Eine Hand in einem Gartenhandschuh zeigt auf einen etwa drei Zentimeter langen, neuen Trieb am Fuß einer ausgegrabenen Pfingstrose
Achten Sie darauf, mindestens eine kräftige Triebknospe pro Teilstück zu erhalten. Bei Pfingstrosen dürfen es auch gerne drei bis fünf sein. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Praktische Tipps Pflanzen durch Teilung vermehren

Das Teilen ist nicht nur eine praktische Methode, um an mehr Pflanzen zu kommen. Es dient auch als Verjüngungskur bei älteren Stauden wie Dahlien. Rhabarber schätzt es ebenfalls, nach ein paar Jahren geteilt und umgesetzt zu werden.

Eine Hand in einem Gartenhandschuh zeigt auf einen etwa drei Zentimeter langen, neuen Trieb am Fuß einer ausgegrabenen Pfingstrose
Achten Sie darauf, mindestens eine kräftige Triebknospe pro Teilstück zu erhalten. Bei Pfingstrosen dürfen es auch gerne drei bis fünf sein. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die Vermehrung von Pflanzen durch Teilung ist fast ein Kinderspiel. Vor allem Küchenkräuter und Stauden, die Polster bilden oder in Horsten wachsen, werden mit der Hand oder durch einen beherzten Spatenstich geteilt. Dabei empfiehlt es sich, weder bei anhaltend nassem, frostigem oder sehr trockenen Wetter zur Tat zu schreiten. Von der Pflanzenart hängt ab, wann die beste Zeit für die Teilung gekommen ist: Frühblüher werden ab dem Spätherbst oder gleich nach der Blüte geteilt. Gräser und viele Stauden, die im Sommer oder Herbst blühen, sollten dagegen erst im Frühjahr geteilt werden.

Die Gartenexpertin Brigitte Goss steht mit Handschuhen an den Händen in einem Gewächshaus des egapark Erfurt und hält eine ausgegrabene Pfingstrose
Gartenexpertin Brigitte Goss beantwortet Zuschauerfragen in der Sendung - auch zum Teilen von Pflanzen. Bildrechte: MDR/ Ulrike Kaliner

Zuerst wird der Boden rings um das Gewächs vorsichtig gelockert. Dabei kann die Grabegabel zum Einsatz kommen - wie auch später bei der Teilung selbst. Beim anschließenden Ausgraben sollten möglichst wenig Wurzeln beschädigt werden. Danach werden die Stauden in etwa handtellergroße Stücke geteilt. Kleinere Gewächse und Pflanzen mit faserigen Wurzeln können vorsichtig mit den Händen auseinander gezogen werden. Sind die Wurzelballen sehr fest oder holzig, können Grabegabel oder Spaten angesetzt werden. Geteilte Stauden kommen in der Regel wieder genauso tief in den Boden, wie sie vorher standen. Nach dem Einpflanzen in aufgelockerter Erde schätzen die Stauden es, angegossen zu werden.

Pfingstrosen können bis zu 20 Jahre an einem Platz stehen, doch manchmal wird es nötig, auch sie umzusetzen oder zu teilen. In diesem Fall wird die Staude komplett ausgegraben. Bei der Teilung sollte darauf geachtet werden, dass an der Pflanzenbasis drei bis fünf Triebknospen, Augen genannt, übrig bleiben. Danach werden die Teilstücke zwei bis drei Zentimeter tief in lockere, nicht zu lehmige Erde eingepflanzt. Bis die Pfingstrosen nach dem Eingriff wieder prächtig blühen, kann es allerdings ein paar Jahre dauern.

Dahlien verjüngen

Als eine wahre Verjüngungskur gilt die Knollenteilung bei Dahlien. Die empfindlichen Knollen sollten als Ganzes überwintert werden. Erst im Frühjahr vor der Pflanzung dürfen sie mit einem scharfen Messer geteilt werden. Wichtig ist dabei, dass an jedem Knollenstück mindestens eine kräftige Triebknospe vorhanden ist. Die sitzen am Wurzelhals, das heißt dort, wo die einzelnen Knollen an der Stängelbasis zusammenlaufen. Einzelne Knollen ohne Auge treiben nicht aus. Werden ihre Knollen regelmäßig geteilt, können Dahlien mehrere Jahrzehnte alt werden.

Canna, auch indisches Blumenrohr genannt, wird ebenfalls im Frühjahr geteilt. Zuerst sollte versucht werden, die Rhizome mit der Hand zu zerbrechen, weil so nur geringe Verletzungen entstehen. Wenn es nicht anders geht, darf der Spaten angesetzt werden. Jedes Teilstück sollte mindestens drei neue Austriebsaugen haben. Für gutes Wachstum sorgt eine Hand voll Depotdünger auf der frischen Erde, er gibt langsam seine Nähstoffe ab. Damit der Kübel üppig blüht, können gleich zwei Teilstücke eingesetzt  werden.

Die Rhizome der Schwertlilien werden nach der Blüte bis zum Spätsommer geteilt. Dazu kann ein scharfes Messer oder ein Spaten verwendet werden. Frisch geteilte Knollen oder Erdsprosse sollten erst etwas abtrocknen, bevor sie wieder in der Erde landen.

Rhabarber Platz zum Ausbreiten lassen

Eine Hand in einem Gartenhandschuh zeigt auf das Herz einer ausgegrabenen Rhabarber-Pflanze
Richtig geteilter Rhabarber: Das Wurzelstück ist lang genug und zeigt mindestens ein "Auge". Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Nach sechs bis acht Jahren sollte Rhabarber geteilt und versetzt werden, wenn die Pflanze in der Mitte kahl zu werden beginnt. Eine günstige Zeit dafür ist der Oktober. Ein zehn bis fünfzehn Zentimeter langes Stück der kräftigen Wurzel sollte jedes Teilstück haben. Weil sich Rhabarber sehr ausbreitet, sollte eine geteilte und wieder eingesetzte Pflanze mindestens einen Meter Abstand zum nächsten Gewächs haben. Nur die Triebknospen sollten nach dem Einpflanzen noch aus der Erde schauen. Bei der Teilung im Herbst können die Rhabarber-Teilstücke auch mit etwas schützender Erde angehäufelt werden.

Brigittes Tipp für frischen Schnittlauch im Winter Mitten im Winter frischen Schnittlauch aus eigenem Anbau im Salat? Ja, das geht, weiß Gartenexpertin Brigitte Goss. Sie rät dazu, Schnittlauch im Herbst zu teilen und die Pflanzen in Töpfe zu setzen. Diese werden bodennah in Erde eingegraben und zum Schutz vor der Kälte mit Laub zugedeckt. Wer dann Lust auf Schnittlauch bekommt, kann sich einfach einen Topf in die Wohnung holen - und sich schon bald über die frische Ernte freuen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 03. November 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. November 2019, 08:30 Uhr