Gewürzpflanze Knoblauch pflanzen, vermehren und ernten

Botanisch: Allium sativum

Eine Frau mit grüner Schürze steht in einem Garten vor einem Pfirsichbaum mit Früchten.
Bildrechte: MDR/Lisa-Marie Kaspar

Genau wie Zwiebeln kann auch Knoblauch im eigenen Garten kultiviert werden. Sie können ihn außerdem gut selbst vermehren oder als "Beschützerpflanze" rund ums Gemüse- oder Erdbeerbeet pflanzen. Eine günstige Pflanzzeit ist der Herbst. MDR Garten-Expertin Brigitte Goss erklärt, was Sie dabei beachten müssen.

Ein Rundling, wird in die Erde gesetzt.
Im September und Oktober kann Knoblauch gesteckt werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Aus Zehen, Rundlingen und Brutzwiebeln Knoblauch ziehen

Knoblauch kann ganz einfach im eigenen Garten kultiviert werden. Die richtige Pflanzzeit dafür sind die Monate September und Oktober.

Knoblauch kann auf drei verschiedene Arten gepflanzt werden: Zum einen indem Sie einfach die einzelnen Knoblauchzehen in die Erde stecken. Eine zweite Möglichkeit ist, Rundzwiebeln zu setzen, das heißt eine einzige, runde Mini-Knoblauchknolle. Diese sind sehr robust, haben schon eine gut ausgebildete Wurzelscheibe und überstehen die Winter sehr gut. Sie kommen auch mit ungünstigerer Bodenbeschaffenheit gut zurecht. Die dritte Möglichkeit ist, kleine Brutzwiebeln, auch Bulbillen genannt, zu verwenden. Sie entstehen aus den verblühten Knoblauchblüten im Spätsommer und sehen zunächst aus wie kleine Knubbel.

Brutzwiebeln vom Knoblauch
Es gibt verschiedene Varianten Knoblauch zu ziehen: aus den Brutzwiebeln, Rundlingen oder Zehen Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Gärtnerin Brigittes Tipp Der im Supermarkt erhältliche Knoblauch ist meist zum Pflanzen nicht geeignet. Er wird in den Mittelmeerländern geerntet und ist nicht an unsere Bedingungen angepasst. Außerdem können die Knollen mit Keimhemmern behandelt sein, damit sie nicht schon im Gemüseregal austreiben.

Knoblauch stecken - Abstand und Pflanztiefe

Die einzelnen Zehen, Brutzwiebeln oder Bulbillen werden im Herbst gesetzt. Knoblauchzehen und Rundzwiebeln werden in einem Abstand von 15 Zentimetern etwa vier Zentimeter tief in den Boden gesetzt. Die Bulbillen sind viel kleiner, sie können enger stehen. Brigitte Goss empfiehlt, sie im Spätsommer, wenn aus den Blüten die kleinen Bulbillen entstanden sind, zuerst in einen Topf zu setzen, der dann in die Erde kommt und dort den ganzen Winter über bleibt. So findet man die kleinen Knollen gut wieder. Je nachdem wie sie sich entwickeln, sollten sie im Frühjahr ins Beet ausgepflanzt werden. Bis zum Sommer bilden sich dann die Rundlinge.

Entwicklungsstadien des Knoblauch

Bulbillen: Im Herbst gesetzt, bilden sich aus den Brutzwiebeln im ersten Jahr die sogenannten Rundlinge. Diese Rundlinge werden im Juli geerntet und können einfach in der Küche verwendet werden. Ein Teil der Rundlinge kann aber aufbewahrt und im Herbst wieder gesteckt werden.

Brutzwiebeln vom Knoblauch
Nach der Blüte bilden sich die kleinen Brutzwiebeln. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Rundlinge: Nach der Ernte werden die Rundlinge bis September warm, schattig und trocken gelagert. Wer einen trockenen und durchlässigen Boden im Garten hat, kann noch sehr kleine Rundlinge auch in der Erde lassen. Im zweiten Standjahr werden aus den Rundlingen dann die typischen Knollen mit vielen Zehen. Die Rundlinge für die Pflanzung gibt es auch im Handel.

Knoblauchrundlinge
Rundlinge werden in der Küche verwendet und sind ideal zum Pflanzen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Zehen: Aus den Zehen eines Pflanzknoblauchs entwickeln sich - wie beim Rundling - unterirdisch die typischen Knoblauchknollen mit vielen einzelnen Zehen.

Frühjahrsknoblauch und Winterknoblauch Der frostharte Winterknoblauch kommt im Herbst in die Erde und wird im Folgejahr geerntet. Daneben gibt es noch den nicht winterharten Frühjahrsknoblauch, dessen Zehen von Mitte Februar bis Mitte April in die Erde kommen. Letzterer wird noch im selben Jahr im Herbst geernet. Seine Knollen fallen meist kleiner aus als die des Winterknoblauchs.

Der ideale Standort für Knoblauch

Knoblauch liebt trockene, durchlässige Böden. Verregnete Sommer behagen ihm nicht. Allerdings sollte man ihn während der Sommertrockenheit leicht feucht halten. Die Gewürzpflanze ist ein in der Pflege anspruchsloser Mittelzehrer und benötigt nur einen schwach gedüngten Gartenboden. Sie können Knoblauch auch als Beeteinfassung verwenden, zum Beispiel rund ums Gemüsebeet. Hier soll er helfen, Schädlinge fernzuhalten und gleichzeitig andere Pflanzen stärken. Ein guter Partner sind zum Beispiel Erdbeeren.

Unverträglichkeit mit Zwiebelgewächsen

Auf keinen Fall sollte man den Knoblauch zusammen mit Zwiebelgewächsen - wie zum Beispiel Zwiebeln, Porree, Schnittlauch - anbauen. Sie mögen sich gar nicht. Also lassen Sie am besten so viel Abstand wie möglich.

Knoblauch ernten und aufbewahren

Frisch geerntete Knoblauchzehen hängen zum Trocknen aus.
Die Knollen sollten nach der Ernte luftig und trocken aufgehängt werden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Winterknoblauch ist meist im Juli erntereif, Frühjahrsknoblauch im Spätsommer bis Herbst. Ein Indiz für die Erntereife ist, wenn etwa zwei Drittel der Blätter welk sind. Nach der Ernte sollte man die Knollen zunächst etwas antrocknen lassen. Dann empfiehlt Brigitte Goss, die Zehen in Zöpfen an einem trockenen, relativ warmen Standort aufzuhängen. Gut gelagerter Knoblauch hält sich etwa ein halbes Jahr.

Quelle: MDR Garten

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 11. September 2021 | 09:00 Uhr