Bauhaus, Goethe und Mittelalter Thüringen: Ausflugstipps für Kultur unter freiem Himmel

Viele Kultureinrichtungen nehmen trotz Corona langsam wieder den Betrieb auf. Kultur und Kunst können aber auch jederzeit im Freien besichtigt werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Reise ins Mittelalter, einer Wanderung auf den Spuren des Bauhaus in Weimar oder einem Blick vom "Balkon Thüringens", den Dornburger Schlössern? Wir haben einige Tipps für Ausflüge in Thüringen gesammelt.

Die Sternmagnolien blühen im Japanischen Garten.
Der Japanische Garten in Bad Langensalza. Bildrechte: dpa

Unterwegs zur und um die Wartburg

Teilansicht der Wartburg.
Der Besuch der Wartburg lässt sich etwa mit einer Erkundungstour durch Eisenach verbinden. Bildrechte: MDR/Hagen Wolf

Die Geschichte der Wartburg ist untrennbar mit der des Landes verbunden. Hier übersetzte Reformator Martin Luther das Neue Testament ins Deutsche. Bis heute ist die Wartburg die einzige deutsche Burg, die ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde.

Gelegen am nördlichen Zipfel des Thüringer Waldes ist die Wartburg ein beliebtes Ziel für Wanderungen. Fahrradbegeisterte können von hier den Herkules-Wartburg-Radweg befahren. Wer die Burg besuchen will, muss erst das etwa 400 Meter hohe, über Eisenach gelegene Felsplateau erklimmen. Oben angelangt erwartet Besucherinnen und Besucher ein beeindruckender Ausblick sowie ein architektonischer Mix, der auf Jahrhunderte Burggeschichte zurückgeht.

Klangspaziergang auf Bauhaus-Spuren in Weimar

Glasfassade des Studio 1 und die Skulptur Lehrstuhl
An der Bauhaus-Universität wurde der Hörspaziergang entwickelt. Bildrechte: MDR/Theresa Köhler

Mit der App "Wo ist Walter?" kann man sich in Weimar auf Spurensuche nach der Bauhaus-Geschichte und ihrem Gründer Walter Gropius begeben. Der Hörspaziergang wurde 2019 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar gestaltet.

Die Wanderung führt zu den wichtigsten Bauhaus-Schauplätzen auf dem Universitätscampus, zum Reithaus, Tempelherrenhaus und Märzgefallenendenkmal auf dem Weimarer Hauptfriedhof, dem einzigen baulichen Zeugnis von Walter Gropius in Weimar. Die App gibt es für Android und iOS.


Hennebergisches Museum Kloster Veßra

Im Hennebergischen Museum Kloster Veßra besichtigen Besucher 2010 die Ruine der Klosterkirche
Ruine der Klosterkirche Veßra Bildrechte: dpa

Machen Sie eine Reise ins Mittelalter: Die Klosteranlage Veßra stammt aus der Romanik, manche Gebäude wurden bereits im 12. Jahrhundert errichtet.

Neben den Gebäuden aus der Klosterzeit gibt es in Veßra auch ein Ensemble von Fachwerkhäusern sowie den Bereich "Erlebnis Landwirtschaft" zu sehen, der den technischen Wandel von der kleinbäuerlichen Arbeit bis hin zu Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zeigt. Auch historische Gartenanlagen laden zum Verweilen ein.

Infos zum Hennebergischen Museum Kloster Veßra Adresse:
Anger 35
98660 Kloster Veßra

Öffnungszeiten: Das Museum ist täglich von 9-18 Uhr geöffnet.

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro


So lebten die Germanen: die Funkenburg

Die Funkenburg, eine germanische Wehranlage in Westgreußen
Oft dient die Funkenburg auch als Kulisse für Filmdrehs. Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Die Funkenburg in Westgreußen ist die Rekonstruktion einer germanischen Wehrsiedlung, die in die Lebenswirklichkeit vor über zwei Jahrtausenden führt. Die in den 70er-Jahren archäologisch erkundete Befestigungsanlage wurde am Originalstandort wiedererrichtet. Hier lebten Menschen vom 2. Jahrhundert v.Chr. bis zum frühen 1. Jahrhundert n.Chr. Umgeben von trutzigen Graben- und Wallanlagen mit Holzpalisaden, die Feindesangriffe abwehren sollten, finden sich auf dem Gelände u.a. ein Langhaus mit Versammlungsplatz als Zentrum, Wohn-Pfostenhäuser für die Gefolgschaft und ein Backofen.

