Viele Clematisblüten an einer großen Kübelpflanze
Hier wurden mindestens zwei Clematis in einen Topf gesetzt. Düngen ist für Kübelpflanzen besonders wichtig. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Pflanzen, Pflege & Rückschnitt Clematis - Königin der Kletterpflanzen

Clematis bedeutet Waldrebe. Sie gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Ursprünglich wächst die Kletterpflanze in den gemäßigten Klimazonen Europas, Asiens und in Nord-Amerika. Hier stellen wir ihnen besonders schöne Sorten vor und erklären, wie die Kletterpflanze gepflanzt, gepflegt und zurückgeschnitten wird.

Viele Clematisblüten an einer großen Kübelpflanze
Hier wurden mindestens zwei Clematis in einen Topf gesetzt. Düngen ist für Kübelpflanzen besonders wichtig. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Viele Clematis-Sorten sind bestens geeignet, der natürlichen Bestimmung der wilden Clematis zu folgen. Sie klettern in Bäume, Sträucher oder ranken neben Rosen empor. Zahlreiche Duft-Clematis verbreiten dazu noch ein einzigartiges Aroma. Clematis sind nicht kompliziert, allerdings sollten ein paar Grundregeln beachtet werden. Für alle Gärtner, die nicht viel Zeit haben ist die Staudenclematis eine gute Wahl. Sie ist besonders robust, pflegeleicht und trotzdem sehr vielfältig in den Blüten. Das Besondere der Staudenclematis ist, dass sie in jedem Jahr aufs Neue von unten wieder austreiben. Sie müssen also nicht zurückgeschnitten werden. Nur Verwelktes wird entfernt.

Kletternde Blüten Clematis: Waldreben-Sorten vorgestellt

Die Waldreben lassen sich an vielen Stellen im Garten platzieren. Sie klettern an Wänden hoch und schmücken Lauben. Ihre Blüten sind bunt, es gibt große und kleine Blüten in unterschiedlichen Farben.

Klematisblüten in kräftigem Lila
'Daniel Deronda' ist eine grossblumige Hybrid-Sorte, die bis zu drei Meter hoch wird und zwei Mal im Jahr blüht. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Klematisblüten in kräftigem Lila
'Daniel Deronda' ist eine grossblumige Hybrid-Sorte, die bis zu drei Meter hoch wird und zwei Mal im Jahr blüht. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Clematispflanze mit vielen kleinen, weißen Sternchenblüten.
Die weiße Stauden-Clematis 'Mandshurica' ist ein duftender Traum in Weiß. Sie blüht von Juni bis August und wird knapp zwei Meter hoch. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Hängende, zart blaue Clematisblüten in Glockenform.
Die Alpen-Waldrebe 'Maria' bezaubert mit ihren filigranen Blüten. Sie ist eine urwüchsige, robuste Sorte. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Clematispflanze mit kleinen, blauen, trichterförmigen Blüten.
Die Staudenclematis 'Cassandra' ist eine zarte Schönheit mit kleinen, blauen Blüten. Sie kann auch als Bodendecker wachsen. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Eine sehr zarte, kleine und eher röhrenförmige Clematisblüte in zartem Rosa.
Der Name 'Pink Dwarf' (Pinker Zwerg) deutet schon darauf hin: Winzige Blüten schmücken diese buschig wachsende Stauden-Clematis. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Blaue Clematis-Blüten
Clematis ‚Arabella’ ist eine Staudenclematis die bis zu 1,50 Meter hoch wird. Die ganzblättrige Waldrebe blüht sehr reich über den ganzen Sommer und bildet später einen schönen Fruchtschmuck. Lässt man das Rankgerüst weg, kann sie als Bodendecker wachsen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Lilafarbige Clematisblüten
Etwas höher wird die Staudenclematis ‚Juuli’. Auch sie blüht den ganzen Sommer durch. Das besondere an Staudenclematis: sie müssen nicht geschnitten werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Leicht rosa blühende große Clematisblüten
Clematis ‚Radebeul’ ist eine zweimalblühende Hybride. Sie blüht kompakt vor allem auch im unteren Bereich der Pflanze und wird bis zu 2,50 Meter hoch. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Eine hochwachsende lila Clematis wächst in einem Blumenkübel
Die Clematis ‚Gräfin Cosel’ eignet sich gut für den Kübel. Auch sie blüht zweimal im Jahr. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Rosa Clematisblüten mit einem weißen Rand
Besonders schön sind die gestreiften Blüten der Clematis ‚Capitaine Thuilleaux’. Auch diese Rebe wird bis zu 2,50 Meter hoch. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Große lila Blüte einer Clematis
Die Clematis ‚Elbflorenz’ ist eine sommerblühende Pflanze. Sie bildet von Juni bis August sehr schöne große Blüten Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Lila Clematisblüten
Auch die Clematis ‚Rüütel’ ist ein Sommerblüher. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blaue gefüllte Clematisblüte
Bezaubernd ist diese zweimalblühende Clematis-Sorte ‚Multi Blue’. Das erste Mal bildet sie im Mai/ Juni gefüllte Blüten. Die zweite Blütezeit folgt im September, dann allerdings sind die Blüten einfach und nicht mehr gefüllt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Gelbe, glockenförmige Clematisblüten
Etwas Besonderes sind die glockenförmigen Blüten der Clematis Chiisanensis 'Lemon Bells', die im Mai, Juni blühen. Nach der Blüte entsteht ein schöner Fruchtschmuck. Diese Sorte ist besonders nässeempfindlich. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Sehr dunkle, lila Clematisblüte
Ein Sommerblüher mit besonders schöner, samtiger, dunkelroter Farbe: Clematis ‚Niobe’. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 16. Juni 2019 | 08:30 Uhr

