Diese Pflanzen versorgen das Beet Mit Gründüngerpflanzen im Herbst Power aufs Gemüsebeet bringen

Eine Frau mit grüner Schürze steht in einem Garten vor einem Pfirsichbaum mit Früchten.
Bildrechte: MDR/Lisa-Marie Kaspar

Als Gründünger werden Pflanzen bezeichnet, die den Boden pflegen und verbessern. Einige sind in der Lage, auch schwierige Böden, die sandig oder sehr lehmig sind, langfristig ertragreicher zu machen. Im August sind schon viele Beete frei. Der Boden sollte nicht ohne Pflanzenbewuchs bleiben, rät Gärtnerin Brigitte Goss. Es gibt zwar viele Gründünger-Pflanzen, doch nur wenige eignen sich für die Einsaaten im Spätsommer und Frühherbst. Sie sollten schnellwachsend und relativ frosthart sein.

Die Ernte aus einem Kartoffelturm.
Ist das Gemüsebeet abgeerntet, hat der Boden eine Kur verdient. Verschiedene Gründüngerpflanzen, die den Boden lockern und mit Stickstoff anreichern, können jetzt gesät werden. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Die Beete sind abgeerntet oder ein Gartenbeet soll im nächsten Jahr neu angelegt werden? Überall, wo der Boden brach liegt, können Pflanzen angebaut werden, die den Boden pflegen, sagt Gartenfachberaterin Brigitte Goss. Man nennt das auch Gründüngung. Die Pflanzen regulieren den Nährstoffhaushalt, verbessern die Struktur des Bodens und verdrängen Unkraut.

1. Wintererbsen (Pisum sativum) als Gründünger säen

Wintererbsen werden im Herbst ausgesät und überwintern als Jungpflanzen. Sie leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien, die Stickstoff in den Boden bringen. Wintererbsen sind bis minus 15 °C winterhart.

Aussaat:

  • August bis Mitte Oktober
  • in Reihen mit 60 Zentimetern Abstand
  • Samen etwa drei bis fünf Zentimeter mit Erde bedecken

Boden: Erbsen verbessern leichte und nährstoffarme Böden, sie gedeihen nicht auf zu lehmigen Böden. Sie können zwei bis fünf Gramm Stickstoff pro Quadratmeter in einer Kulturdauer für die Folgekulturen in den Boden bringen.

Fruchtfolge: Im Jahr danach können nährstoffbedürftige Pflanzen wie Kartoffeln, Fenchel, Dill, Gurke, Zucchini und Kohlarten angebaut werden.

Anbau nicht empfehlenswert: Wenn Hülsenfrüchte, wie Bohne und Puffbohne, Lauch und Zwiebeln auf dem Beet gewachsen sind, ist der Anbau von Wintererbsen nicht geeignet. Nach diesen Gemüsearten sollte eine Anbaupause von sechs Jahren eingehalten werden. Wenn bereits Krankheiten aufgetreten sind, ist eine neunjährige Anbaupause nötig.

Nach dem Winter: In die Erbsenreihen Stäbe oder Reisig von mindestens 150 Zentimeter Höhe zum Ranken der Pflanzen stecken. Die Erbsen starten früh und können ab Mai geerntet werden.

blühende Wintererbsen
Wintererbsen pflegen das Beet und können im Jahr darauf geerntet werden. Bildrechte: Brigitte Goss

2. Zottelwicken (Vicia villosa) fördern den Stickstoffgehalt im Boden

Zottelwicken sind Tiefwurzler, bringen Stickstoff in den Boden und verbessern humusarme Böden. Die Pflanzen können als Viehfutter verwertet werden. Sie sind bis minus 15 °C winterhart.

Aussaat:

  • bis Mitte September
  • spätere Saaten können ebenfalls erfolgreich gedeihen
  • in Reihen von 60 Zentimeter
  • Samen etwa drei bis fünf Zentimeter mit Erde bedecken


Fruchtfolge: Im Jahr danach ist der Anbau von Stark- bis Mittelzehrern geeignet, wie Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Zucchini usw.

Anbau nicht empfehlenswert: Nach Hülsenfrüchten, Karotten und Zwiebeln sollten keine Zottelwicken angebaut werden. Sechs Jahre Anbaupause beachten! Wenn bereits Krankheiten aufgetreten sind, dann ist eine neunjährige Anbaupause nötig.

Boden: Die Zottelwicken lockern den Boden tief und vertragen einen schweren Boden, aber keine Staunässe. Der pH-Wert sollte über sechs liegen. Mit den zahlreichen Feinwurzeln wird der Boden krümelig.

Nach dem Winter: Viel Blattmasse wird abgemäht und kompostiert. Wenig Blattmasse kann abgemäht und nach ein paar Tage Abtrocknung in den Boden eingearbeitet werden. Nach etwa zwei bis drei Wochen kann die Beetfläche bestellt werden.

Zottelwicke
Zottelwicken bereiten das Beet für Starkzehrer vor. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

3. Rotklee (Trifolium pratense) für die Bodenverbesserung

Die heimische Pflanze verbessert auf ganz natürliche Weise die Böden in unseren Breiten. Durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien bringt sie Stickstoff in den Boden.

Aussaat:

  • Rotklee kann bis Ende September breitwürfig gesät werden
  • Die Saattiefe beträgt einen Zentimeter

Fruchtfolge: Nach dem Rotklee können Stark- bis Mittelzehrer, wie Kartoffel, Tomaten usw. angebaut werden.

