Das Altpapier am 5. Mai 2022 Das Verschwinden der Neugierde

Die Polit-Talkshows sind inhaltlich nicht breit genug aufgestellt. Klimajournalismus sollte sich am "Klima-Urteil" des Bundesverfassungsgerichts orientieren. Parteilichkeit im Journalismus bedeutet nicht, dass ein Autor einer bestimmten Partei nahesteht. Ein Altpapier von René Martens.

Das Altpapier am 5. Mai 2022: Porträt des Altpapier-Autoren René Martens
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Zu viele Pausen, zu wenig Vielfalt

Der Sommer ist nicht mehr allzu fern, und insofern bietet es sich an, frühzeitig in eine Debatte einzusteigen, die in jener Jahreszeit vermutlich weitere Kreise ziehen wird. Die "Süddeutsche Zeitung" (€) tut es heute in ihrem Medienseiten-Aufmachertext. Es geht um die Sendepausen der Polit-Talkshows, und der aktuelle Anlass für Kathrin Müller-Lancés Text ist die osterferienbedingte Nicht-Behandlung der Stichwahl in Frankreich bei "Anne Will", "Hart aber fair" und "Maischberger - Die Woche".

22 Will-freie Sonntage und 18 Plasberg-freie Montage gibt es zum Beispiel pro Jahr, rechnet Müller-Lancé vor, und daran wird sich bis mindestens einschließlich 2023 auch nichts ändern, weil das vertraglich exakt so geregelt ist (vgl. Medienkorrespondenz-Archiv). 2021 gab es zum Beispiel Kritik daran, dass trotz Superwahljahr "Anne Will" zwischen dem 13. Juni und 22. August pausierte, ich hatte das seinerzeit für die taz aufgegriffen.

Man kann davon ausgehen, dass die Kritik in dieser Hinsicht in diesem Jahr noch ein bisschen lauter sein wird. Es sei denn, der russische Angriffskrieg endet vor den Sommerpausen unserer Talk-Gastgebenden, aber davon ist ja nicht auszugehen.

Müller-Lancé wirft dann noch eine weitere Frage auf:

"Warum (stellen) sich die Shows, die senden, nicht inhaltlich breiter (auf)? Schließlich widmete keine einzige der großen öffentlich-rechtlichen Talksendungen der Frankreich-Wahl eine ganze Sendung. Stattdessen: etwas Corona, viel Krieg in der Ukraine. 'Die Präsidentschaftswahl in Frankreich wurde vom Krieg in der Ukraine überschattet', heißt es dazu vom ZDF. 'Talkshows berichten über das, was die aktuelle Debatte und den öffentlichen Diskurs beherrscht. Das sind in den vergangenen Monaten der Ukraine-Krieg und seit zwei Jahren die Corona-Krise', teilt die ARD mit."

Mit diesen Statements machen sich die Sender natürlich einen schlanken Fuß. Als hätte das ZDF selbst keinen Einfluss darauf, welche Themen andere "überschatten". Als wären die "aktuelle Debatte" und der "öffentliche Diskurs" naturzustandsähnliche Gegebenheiten, auf die die ARD bloß reagiere. Als trügen nicht gerade Talkshows dazu bei, Debatte und Diskurs zu formen.

Die Auswahl von Themen in Talkshows (und die Substanz des Umgangs damit) gehören auch zum Spektrum des von der Initiative "Klima vor acht" herausgegebenen Buchs "Medien in der Klima-Krise", das gerade erschienen ist. Die Programmkritik im Detail bezieht sich, das liegt in der Natur einer Buchproduktion, hier nicht auf Aktuelles, sondern auf länger zurückliegende Zeiträume. Zum Beispiel in einem Beitrag von Annika Joeres ("Die Zeit") und Susanne Götze ("Spiegel"):

"Als zwischen 2016 tatsächlich alleine in der Windkraftbranche 26.000 Menschen ihre Jobs verloren, gab es dazu nur wenige Medienberichte – und erst recht keine Talkshows. Obwohl damit mehr Menschen arbeitslos wurden, als es aktuell überhaupt Jobs in der gesamten Braunkohleindustrie gibt."

