Moderatorin Diana Fritzsche Grimmig spricht mit dem Gräserexperten Daniel Zugwurst im Gräsergarten des egaparks.
Gräserexperten Daniel Zugwurst nahm MDR Garten-Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig mit auf einen Streifzug durch den Gräsergarten des egaparks. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Vorhang auf für schöne Gräser! Für Sonne und Schatten: Gräsergärten gestalten

Gräser sind eine gute Wahl für Gärtner, die nicht viel Zeit haben. Sie sind unkompliziert, und es gibt sie für verschiedene Standorte im Garten. Einmal angewachsen, brauchen sie nicht viel Pflege und auch Unkraut hat unter einem dicht bewachsenen Gräser-Teppich keine Chance.

Moderatorin Diana Fritzsche Grimmig spricht mit dem Gräserexperten Daniel Zugwurst im Gräsergarten des egaparks.
Gräserexperten Daniel Zugwurst nahm MDR Garten-Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig mit auf einen Streifzug durch den Gräsergarten des egaparks. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Gräser sind ein vielseitiges Gestaltungsmittel im Garten: Sie helfen, andere Pflanzen in Szene zu setzen. Als Blattschmuck-Stauden stehen sie selbst im Vordergrund. Sie sind aber auch eine wunderbare Ergänzung zu blühenden Stauden. Ziergräser können als Sichtschutz eingesetzt werden und die Höhenstaffelung in einem Beet betonen. Im Spätsommer und Herbst zeigt sich ihre Schönheit besonders, zumal die Vielfalt so groß ist: Kompakte Gräser können als Bodendecker dienen, andere Arten überragen sogar einen ausgewachsenen Mann. Es gibt Ziergräser, die mit ihrer intensiven Herbstfärbung punkten, und solche, die interessante Blüten tragen. Der Gartenbauingenieur Daniel Zugwurst ist Pflanzplaner und kennt viele Pflanzen im Gräsergarten des egaparks Erfurt. Chinaschilf, Lampenputzergras und das eher unbekannte Zebragras gehören zu seinen Lieblingssorten. In unserer Bildergalerie nehmen wir Sie mit auf einen Spaziergang durch den herrlichen Gräsergarten.

Gräser sind das Haar der Mutter Erde.

Sprichwort

Unverwüstlich und für jeden Standort etwas Schöne Ziergräser vorgestellt

Fühlen sich Ziergräser an einem Standort wohl, sind sie pflegeleicht und entfalten eine ganz eigene Wirkung. Wir stellen Ihnen verschiedene Gräser vor, die den Garten bereichern.

Moderatorin Diana Fritzsche Grimmig steht neben einem Gras, das sie überragt.
Mannshoch wird die Rutenhirse (Panicum virgatum 'Northwind'). Von Juli bis September bildet das Gras Blüten. Die Halme färben sich im Herbst rötlich. Die robuste Staude wächst aufrecht und dient auch als Sichtschutz. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Moderatorin Diana Fritzsche Grimmig steht neben einem Gras, das sie überragt.
Mannshoch wird die Rutenhirse (Panicum virgatum 'Northwind'). Von Juli bis September bildet das Gras Blüten. Die Halme färben sich im Herbst rötlich. Die robuste Staude wächst aufrecht und dient auch als Sichtschutz. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hohes Gras, das an Mais erinnert.
Exotisch und eher selten in Gärten zu sehen: das Pfahlrohr (Arundo donax). Es ähnelt dem Bambus und wächst sehr schnell in die Höhe. Aus den Halmen wurden früher Rohrblätter für Instrumente hergestellt: zum Beispiel für Dudelsack, Oboe und Klarinette. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Zebragras mit einer besonderen Blattfärbung. Die grünen Halme haben gelbe Flecken.
Ebenfalls ein Exot ist das Zebraschilf - auch Stachelschweingras genannt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hoch wachsendes Gras im Skulpturengarten des egaparks mit einer besonderen Blattfärbung. Die grünen Halme haben gelbe Flecken.
Eine Blüte, wie in diesem heißen Sommer, ist eher selten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Schönes hohes Gras mit einer Federartigen Blüte
Ebenfalls ein hohes Gras ist das Sibirische Graubartgras (Spodiopogon sibiricus 'West lake'). Es färbt sich im Herbst rötlich bis kräftig burgunderfarben. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Gräserexperte Daniel Zugwurst steht neben mannshohem Chinaschilf
 Auch als Sichtschutz kann man Chinaschilf pflanzen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Fedrige, helle Blüte eines Grases
Chinaschilf gibt es auch in niedrigen Sorten. Nur einen Meter hoch wird die Sorte Miscanthus sinensis 'Kleine Silberspinne'. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hohe Halme des Reitergrases
Das Reitgras (Calamagrostis x acutiflora 'Karl Förster') blüht schon sehr früh im Juni. Die Halme wachsen fast aufrecht. Im Herbst färbt es sich gelb. Es kann auch als Sichtschutz Verwendung finden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Gras mit einer auffallenden Blüte, die wie eine Flaschenbürste aussieht.
Ein wahrer Hingucker ist das Federborstengras (Pennisetum alopecuroides ‘Black Beauty‘) An einem Standort in der Sonne zeigt es im Spätsommer und Herbst walzenförmige, dunkelbraune bis schwarzgraue Blüten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Gräsergarten mit niedrig wachsenden Gräsern und Frühblühern im egapark Erfurt
So sah der Gräsergarten im egapark Erfurt im Frühjahr aus. Die hohe Gräser wurden zurückgeschnitten, Lücken mit Stauden und Frühblühern gefüllt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. August 2018 | 08:30 Uhr

