Wildobst Schlehen ernten und zu Kompott verarbeiten

Eine Frau steht in einem Garten. In der Hand hält sie einen kleinen Strauß aus Kräutern.
Bildrechte: MDR/Lisa-Marie Kaspar

Wenn im Spätherbst jegliches Obst im Garten abgeerntet ist, liefern wilde Hecken noch einen vitaminreichen Schatz. Die Schlehe ist schon im September reif, doch erst der Frost verwandelt sie in eine schmackhafte Frucht.

Eine Hand hält Schlehen fest.
Schlehen sind auch bei Vögeln sehr beliebt. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

  • Schlehen sind gesund, schmecken aber erst nach dem Frost so richtig lecker.
  • Wer Bedenken hat, dass die Vögel die Schlehen bis zum Frost aufgefressen haben, kann sie auch früher ernten und in den Gefrierschrank legen.
  • Die Wildobstfrüchte können zu Kompott verarbeitet haltbar gemacht werden.

Schlehen und ihre Gerbstoffe

Schlehen enthalten wertvolle und gesundheitsfördernde Inhaltstoffe, wie Vitamin C, Biophenole, Fruchtsäuren, Pektin und Mineralstoffe. Aber auch Gerbstoffe, die im Mund einen unangenehmen Geschmack hinterlassen. Erst durch den Frost werden diese Stoffe abgebaut.

Durch die warmen Herbstwochen, die seit einigen Jahren immer häufiger werden, wird das Warten auf den Frost zur Geduldsprobe. Für moderne Haushalte ist dies aber kein Problem: Geerntete Früchte bauen auch im Gefrierschrank die unerwünschten Stoffe ab. Lassen Sie den Beutel mit den Früchten aber mehrere Tage im Gefrierfach liegen. Danach kommen die fruchtigen Noten der Schlehe erst richtig zur Geltung.

In einem Busch hängen Schlehen
Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Schlehen Schlehen (Prunus spinosa) findet man in der Flur in wilden Hecken und Windschutzstreifen vor allem auf kalkhaltigen und durchlässigen Böden. Für den Hausgarten sind sie weniger geeignet. Sie besitzen einen starken Ausbreitungsdrang, was durchaus lästig werden kann. Die dornigen Sträucher werden 2 bis 3 Meter hoch und sind undurchdringlich. Vögel nutzen die Sträucher gerne als Brut- und Aufenthaltsplätze. Die Früchte sind im Winter eine wichtige Futterquelle für Vögel und Feldhasen. Entnehmen Sie deshalb aus der Natur nicht zu viele Früchte aus Rücksicht auf die Wildtiere.

Schlehenkompott selber kochen

  • Schlehen
  • Apfelsaft oder Wasser
  • Zucker oder Gelierzucker
  • Gewürze wie Zimt, Sternanis, Kardamom
  • Schraubgläser zum Abfüllen

Zubereitung von Schlehenkompott:

  1. Lassen Sie die Früchte mit Apfelsaft oder Wasser aufgegossen über Nacht stehen.
  2. Kochen Sie am nächsten Tag die Schlehen auf und lassen Sie es etwa 10 Minuten leicht köcheln. Passieren Sie die verkochten Früchte durch ein Sieb.
  3. Geben Sie dem Schlehensaft etwa ein Fünftel bis ein Viertel der Saftmenge an Zucker und eventuell Gewürze, wie Zimtstange, Sternanis oder Kardamom dazu und kochen alles noch einmal auf.
  4. Füllen Sie den noch heißen Schlehensaft bzw. das Schlehenkompott in saubere Schraubgläser und verschließen Sie diese sofort. Die Schlehen enthalten natürliche Pektine, die das Kompott fest werden lassen. Wenn Sie aber dennoch Gelierzucker verwenden, erhalten Sie sicher streichfeste Schlehenmarmelade.

Gartenküche Schlehenkompott selber herstellen

Nach dem ersten Frost schmecken Schlehen besonders gut. Wer genug von ihnen sammelt, kann ein leckeres Kompott daraus herstellen.

Schlehen in einem Topf.
Schlehen waschen und in einen Topf geben. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Schlehen in einem Topf.
Schlehen waschen und in einen Topf geben. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Apfelsaft wird zu den Schlehen in den Topf gegeben.
Apfelsaft zu den Schlehen geben und über Nacht stehen lassen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die Schlehen werden ausgepresst und der Saft aufgefangen.
Am nächsten Tag die Schlehen etwa 10 Minuten kochen und durch ein Sieb rühren. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Das Fruchtfleisch der Schlehen mit einem Holzlöffel ausdrücken.
Das Fruchtfleisch der Schlehen gründlich ausdrücken. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Den Schlehensaft mit Gewürzen aufkochen.
Dem Saft Zucker und Gewürze hinzufügen und alles einmal aufkochen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Schlehenkompott in Schraubgläsern.
Das Kompott in Gläser abfüllen. Durch das natürliche Pektin in den Schlehen dickt das Kompott von selbst ein. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 02. Oktober 2022 | 08:30 Uhr

Quelle: MDR Garten

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 02. Oktober 2022 | 08:30 Uhr