Oder in einem Text von Michael Brüggemann (Uni Hamburg) und Susan Jörges ("Stuttgarter Zeitung"):

"Selbst im Dürrejahr 2018 ging es in den deutschen Polit-Talkshows 'Anne Will', 'Maybrit Illner', 'Hart aber fair' (…) nur dreimal um das Klima und neunmal um Umwelt- und Energiethemen."

Das Buch erscheint in einer Woche, in der einmal mehr deutlich wird, dass es, was die Notwendigkeit, maßgebliche Maßnahmen gegen die Klimakrise zu ergreifen, nicht fünf nach zwölf ist, sondern fünf nach eins. Stefan Schmitt schreibt in einem Leitartikel für die neue Ausgabe der "Zeit" (€):

"Jeder zehnte Mensch, der gerade lebt, erlebt seit einigen Wochen die Zukunft", und er bezieht sich dabei auf die "Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius im Schatten", die in Indien und Pakistan herrschen. Einen Bogen zu einem tagesaktuell derzeit oft präsenten Themenaspekt schlägt Schmitt hier auch:

"Und es keimt in dieser Krise bereits die nächste, denn wegen der Hitze dürfte die Weizenernte hinter der der Vorjahre zurückbleiben. Womöglich wird Indien weniger exportieren, ausgerechnet in dieser Saison, in der schon ukrainischer Weizen auf dem Weltmarkt fehlt und den global Schwächsten Hunger droht."

Der Kardinalfehler beim digitalen Umbau

Um zu den Inhalten des Buchs zurückzukommen: Jenseits der konkreten Kritik an Berichterstattung geht es auch um übergeordnete Fragen. Der Dokumentarfilmer Robert Krieg etwa, der bis zum Dezember 2021 dem Rundfunkrat des WDR angehörte, biegt an einer Stelle seines Beitrags in eine Richtung ab, in die er bereits vor rund einem Jahr in dem Beitrag "Gemeinwohl oder Markt: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Scheideweg" für die "Blätter für deutsche und internationale Politik" argumentiert hatte:

"Der notwendige digitale Umbau der Öffentlich-Rechtlichen geht teilweise in die falsche Richtung. Er kapriziert sich auf die vielen Einzelinteressen einer segmentierten Gesellschaft und löst sie in Zielgruppen auf. Man spricht von Kundenprofilen, die jeweils einzeln zu bespielen seien (…) In vielen Diskussionen des Rundfunkrats, an denen ich teilnahm, ging es der Leitung des WDR als Begründung für den eingeschlagenen Weg immer darum, die jungen Menschen erreichen zu wollen, die nicht mehr die herkömmlichen linearen Programme nutzen. Ich halte das für ein vorgeschobenes Argument."

Könnte man die ARD also auch "Strobl Valley" nennen? Zumindest vorübergehend, denn Programmdirektorin ist frau ja nicht auf Lebenszeit.

Im Folgenden geht Robert Krieg auf Entwicklungen ein, die im Altpapier beispielsweise im Kontext von sogenannten Reformen im Radiobereich schon auf eine zumindest entfernt ähnlich Weise kritisiert wurden:

"Tatsächlich werden unter dem Einfluss von Unternehmensberater:innen und Apologet:innen der Privatwirtschaft die öffentlich-rechtlichen Medien zu einem Produkt umgedacht. Hier liegt der kardinale Fehler. Mit sogenannten Reformen werden Güter des gesellschaftlichen Gemeinwohls auf eine rein marktwirtschaftliche Zukunft getrimmt. Auf diese Orientierung wird jede Innovation abgeklopft (…) Damit unterscheiden wir uns nicht mehr von dem Geschäftsmodell der 'Big Five' aus dem Silicon Valley. Wir verlieren die Fähigkeit, uns auf das nicht sofort erkennbar Interessante einzulassen (…) (und) befördern das Verschwinden der Neugierde auf Neues."