Anbau nicht empfehlenswert: Anbaupause von vier Jahren aufgrund der "Kleemüdigkeit". Wenn der Klee länger steht, wächst er schlecht und die Pflanzen bleiben klein.

Boden: Das feine Wurzelwerk des Rotklees lockert und bringt viel Humus und Stickstoff in den Boden.

Nach dem Winter: Rotklee ist eine wertvolle Futterpflanze und sollte nach dem Winter kurz nach Blühbeginn abgemäht werden. Abgemähtes kann aber auch in geringen Mengen in den Boden eingearbeitet werden. Die Wurzeln sind sehr dicht, so dass der Boden vor der Frühjahrskultur gut durchgearbeitet werden sollte.

Rotklee Blüte
Rotklee ist eine wertvolle Futterpflanze. Bildrechte: Brigitte Goss

4. Mit Winterraps stark verdichteten Boden auflockern

Winterraps oder andere Gründünger - wie Ölrettich - aus der Kohlfamilie sind günstig zu kaufen, aber in der Fruchtfolge im Gemüsegarten schwierig und oft nicht empfehlenswert, da häufig Pflanzen aus der Kohlfamilie im Gemüsebeet wachsen sollen. Gerade in Gebieten, wo neu gebaut wird und der Boden sehr verdichtet ist, macht der Anbau von Winterraps oder Ölrettich Sinn, da diese Pflanzen den Boden schön auflockern. Als Vorfrucht in einem neu angelegten Garten sind sie sehr effektiv. Vorsicht trotzedem beim Anbau von Pflanzen aus der Kohlfamilie in der Folgekultur.

Aussaat:

  • für neue, noch unbewirtschaftete Beete geeignet
  • breitwürfige Saat mit einer Saattiefe von zwei Zentimetern

Fruchtfolge: Nachfolgend sollten keine Kohlgewächse angebaut werden, um Kohlschädlingen und Krankheiten vorzubeugen.

Anbau nicht empfehlenswert: Nach dem Anbau von Winterraps sollte er vier Jahre lang nicht wieder angebaut werden. Das gilt auch für andere Kohlarten wie Brokkoli, Kohlrabi, Radieschen und Rucola. Auf keinen Fall nach dem Auftreten von Kohlschädlingen säen, wie Rapsglanzkäfer und Erdfloh.

Boden: Winterraps ist tiefwurzelnd und tut verdichteten und schweren Böden gut. Er wächst schnell und bedeckt den Boden.

Nach dem Winter:  Hat sich viel Blattmasse gebildet, dann am besten abmähen und kompostieren. Geringe Mengen an Blattmassen können in den Boden eingearbeitet werden. Nach zwei bis drei Wochen kann der Boden angesät oder bepflanzt werden.

Raps
Winterraps ist vor allem für neue, noch unbewirtschaftete Beete geeignet. Bildrechte: Panthermedia

5. Winterroggen (Secale cereale) - unkomplizierter Gründünger

Roggen kann noch sehr spät gesät werden und wächst auch in den Wintermonaten weiter. Äußerst vorteilhaft ist, dass keine Fruchtfolge beachtet werden muss.

Aussaat:

  • März bis Oktober
  • Saattiefe ein bis zwei Zentimeter

Fruchtfolge: Nach dem Roggen kann jede Gemüsepflanzenart angebaut werden.

Anbau nicht empfehlenswert: Es sind keine Anbaupausen oder Fruchtfolge zu beachten.

Boden: Winterroggen entwickelt sehr viel Feinwurzelmasse und hinterlässt einen feinkrümeligen Boden.

Nach dem Winter: Abmähen und kompostieren, Wurzelmasse einarbeiten.

Roggen wächst in einem Kiesbeet
Winterroggen ist universell einsetzbar und gehört zu den unkomplizierten Gründüngern, der sich selbt am Kiesweg ausbreitet. Bildrechte: Brigitte Goss

6. Spinat (Spinacia aleracea) - gesunde Kur für den Gartenboden

Nicht alle Sorten eignen sich für den Winteranbau. Wintersorten überwintern im Zwei- bis Vierblatt-Stadium am besten. Sie vertragen bis minus 12 °C.

Aussaat:

  • für die Überwinterung August bis Mitte September aussäen
  • vor der Aussaat den Boden wässern
  • Aussaattiefe etwa zwei Zentimeter


Fruchtfolge: Nach dem Spinat dürfen Kartoffeln, Pastinaken, Porree, Rosenkohl, Salate, Gurken, Tomaten, Radieschen und Erdbeeren aufs Beet.

Anbau nicht empfehlenswert: Spinat sollte erst nach drei Jahren Anbaupause erneut aufs Beet. Gleiches gilt für Mangold und Rote Bete.

Boden: Spinat reagiert empfindlich auf Bodenverdichtung, er braucht eine gleichmäßige Bodenfeuchte. Mit seinen "Saponinen", das sind Seifenstoffe, die dem Boden guttun, gilt er deshalb als "Bodenheiler".

Nach dem Winter: Spinat wächst zügig im Frühjahr. Das Blattgemüse kann bis es in die Blüte geht, also bis Mai, geerntet werden. Die Wurzeln verbleiben im Boden und werden eingearbeitet.

Spinat auf einem Beet
Spinat tut dem Boden richtig gut. Bildrechte: Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. August 2021 | 08:30 Uhr