Blühende Stauden - diese Pflanzen lassen sich gut mit Gräsern kombinieren

Grundsätzlich gilt: erlaubt ist, was gefällt. Wer es schlicht und ruhig mag, kann seinen Garten nur mit Gräsern bepflanzen. Wer kleine Gartenbilder gestalten möchte, hat eine große Auswahl an blühenden Stauden, die sich wunderbar mit Gräsern kombinieren lassen. Die langen und verschiedenfarbigen Halme geben Blüten einen Hintergrund oder können wie ein Rahmen wirken. Gräser und Stauden, die etwa gleich groß werden, verwachsen miteinander wie zu einem riesigen Blumenstrauß. Wichtig ist beim Kombinieren, dass Gräser und Stauden ähnliche Standortansprüche haben.

Gräser pflanzen - das sollten Sie beachten

Die beste Pflanzzeit für Gräser sind der Frühling und der Herbst, aber grundsätzlich können Ziergräser das ganze Jahr über gepflanzt werden.

Horst Schöne | Gärtner

Auch der Gärtner Horst Schöne beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gräsern und hat ein Buch über viele seiner Lieblingsgräser geschrieben. Er rät, Gräser flächig, also dicht zu pflanzen. So entstehen faszinierende Pflanzenlandschaften fast wie in der Natur. Auf einen Quadratmeter sollten etwa drei hochwachsende Gräserstauden gesetzt werden. Damit aus kleineren Gräsern ein dichter Teppich entsteht, sollte man sieben bis acht Stauden in die Erde bringen. Achten Sie bei der Auswahl der Pflanzen darauf, welche Wuchsstrategien Gräser haben. Es gibt Sorten, die horstig wachsen, immer an einem Fleck bleiben und dort größer werden. Andere Gräser bilden Ausläufer und entwickeln sich bald von allein zu dichten Teppichen.

Gräser und Blattschmuckstauden sind wie Harfe und Pauke. Die Gräser symbolisieren grazile Strukturen und haben einen schönen Halmwurf. Die Blattschmuckstauden mit ihren großen imposanten Blattwerk sind hingegen wie ein Paukenschlag und guter Partner für Gräser.

Horst Schöne | Gärtner

Pflanzen Sie niedrige Arten in den Vordergrund, kniehohes Gras in den mittleren Teil einer Fläche. Hohe Gräser verleihen dem Garten Tiefe und einen attraktiven Hintergrund. Sehr gut kombinieren lassen sich Gräser zum Beispiel mit blühenden Herbststauden wie Astern, Sonnenhut, Fetthenne und Anemonen. Es gibt Ziergräser sowohl für sonnige als auch für halbschattige Standorte – das Japan-Goldbandgras (Hakonechlora macra ′Aureola′)  zum Beispiel gedeiht auch unter Gehölzen.

Auf einen Blick
Gräser einkeimblättrige, krautige Pflanzen mit unscheinbaren Blüten und langen, schmalen Blättern bezeichnet.
Standort je nach Sorte für sonnige, schattige und halbschattige Standorte geeignet
Pflanzung ideal: Frühling | Herbst; grundsätzlich ganzjährig
Nutzwert Hoher Zierwert, Bodendecker
Wuchseigenschaften als Bodendecker, Staudenkissen oder hohe Staude
Boden Je nach Sorte sind Gräser für ganz unterschiedliche Böden geeignet
Nährstoffbedarf nicht zusätzlich nötig, Bodenverbesserung bei der Pflanzun mit organischem Dünger oder Humus
Pflege minimal, hohe Gräser werden im Frühjahr zurückgeschnitten

Standort: Sonne, Schatten oder Halbschatten?