Krieg bringt in dem Kontext nun ein Argument aus der Kategorie "Umgekehrt wird ein Schuh draus":

"Gerade weil der gesellschaftliche Zusammenhalt in einer diversen, sozial und kulturell fragmentierten Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich ist, kommt den Öffentlich-Rechtlichen die zentrale Aufgabe zu, einen Raum für diesen herzustellen."

Wobei man nun natürlich fragen könnte, ob es zwingend ist, solche Überlegungen in einem Buch auszuführen, in dem es um die unzureichende Berichterstattung über die Klimakrise geht. Krieg schreibt:

"Es muss (…) vor allem darum gehen, Themen zu identifizieren und zu bearbeiten, die von gesamtgemeinschaftlichem Interesse sind und nicht einzelne Identitäten und Interessen bedienen. Beispiele sind die Wohnungspolitik, die Sozialpolitik und die Klimakrise. Nur so haben die öffentlich-rechtlichen Medien eine längerfristige Daseinsberechtigung und Überlebenschance. Nur so werden sie sich erfolgreich den Kräften aus Politik und Gesellschaft widersetzen können, die ihre Abschaffung oder doch zumindest radikale Verkleinerung fordern."

Mit einer Berichterstattung, wie der frühere Rundfunkratsmann sie fordert, wird man die "Kräfte aus Politik und Gesellschaft", die "die Abschaffung oder doch zumindest radikale Verkleinerung" des ÖRR fordern, natürlich nicht überzeugen, weil für diese eine von einem "gesamtgemeinschaftlichem Interesse" geleitete Berichterstattung über die genannten Themen des Teufels ist, aber möglicherweise wird man damit die prinzipiellen Anhänger des ÖRR überzeugen, sich stärker für dessen Erhalt einzusetzen.

Forderung nach Aufklärung über die Zukunftsdimension der Grundrechte

Kriterien für eine angemessene Klimaberichterstattung leiten sowohl Krieg als auch der WDR-Redakteur Jürgen Döschner aus der Ende April 2021 verkündeten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu Verfassungsbeschwerden in Sachen Klimaschutz ab - ähnlich wie die Autorinnen und Autoren der kürzlich veröffentlichten Klimajournalismus-Charta (siehe dazu das Altpapier von Dienstag vergangener Woche und einen kürzlich erschienen taz-Beitrag). In der Charta heißt es dazu konkret:

"Das Pariser Klimaabkommen von 2015 und das 'Klima-Urteil' des Bundesverfassungsgerichtes von 2021 sind für den Klimajournalismus Richtschnur und Leitplanken."

Krieg schreibt nun:

"Als tragende Säule bei der Einhaltung unserer Grundrechte sind insbesondere die öffentlich-rechtlichen Medien gemäß ihrem Auftrag dazu angehalten, darüber aufzuklären, dass künftige Generationen in der Ausübung ihrer Grundrechte eingeschränkt werden."

Und Döschner sagt in einem Interview, das Friederike Mayer von "Klima vor acht" für das Buch mit ihm geführt hat, über das Urteil:

"Das Grundgesetz wurde so interpretiert, dass der Erhalt der Lebensgrundlagen auch für die zukünftigen Generationen gewährleistet sein muss. Das ist für mich eine Orientierung. Es geht um einen gewissen moralischen Grundkonsens, das kann auch die Erklärung der Menschenrechte sein oder für Christen vielleicht die Zehn Gebote. Es wird oft verwechselt mit Parteilichkeit, also dass man einer bestimmten Partei nahesteht. Aber das hat damit nichts zu tun. Wenn ich von Parteilichkeit rede, ergreife ich Partei für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen."

Der geleakte Urteilsentwurf und die Medien

Um beim Thema höchstrichterliche Rechtsprechung zu bleiben: Dank eines Leaks hat politico.com den Entwurf eines Urteils des US-amerikanischen Supreme Courts zum Abtreibungsrecht publik machen können, das an christlich-fundamentalistischer Ideologie orientiert ist und eine Grundsatzentscheidung von 1973 für nichtig erklärt. Der Urteilsentwurf ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der Kampf gegen sog. westliche Werte auch im sog. Westen stattfindet (Formulierung inspired by Danijel Majić).