Clematis - Pflanzensteckbrief
Heimat Ostsibirien, Kamtschatka, Korea, Japan
Pflanzenfamilie Hahnenfußgewächs
Wuchs klettert, bildet lange Ranken bis zu drei Meter
Blüte große und kleine bunte Blüten - je nach Sorte
Standort sonnig bis schattig
Boden tiefgründig, locker, humusreich
Rückschnitt nach der Blüte, je nach Sorte unterschiedlich
Winterhart ja
Mehrjährig ja
Besonderheiten leicht giftig

Standort und Boden

Clematis bevorzugen halbschattige, windgeschützte Standorte. Insbesondere im mitteldeutschen Raum sei die Sonne zu heiß für die Kletterer, betont Antje Tolksdorf von der auf Kletterpflanzen spezialisierten Baumschule Sachs in Radebeul. Wenn überhaupt, sind für die Sonne nur kleinblühende Sorten geeignet (Staudenclematis, Texensis-Sorten), wobei hier auf einen schattigen Fuß der Pflanze zu achten ist. Das gelingt zum Beispiel indem mehrere Steine vor die Pflanze geschichtet werden. Allerdings sollte man aufpassen, dass sie die Wurzeln nicht zu sehr beschweren. Auch andere Stauden, am Fuße der Clematis platziert, können ausreichend Schatten spenden.

Je großblumiger die Clematis ist, desto windgeschützter sollte sie stehen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Blüten zerfleddern, Triebe abbrechen und so Angriffsflächen für Pilze entstehen. Wichtig ist auch, dass die Pflanzen nicht zu feucht stehen, das mögen sie gar nicht. Zeitweilige Trockenheit hingegen überstehen sie meist gut. Staunässe bei lehmigen Böden kann vermieden werden, indem um den Pflanzenstängel ein kleiner Pflanzhügel angehäuft wird. Regnet es mehrere Tage lang, kann das Wasser so immer von der Pflanze wegfließen. Außerdem kann dem Boden zusätzlich etwas Sand beigemischt werden. Auch eine Drainageschicht hilft gegen Staunässe. Sandiger Boden hingegen sollte mit Humus oder Kompost aufgewertet werden. Der Kompost sollte aber gut durchgezogen sein, da die Wurzeln sonst faulen.

Pflanztipp

Clematis können das ganze Jahr hindurch gepflanzt werden. Ideal ist aber der Spätsommer von August bis Oktober. Dann ist der Boden optimal warm und die Pflanze wächst gut an. Im nächsten Jahr wird die Pflanze dann schon zum ersten Mal blühen. Vor allem großblumige Clematis-Sorten werden etwa zehn Zentimeter tiefer eingepflanzt als sie im Topf stehen. Das hilft der Pflanze in Extremsituationen, beispielsweise nach starkem Frost oder Pilzbefall, von unten wieder neu auszutreiben. Wichtig ist auch, der Clematis von Anfang an eine Kletterhilfe zu geben. Das kann ein Spalier sein, eine Wand oder auch eine andere Pflanze, an der sie hochklettern kann.

Ein umgedrehter Eimer aus schwarzem Plaste, dessen Boden fast vollständig aufgetrennt wurde.
Ein Plasteeimer kann zur Wurzelsperre umfunktioniert werden. Bildrechte: MDR Garten / Dörthe Gromes

Expertentipp: Wurzelsperre Antje Tolksdorf empfiehlt, für frisch gepflanzte Clematis, die neben einem Baum, einer Rose oder einer ähnlich stark wachsenden Pflanze gesetzt werden, eine sogenannte Wurzelsperre zu errichten. Das kann ein großer Plaste- oder Tontopf sein, der nach unten aber offen ist, so dass die Pflanze später durchwurzeln kann. Der Topf kommt in die Erde und die Clematis wird dort hinein gepflanzt. Nun kann sie separat gegossen und gedüngt werden, ohne dass die dominierenden Pflanzen in der Umgebung ihr Wasser und Nährstoffe „wegnehmen“. Die Wurzelsperre sollte ausreichend groß gewählt sein, dass die Clematis sich darin ausbreiten kann.

Dünger

Wer einen Langzeitdünger im Frühjahr verwendet, garantiert, dass die Pflanze über die gesamte Wachstumsphase gleichmäßig auf die nötigen Nährstoffe zugreifen kann. Für eine kurze Kur hilft flüssiger organischer Dünger.

Rückschnitt von Clematis    
Gruppe 1: Frühjahrsblüher Frühblühende Clematis (Alpina- und Montana-Sorten) werden direkt nach der Blütezeit leicht in Form geschnitten (meist im Juni).  
Gruppe 2: Zweimalblühende, großblumige Sorten Zweimalblühende, großblumige Sorten (Hybriden) werden von November bis Anfang März auf einen Meter zurückgeschnitten. Alle drei Jahre werden sie auf 30 Zentimeter zurückgeschnitten, damit die Pflanzen nicht verkahlen. In dem Jahr wird die Pflanze dann etwas schwächer blühen.  
Gruppe 3: Sommer- bis herbstblühende Clematis Schnitt von November bis Anfang März. Rückschnitt auf 30 bis 50 Zentimeter.  

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 16. Juni 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2019, 08:30 Uhr