#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 13. April

2021: Reform des Infektionsschutzgesetzes

Am 13. April 2021 beschließt die Bundesregierung die "Corona-Notbremse" durch eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Um der Ausbreitung des Corona Virus entgegen zu wirken, werden bundeseinheitliche Corona-Maßnahmen vereinbart, die greifen sobald die die 7-Tages-Inzidenz drei Tage lang über 100 liegt. Die Änderung beinhaltet unter anderem eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Außerdem sind private Zusammenkünfte nur bis fünf Personen erlaubt. Kultur- und Freizeiteinrichtungen und Einzelhandel müssen schließen und touristische Übernachtungen sind verboten. Präsenzunterricht soll nur noch mit zwei Corona-Tests pro Woche gestattet werden und soll ab einen Inzidenzwert von 200 eingestellt werden. Die Neuregelung des Gesetzes wird am 21. April im Bundestag verhandelt und tritt am 23. April 2021 in Kraft. Die Maßnahmen der "Norbremse" treten am 30. Juni 2021 außer Kraft.

2017: Vierlinge im Kreis Zwickau

Am 13. April 2017 werden die Vierlinge Helen, Merle, Boas und Pepe am Leipziger Uniklinikum geboren. Die vier werden nach 31 Schwangerschaftswochen per Kaiserschnitt entbunden. Die Mutter Juliane Stejskal erinnert sich: "Alle vier haben sofort losgeschrien". Mit der Geburt am Gründonnerstag verdoppelt sich Familie Stejskal, denn die Familie aus Kirchberg bei Zwickau hat bereits Zwillinge. Die Häufigkeit Vierlinge zu gebären liegt bei 1: 600 000.

Mitarbeiter des Universitätsklinikums Leipzig (Universitätsklinikum Leipzig) Prof. Ulrich Thome, Krankenschwester Gabi Koch und Prof. Holger Stepan (hinten, l-r) sowie Juliane (vorne, 2.v.l.) und Tobias Stejskal (2. v.r.) und die beiden älteren Schwestern Leoni und Nora, die für ein Foto mit den neugeborenen eineiigen Vierlingen im Universitätsklinikum Leipzig posieren.
Mitarbeiter des Universitätsklinikums Leipzig mit der Familie Stejskal Bildrechte: dpa

2015: Günter Grass stirbt

Am 13. April 2015 verstirbt Schriftsteller Günter Grass in Lübeck. Der Literaturnobelpreisträger hat mit seinem Debütroman "Die Blechtrommel" einen Welterfolg geschrieben. Günter Grass zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegsliteratur. Der Schriftsteller wird 1927 in der Freien Stadt Danzig geboren und studiert später Bildhauerei und Grafik. Grass stirbt im Alter von 87 Jahren.

Schriftsteller Günter Grass
1999 erhielt er für sein Lebenswerk den Literaturnobelpreis. Bildrechte: dpa

1991: Birgit Breuel wird Treuhand-Präsidentin

Am 13. April 1991 wird Birgit Breuel zur Präsidentin der Treuhandanstalt gewählt. Die Treuhand privatisiert bis 1994 volkseigene Betriebe und DDR-Vermögen. Von den 12.000 Betrieben werden mehr als die Hälfte privatisiert. Rund 3.700 Betriebe werden dagegen liquidiert. Die Treuhand wird kritisiert, Betriebe weit unter Wert verkauft und damit Millionen Arbeitsplätze vernichtet zu haben.

Betriebsliquidationen 1 min
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1977: Reiner Kunze verlässt DDR

Am 13. April 1977 siedelt der Schriftsteller Reiner Kunze in die BRD über. Durch seine systemkritische Prosa "Die wunderbaren Jahre" gerät er mit dem SED-Regime in Konflikt und wird aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen. Sein Ausreiseantrag wird innerhalb von einer Woche genehmigt. Danach zieht er mit seiner Familie in die Nähe von Passau, wo er heute noch lebt.

Schriftsteller Reiner Kunze seitlich im Profil an einem Lesepult 1 min
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Reiner Kunze wurde 1976 aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen und siedelte 1977 in die BRD. Das Video zeigt ihn 1998 bei einer Lesung auf der Leipziger Buchmesse.

MDR FERNSEHEN Fr 28.06.2013 01:53Uhr 00:48 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/damals/video132130.html

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Video

1945: Massaker von Gardelegen

Am 13. April 1945 werden unweit der Stadt Gardelegen 1016 KZ-Häftlinge bei einem Massaker ermordet. Nach dem Vormarsch der alliierten Truppen 1945 versuchen die Lager-Wachmannschaften der SS und der Wehrmacht ihre Verbrechen zu vertuschen. Sie räumen die Lager und schicken die Häftlinge auf sogenannte Evakuierungstransporte oder treiben sie auf Todesmärsche. Über 1000 Häftlingen werden in die Feldscheune des Gutes Isenschnibbe eingepfercht, die Türen werden verriegelt und das Gebäude in Brand und unter Beschuss gesetzt. Nur wenige Häftlinge entkommen dem Massaker, 1016 Häftlinge werden ermordet. An dem Verbrechen beteiligen sich Mitglieder unterschiedlicher NS-Organisationen. Einen Tag später erreichen US-amerikanische Truppen Gardelegen und entdecken die Spuren des Massakers. Die Amerikaner zwingen die männlichen Einwohner der Stadt die Opfer in Einzelgräber zu bestatten und einen Ehrenfriedhof anzulegen. Nur 305 der 1016 Opfer können identifiziert werden. Ab 1949 entsteht auf dem Gelände des historischen Tatorts eine Gedenkstätte.