Die medienkolumnistisch relevante Frage in diesem Kontext: Warum und von wem wurde der Entwurf an "Politico" durchgesteckt? Sarah Katharina Stein schreibt dazu bei verfassungsblog.de:

"In Betracht kommen (…) eigentlich nur die (Supreme-Court-Richter) selber, 36 sog. law clerks und Sekretariatspersonal (…) Chief Justice Roberts sieht in der Veröffentlichung einen Verrat und betont, dass es sich nicht um die endgültige Version der Entscheidung handelt. Leaks aus Kreisen des Supreme Courts sind ungewöhnlich und selten, wenn auch nicht beispiellos. Allerdings ist noch nie eine draft opinion durchgesickert – das Geschehen ist daher besonders bemerkenswert. Während konservative Kommentator*innen von einem leak durch ein*n Mitarbeiter*in eines liberalen (Richters) ausgehen, spricht auch einiges für die Theorie, dass der Draft aus dem konservativen Lager der Presse zugespielt wurde. Bestimmte Passagen des Urteils rühmen die Unabhängigkeit des Gerichts von der öffentlichen Meinung. Befürchtet wird, dass eine eventuelle Stimmänderung (die zu einem anderen Ausgang führen könnte) als Reaktion auf das Leck gelesen werden könnte. Die Stimmänderung könnte sodann ihre Legitimität verlieren; gleichzeitig kann dieses Szenario Justices (hoch im Rennen: Roberts und Kavanaugh) von einer Stimmänderung abhalten."

Annika Brockschmidt übt für "Volksverpetzer" Kritik an Teilen der Berichterstattung:

"Nun werden bereits erste Medienstimmen laut, die beschwichtigen: Noch sei nichts entschieden, es handele sich erst um einen Entwurf. Die DPA-Korrespondentin Julia Naue schreibt auf Twitter 'die Stimmen können sich noch ändern' – und suggeriert, als bestünde eine realistische Chance, dass der ein oder andere Richter seine Meinung noch ändern könnte."

Dem sei nicht so:

"Kann sich an der Sprache oder an einigen Formulierungen noch etwas ändern? Sicher. Am Inhalt wird sich nichts ändern (…) Wie John Roberts sich entscheidet, ist noch unklar – doch das bedeutet lediglich, dass noch nicht sicher ist, ob es eine 5-4-Entscheidung oder eine 6-3-Entscheidung wird. Das Ergebnis ist dasselbe."

Wie konservative Journalistinnen und Journalisten (und konservative Politiker in konservativen Medien) den Inhalt des Urteilsentwurfs herunterzuspielen versuchen - daraufhin geht wiederum die US-amerikanische Ausgabe des "Business Insider" ein.

Der momentan tödlichste Krieg

Kritik daran, dass über bestimmte Kriege zu einem bestimmten Zeitpunkt viel berichtet wird und über andere wenig bis gar nicht, ist oft berechtigt. Aber sie ist immer auch eine Gratwanderung - weil man zum Beispiel nicht den Eindruck erwecken möchte, über einen bestimmten Krieg werde zu viel berichtet. Andrea Böhm bekommt es in einem Beitrag für die "Fünf vor acht"-Kolumne bei Zeit Online jedenfalls gut hin:

