sein will", antwortet er offen und gibt dann auch Einblicke in die Produktionsbedingungen von Youtubern. Grundsätzlichere Gründe hat seine Haltung aber ebenfalls:

"Ich schaue kaum fern, aber, ey, natürlich habe ich schon mal 'Anne Will' gesehen. Die Gäste unterbrechen einander ständig. Dafür bin ich nicht der Richtige. Ich würde sagen: Der Erste hat jetzt das und das gesagt, meine Meinung ist aber die und die, der Zweite hat das und das gesagt, aber man muss auch berücksichtigen, dass ... Spätestens da würde mich jemand stoppen."

Was heißt: Außer für die (womöglich mehr oder minder ehemaligen) Volksparteien sind der junge Youtuber und das, wofür er steht, eine Herausforderung auch für all die Talkshows in den öffentlich-rechtlichen Sendern, die – allen GfK/ KKR-gemessenen Quoten zufolge – noch breitenwirksamste Form medialer Politikvermittlung darstellen. Und in denen man seit Jahren meist denselben Talking heads beim einprägsamen Wiederholen ihrer wichtigsten Botschaften (sowie Einander-Unterbrechen) zusehen kann.

Die Meinung, "dass Rezo in nur einer Stunde 'Sozialkunde' über die Inkompetenz der Regierungspolitiker effizienter informieren konnte als die etablierten Medien in der Dauerberieselung", äußerte gerade im Telepolis-(Online)-Magazin des erwähnten Heise-Verlags Markus Kompa. Und dass kräftige Meinungen, auch wenn man sie nur teilweise oder gar nicht teilt, das Spektrum bereichern, ist ja auch etwas, das im Mainstream häufig in Vergessenheit zu geraten droht.


Altpapierkorb (Twitter zum Tiananmen-Jahrestag, Rundfunkgebühr-Indexmodell, Medienkonzern-Boykott, Ringier-Kritik, Jugendschützer-Streit ...)

+++ Vor genau 30 Jahren fand das Tiananmen-Massaker in Peking statt. Dazu hat Arte einen Dokumentarfilm über den 2017 in chinesischer Haft gestorbenen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo im Programm, den die FAZ-Medienseite heute empfiehlt. Und Twitter, das vermeintlich sympathische soz. Netzwerk, hat auch vorbereitet: "Three days before the most sensitive political anniversary on the Chinese calendar, Twitter suspended the accounts of Chinese political commentators in what it said was an accident" (New York Times).

+++ Wenn sich am Mittwoch wieder die 16 Ministerpräsidenten treffen, werde es "Beratungen zum Finanzierungsmodell" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks "geben, das ist sicher, sehr unsicher ist, ob es Beschlüsse geben wird". Joachim Huber vom Tagesspiegel bezieht Position gegen das Indexmodell: "Kommt der Index via Inflationsrate, dann wird die Inflationsrate sagen: Was kann ich dafür, dass der Index so hoch ist? Und die Rundfunkpolitik wird sagen: Was können wir dafür, dass der Rundfunkbeitrag so hoch ist? So wird Verantwortung ausgelagert."

+++ Die SZ-Medienseite erzählt ausführlich die Geschichte der "Frau, die einen der mächtigsten Schweizer Verlage in die Knie gezwungen hat", der Grünen-Politikerin Jolanda Spiess-Hegglin. Beim Verlag handelt es sich um Ringier mit dem Revolverblatt Blick.

+++ Außerdem geht's dort um eine "ganzseitige Anzeige mit der Überschrift 'Wir brauchen die Todesstrafe wieder!'", die Donald Trump in den 1990er in vier New Yorker Zeitungen schaltete. +++ Außer Unternehmen oder ganze Volkswirtschaften zu boykottieren, empfiehlt Trump jetzt auch den Boykott eines ganzen Medienkonzerns (der US-amerikanischen AT&T, der CNN gehört). Meldet der Standard.

+++ Ebenfalls erschütternd: das FAZ-Interview (€) mit der mexikanischen Reporterin und "Freedom of Speech"-Award-Preisträgerin Anabel Hernández ("Ich hoffe, erklären zu können, dass die dortige Tragödie, die humanitäre Krise, die wir in Mexiko erleben, die ganze Welt etwas angeht ...").

+++ "Möglicherweise wird es bei Kanälen von deutschen YouTubern demnächst öfter heißen: 'Dieser Kanal ist nur in der Zeit von 22.00 bis 6.00 Uhr online'": Die Medienkorrespondenz bietet die Geschichte des eskalierten, nun vorm Verwaltungsgericht ausgerichteten Streits zwischen den Institutionen KJM (Kommission für Jugendmedienschutz/ Landesmedienanstalten) und FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter/ Unternehmen), die lieber als miteinander zu reden durch jeweils beauftragte Gutachten kommunizieren, die ihre Auffassungen bestätigen, nun als ausführlichen Leitartikel frei online. Siehe zuletzt diesen Korb.

+++ Der "Zielkonflikt", ob das derzeit entstehende deutsche 5G-Netz eher "leicht zu überwachen" oder aber "sicher und vertrauenswürdig" sein soll, ist auch noch nicht entschieden (SPON).

+++ "Man kann zu Broder und seinen Provokationen gewiss oft geteilter Meinung sein, aber dass der jüdische Publizist, dessen beide Eltern die Hölle der KZs in Auschwitz und Buchenwald überlebten, den Holocaust verharmlose und verspotte, das ist nun doch eine eher absurde Sichtweise" (Stefan Winterbauer bei meedia.de zu einem weiteren Gerichtserfolg, den Rechtsanwalt Steinhöfel gegen Facebook erzielte; es ging um Ausschnitte aus einer ARD-Sendung). +++ "Um vor dem nordkalifornischen Bezirksgericht eine Klage gegen seinen Mandanten Facebook nach dem Cambridge-Analytica-Skandal abweisen zu lassen, verlegte sich der Medienanwalt Orin Snyder jetzt auf eine andere Taktik: Das Recht auf Schutz der Privatsphäre werde von Facebook deshalb nicht verletzt, führte er am Mittwoch aus, weil es von den Nutzern sozialer Netzwerke gar nicht erwartet werde. 'Es gibt kein Eindringen in die Privatsphäre, weil es keine Privatsphäre gibt'", schreibt die FAZ-Medienseite).

+++ Die Pointe "Manche Leser mögen sich fragen: Kann der Erwerb dieser Medien steuerlich geltend gemacht werden – als Parteispende?" zündete bei welt.de neulich, als es um einen "Tagesthemen"-Kommentar des ARD-Chefredakteurs Rainald Becker ging, nicht so richtig. Nun verwendet Welt am Sonntag-Chefredakteur Johannes Boie sie in seiner "kleinen Presseschau – als Momentaufnahme des Denkens (und Hoffens) einiger Leitmedien" noch mal.

+++ "Die traurige Ironie ist, dass diese performative Störung nur schwer reproduzierbar ist", wendet Samira El Ouassil in ihrer uebermedien.de-Kolumne gegen den Henning-Sußebach-Vorschlag, das sehr gelobte Joko & Klaas-Moment zu einer regelmäßigen Sendung zu machen (Altpapier gestern) ein: "In dem Moment, wo diese Erzählung keine Störung mehr darstellt, in dem Augenblick, in dem sie erwartbar wäre, ähnlich wie Schweigeminuten nach Tragödien, würde sie in der Routine ertragbar genug werden, so dass der Zuschauer nicht mehr zuzuhören braucht."

Neues Altpapier gibt's wieder am Mittwoch.

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