Für jeden Standort ist ein Gras gewachsen An sonnigen Standorten sind verschiedene Lampenputzergräser gut platziert. Für schattige Bereiche unter Bäumen eignen sich spezielle Segge-Arten wie das Gras Carex ′Icedance′. Auf feuchten Böden entwickelt sich das Pfeifengras (Molinia) gut.

Gräser gibt es für alle Standorte. Selbst für schwierige Gehölzunterpflanzungen - beispielsweise unter flachwurzelnden Birken - sind Gräser, wie zum Beispiel der Bärenfellschwingel, geeignet. Fühlen sich Gräser an einem Standort wohl, sind viele Arten unverwüstlich.

Gräser für sonnige Standorte * Pampasgras
* Japanisches Blutgras
* Riesenchinaschilf
* Chinaschilf
* Pfeifengras
* Silberschopfgras
* Glanzgras
* Zierhirse

Japan Gold Segge
Japan Gold Segge Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Gräser für schattige Standorte * Japanwaldgras
* Breitblattsegge
* Palmwedelsegge
* Riesensegge
* Schneemarbel
* Japan-Segge (Carex morrowii "Icedance")
* Waldmarbel

Gräser pflegen

Gräsergarten mit niedrig wachsenden Gräsern und Frühblühern im egapark Erfurt
So sieht der Gräsergarten im egapark Erfurt kurz nach dem Rückschnitt der Stauden aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Je nach Art und Züchtung reicht es, Gräser erst im Frühjahr zurückzuschneiden. Sehr aufrecht wachsende Arten wie das Chinaschilf oder die Rutenhirse können den Winter über stehen bleiben. Ihre Fruchtstände bieten, von Raureif überzogen, einen zauberhaften Anblick. Oft reicht es im Frühling, nur die Blütenstände abzuschneiden und die Pflanzen mit einer Harke auszukämmen. Fällt ein Gras allerdings nach dem ersten Frost auseinander, kann es gestutzt werden. Arten, die oberirdisch absterben und einziehen, werden am Ende des Winters zurückgeschnitten. Sie treiben im Frühling neu aus. Nach dem Rückschnitt können Sie Lücken im Beet mit Stauden und Frühblühern ausfüllen. Horst Schöne rät zu Frühblühern oder Stauden, die sich gut verwildern lassen: Traubenhyazinthen, Anemonen, Narzissen und Allium eignen sich beispielsweise gut.

Gräser durch Teilung vermehren

Wenn im Frühling frische Halme zu sprießen beginnen, können Gräser auch geteilt werden. Dazu wird einfach der Wurzelstock ausgegraben, vorsichtig auseinandergezogen und zerlegt. Anschließend werden die geteilten Pflanzen wieder in den Boden eingesetzt.

Buchtipp: Harfe und Pauke – die schönsten Gräser und Blattschmuckstauden für Ihren Garten

Gräser sind eine Bereicherung für jeden Garten. Wer ihnen einmal einen Platz in seinem Beet eingeräumt hat, wird diese faszinierenden Pflanzen nicht mehr missen wollen. Geschickt kombiniert sorgen sie für außergewöhnliche Pflanzerlebnisse und machen jeden Garten lebendig. Besonders zu Blattschmuckstauden sind sie eine reizvolle Ergänzung, die Gartenliebhabern viel Freude bereiten wird. In diesem Buch stellt Ihnen der Gräserspezialist Horst Schöne die schönsten Gräser und Blattschmuckstauden vor. Sortenempfehlungen und Pflegetipps sowie ein Verzeichnis mit Bezugsquellen fehlen ebenso wenig wie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um beide Pflanzenarten sowie Ausflugstipps für Parks und Gärten mit besonderen Gräsern und Blattschmuckstauden.

Buchcover: Gräser Staudenexperte und Buchautor Horst Schöne spaziert durch einen Gräsergarten.
Bildrechte: Verlag LV.Buch

Harfe und Pauke – die schönsten Gräser und Blattschmuckstauden für Ihren Garten Horst Schöne
MDR Garten - Gräser
Faszinierende Pflanzen, eindrucksvolle Kombinationen, hilfreiche Pflegetipps.
120 Seiten mit vielen Fotos
ISBN: 978-3-7843-5500-9
LV Buch

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. August 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2017, 08:30 Uhr