"Ich würde gern nicht über Putins Krieg schreiben. Das wird nicht klappen – und genau das ist der Punkt. Im April bin ich zwei Wochen durch die Ukraine gereist. Ich war geschockt von den Gräbern notdürftig verscharrter Opfer und den zerstörten Wohnhäusern. Ich war beeindruckt von einer kreativen, mutigen Zivilgesellschaft, die seit Kriegsbeginn umkämpfte Städte versorgt und Evakuierungen organisiert (…) Gleichzeitig spürte ich ein wachsendes Unbehagen mit meiner eigenen Branche, mit den Trauben von Fotografen und Reporterinnen (mich eingeschlossen) in Butscha und Irpin, mit der Welle von Titelgeschichten, Sondersendungen und Schlagzeilen über diesen Krieg. Ich bin keine Ukraine-Spezialistin, auch keine Osteuropa-Expertin. Ich beschäftige mich mit Ländern in Afrika und Nahost. Und mit jedem weiteren Tag in Kiew, Butscha, Irpin oder Tschernihiw wurde mir klarer, welche existenziellen Krisen in diesen vermeintlich fernen Regionen nun vollends von unserem medialen Radarschirm verdrängt werden."

Auch die Verwendung von Superlativen ist im Zusammenhang mit Kriegen ambivalent, aber da folgende Passage Informationen enthält, die für mich neu sind (was möglicherweise nicht für mich spricht), hebe ich sie an dieser Stelle hervor:

"Der momentan tödlichste und brutalste Krieg findet nicht in der Ukraine statt, sondern in Äthiopien. Nach Schätzungen von Experten sind dort seit Ausbruch der Kämpfe zwischen Rebellen und Regierung im November 2020 500.000 Menschen getötet worden – durch Waffengewalt, absichtlich herbeigeführten Hunger oder weil die medizinische Versorgung zusammengebrochen ist."


Altpapierkorb (deutsche Journalistin weiterhin in Bagdad inhaftiert, Bilder des getöteten ukrainischen Fotografen Maks Levin, die Show des Friedrich Merz)

+++ Dass die Angriffe der irakischen Armee in der jesidischen Autonomieregion Şengal im Nordirak derzeit auf "unserem medialen Radarschirm" (Böhm) präsent sind, lässt sich eher nicht sagen. Weiterhin in einem Geheimdienstgefängnis in Bagdad in Haft sitzen die Berliner Journalistin Marlene F. und ihr slowenischer Kollege Matej K. (siehe Altpapier von Dienstag vergangener Woche). Sie wurden während der Berichterstattung aus besagtem Gebiet festgenommen - vermutlich, weil es der irakischen Regierung lieber wäre, wenn die Region, die ihre Armee gerade attackiert, journalistisches Niemandsland bliebe, wie aus einem taz-Artikel hervorgeht. Einen Offenen Brief in dieser Angelegenheit gibt es bereits seit vergangener Woche, und zwar an die "sehr geehrte Frau Außenministerin Annalena Baerbock", aber anders als bei anderen Offenen Briefen hielt sich die Verbreitung in Grenzen.

+++ "Deadlines: Kriegsbilder des ukrainischen Fotojournalisten Maks Levin" lautet der Titel einer bis zum 26. Juni laufenden Ausstellung im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen. "Trümmerhaufen, verbrannte Fahrzeuge und zerstörte Brücken – die Bilder zeugen von den Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine", schreibt die FAZ (€), die die Ausstellung heute vorstellt. Levin wurde am 13. März von russischen Soldaten in einem Dorf nahe Kiew erschossen.

+++ "Diese Show war überflüssig", kommentiert Nikolaus Blome bei n-tv.de den Besuch des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz in der Ukraine. Beziehungsweise: "Es ist ein schmaler Grat, Anteilnahme und Solidarität mit der Ukraine durch einen Besuch zu zeigen, ohne dass das zerbombte Land dabei für eine innenpolitische Selbstdarstellung herhalten muss. Unter dem Strich ist aber genau das geschehen." Ein konkretes Beispiel für Merz’ "Selbstinszenierung im Kriegsgebiet" nennt der WDR-Redakteur Tobias Reckmann anhand eines auf dem Twitter-Account des Politikers veröffentlichten Fotos. Und dessen "goldig gespielte Überraschung über das große mediale Interesse" an der Reise erwähnt Nico Fried auf der SZ-Meinungsseite.

Neues Altpapier gibt es wieder am Freitag.

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