Infos zur Funkenburg Adresse:
Rohnstedter Straße
99718 Westgreußen

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag, 12-17 Uhr, und nach Vereinbarung

Eintrittspreise: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro

 


Die Gärten von Bad Langensalza

Die Sternmagnolien blühen im Japanischen Garten.
"Kofuku no Niwa" heißt der japanische Garten in Bad Langensalza Bildrechte: dpa

Ob Japanischer Garten, Arboretum-Baumpark oder Rosengarten – in Bad Langensalza kommen nicht nur Pflanzenfreunde auf ihre Kosten. Der Japanische Garten vermittelt das Gefühl, in dem fernöstlichen Land zu verweilen, was gerade in Zeiten der Reisebeschränkung durch Corona eine kleine Entspannung für Menschen mit Fernweh bringen kann.

Es gibt hier plätschernde Wasserfälle und einen Platz der heiligen Bäume. Im "Garten der Bäume" gibt es nicht nur eine beeindruckende Vielfalt an Baumarten zu bewundern, die Bepflanzung ist so angelegt, dass der Garten in der wärmeren Jahreshälfte fortwährend sein buntes Gesicht ändert. Über 450 Rosenarten und -sorten betören im Rosengarten zur Blütezeit mit ihrem süßen Duft und ihrer Farbenpracht.

Infos zum Gartenreich in Bad Langensalza Öffnungszeiten:
Einzelne Parkanlagen sind täglich von 10-16 Uhr geöffnet.

Eintritt:
Bis auf Weiteres gilt für den Besuch Gartens der ermäßigte Eintrittspreis von 4 Euro. Der Zugang zum Arboretum ist kostenfrei.


Malerische Gegend: Dornburg-Camburg kennenlernen

Dornburger Schlösser 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nur wenige Kilometer nordöstlich von Jena schlängelt sich die Saale zwischen Felsen hindurch. Sonnige, mit Wein bewachsene Hänge sorgen für Toskana-Flair. Neben den bekannten Dornburger Schlössern gibt es hier auch idyllische Orte und kleine Wanderwege zu entdecken.

Die Kernstadt Camburg lohnt sich für einen Spaziergang. Hier kann man eine Hausbrücke aus dem Jahr 1709 sehen oder die Stufen zum Bergfried der Burg Camburg erklimmen. Die ehemalige Cyriaks-Kirche liegt etwas versteckt in einem Waldstück. Historiker vermuten, dass das Bauwerk aus der Zeit vor 1030 stammt. Von Camburg aus wandert man 1,5 Kilometer in den Stöbener Wald und kann die Ruine frei erkunden.

Die Ruine einer alten Kirche. Nur noch vereinzelte Mauern stehen.
Cyriaks-Ruine Bildrechte: MDR/Robin Hartmann


Zehn Autominuten von Camburg entfernt, liegen hoch oben auf einem Felsen die drei Dornburger Schlösser. Altes Schloss, Renaissance-Schloss und Rokoko-Schloss sind durch eine große Gartenanlage miteinander verbunden. Hier kann man zwischen Weinreben, Eschen- und Rosengängen spazieren und zur Saale hinabblicken. Die Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach nutzten den "Balkon Thüringens" einst als Sommerresidenz. Und auch Goethe weilte hier und verfasste seine "Dornburger Gedichte".

Infos zur Cyriaks-Ruine und den Dornburger Schlössern Dornburger Schlösser

Adresse:
Max-Krehan-Straße 2
07774 Dornburg

Cyriaks-Kirche (Ruine)

Adresse:
Stöbener Str. 8
07774 Dornburg

Dornburg-Camburg liegt am 35 Kilometer langen Saale-Radweg zwischen Jena und Bad Sulza.

Wandern im Nationalpark Hainich

Unberührte und wilde Natur gibt es im Nationalpark Hainich. Der Buchenurwald liegt im westlichen Thüringen und ist Teil des größten zusammenhängenden Laubwaldes Deutschlands. Seit 2011 wird der Park von der UNESCO als Weltnaturerbe geführt. Zahlreiche Wanderwege führen zwischen den Bäumen entlang, von denen einige mehr auffallen als andere: Die Betteleiche im Nordwesten des Parks ist mehr als 600 Jahre alt und gilt als Wahrzeichen des Forstes. Neben dem Alter beeindruckt die ungewöhnliche Form des durchgebrochenen Stamms, der Ähnlichkeit mit einem Tor hat.

Blühender Bärlauch
Aktuell blüht im Hainich der Bärlauch und bedeckt den Boden mit einer weißen Decke. Bildrechte: Nationalpark Hainich/Thomas Stephan

Vereinzelt finden sich unter dem Baumdach auch historische Orte wie die Überreste einer christlichen Bruderschaft in Ihlefeld oder der historischen Siedlung Sulzrieden im Westen. Dort steht die ungewöhnlich breite Silberbornlinde, die über einer Quelle steht, aus dem der Sage nach alle Neugeborenen von Berka kommen. Auch das Wildkatzendorf am Waldrand ist geöffnet, wo Interessierte größere Katzen in naturnahen Gehegen beobachten können.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 26. Januar 2020 | 20:15 Uhr